Nach Crash: Button verteidigt Hamilton

Lewis Hamilton muss derzeit viel Kritik für seinen Fahrstil einstecken, doch Teamkollege Jenson Button stärkt ihm den Rücken

von Britta Weddige · 14.06.2011 09:53

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Rennsonntag in Kanada beherrscht nicht Jenson Buttons sensationeller Sieg die Schlagzeilen, sondern der Fahrstil seines Teamkollegen Lewis Hamilton. Experten und Nicht-Experten debattieren darüber, ob Hamilton zu aggressiv zu Werke geht, und der Brite muss von vielen Seiten erneut Kritik einstecken. Doch es gibt auch andere, die ihm den Rücken stärken.

Jenson Button hält zu seinem gescholtenen Teamkollegen Lewis Hamilton

Dazu gehört Button, mit dem Hamilton in der achten Runde kollidiert war. Für Hamilton war das Rennen beendet, Button dagegen holte sich den Sieg. Und er nimmt gleich allen Mutmaßungen, die Stimmung bei McLaren könnte nach dem teaminternen Crash am Boden sein, den Wind aus den Segeln. Zwar hatte er während des Unfalls in den Boxenfunk geschrien: "Was macht er???", doch die Wogen waren schnell geglättet.

"Es tut mir natürlich sehr leid, dass ich mit Lewis kollidiert bin", sagt Button. "Man will nie einen Unfall mit seinem Teamkollegen haben. Das ist das Schlimmste, was man machen kann Ich glaube nicht, dass einer von uns beiden daran Schuld hat. So etwas passiert einfach. Wir haben darüber gesprochen, und er war klasse. Nach dem Rennen war er einer der Ersten, die mir gratuliert haben."

Gleichzeitig verteidigt er seinen Teamkollegen und weist die Vorwürfe zurück, Hamiltons Fahrstil sei zu gefährlich. "Dem kann ich nicht zustimmen", so Button. "Ich denke, dass sein Stil aggressiv ist, und er sucht immer die Lücke. Manchmal schätzt er es richtig ein, manchmal nicht. Aber das ist bei uns allen so. Er ist nur öfter in der Situation als andere. Lewis beherrscht oft die Schlagzeilen, und zwar vor allem weil er einfach gut ist. Er ist ein Racer, ein Kämpfer. Und deshalb wollte ich in diesem Team sein, gegen und mit einem Fahrer, der ein Riesentalent ist."

Hamilton selbst räumt ein, dass der Crash mit Button auf seine Kappe geht. "Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort", erklärt er gegenüber 'BBC Radio 5 live'. Er weiß, dass es im Moment nicht gerade rund für ihn läuft, doch er sagt: "Ich denke, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist. Ich weiß zu schätzen, dass ich immer noch in der Formel 1 bin, fit, gesund und immer noch dabei. Es gibt sehr, sehr viele Fahrer, die gern in unserer Position wären. Natürlich hofft man immer, dass es besser läuft. Aber die guten Zeiten kommen zu denen, die warten können. Also hoffe ich einfach, dass das auch irgendwann bei mir der Fall ist."