• 28. Oktober 2019 · 07:27 Uhr

Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat

Redakteur Ruben Zimmermann glaubt, dass sich Alexander Albon mit seinem Auftritt in Mexiko endgültig das zweite Red-Bull-Cockpit für die Saison 2020 gesichert hat

(Motorsport-Total.com) - Liebe Leserinnen und Leser,

Alexander Albon

Alexander Albon dürfte auch 2020 für Red Bull fahren Zoom Download

in Mexiko haben wir zwar noch nicht die Entscheidung in der Fahrer-WM gesehen. Dafür dürfte aber spätestens gestern eine andere Entscheidung gefallen sein. Nämlich die, wer 2020 im zweiten Red Bull sitzen wird. Sein fünfter Platz dürfte Alexander Albon gereicht haben, um sich endgültig das Cockpit neben Max Verstappen zu sichern. Die Zahlen sprechen eindeutig für ihn.

Eigentlich ist es ein kleines Märchen. Vor einem Jahr sah es noch danach aus, dass Albons Traum von der Formel 1 platzt. In der Formel 2 gab es für ihn keine Optionen mehr, und Albons Weg hätte eigentlich in die Formel E führen sollen - bis Red Bull kam. Dann ging alles ganz schnell: Formel-1-Debüt bei Toro Rosso, Aufstieg zu Red Bull und jetzt wohl sogar das permanente Cockpit im A-Team.

Vorweg: Ich bin nicht der größte Fan von Alexander Albon. Ich halte ihn nicht für einen kommenden Weltmeister und nicht für den talentiertesten Fahrer, den das Red-Bull-Programm je hervorgebracht hat. Ich glaube, dass er im Red Bull bei seinen bisherigen sechs Rennen jeweils nur das Mindestergebnis geholt hat, was man von einem halbwegs talentierten Fahrer in diesem Auto erwarten kann.

Albons Ergebnisse nicht überragend, aber konstant

Die drei Topteams sind aktuell so weit vorne, dass es unter normalen Umständen eigentlich unmöglich ist, nicht in den Top 6 zu landen. Dafür ist auch das Rennen in Mexiko wieder ein guter Beleg. Max Verstappen ist gestern von ganz hinten noch bis auf Rang sechs nach vorne gefahren. Albon landete nur eine Position davor - das Mindestergebnis eben.

Doch am Ende des Tages - und das spricht eindeutig für Albon - muss man auch diese Ergebnisse erst einmal einfahren. Und da muss man eindeutig das Fazit ziehen, dass Albon das tut - anders als Vorgänger Pierre Gasly. Alle seine sechs Red-Bull-Rennen schloss Albon in den angesprochenen Top 6 ab, vier davon sogar unter den ersten Fünf.

Zum Vergleich: Gasly fuhr lediglich zweimal in die Top 5, obwohl er dafür sogar elf Rennen Zeit hatte. Auch die Punkteausbeute spricht eine klare Sprache: Albon holte jetzt schon 58 Zähler für Red Bull, bei Gasly waren es bis zur Sommerpause nur 63. Albon tut das, was er tun soll. Er punktet regelmäßig für die Konstrukteurs-WM und hat im Qualifying in Japan gezeigt, dass er Verstappen an einem guten Tag sogar unter Druck setzen kann.

Bei Red Bull hat man sowieso kein Geheimnis daraus gemacht, dass Albon Favorit auf das zweite Cockpit 2020 ist. Spätestens nach Mexiko dürfte das intern nun auch in Stein gemeißelt sein. Helmut Marko hat uns bereits vor Wochen verraten, dass Mexiko möglicherweise die Deadline bei der Fahrerfrage für 2020 ist. "Nach Mexiko sollten wir wissen, was wir zu tun gedenken", kündigte er an.

2020 werden Red-Bull-Ansprüche steigen

Und diese Entscheidung kann angesichts der Ergebnisse nur Alexander Albon lauten. Offiziell waren außer ihm ja sowieso nur noch Gasly und Daniil Kwjat im Rennen. Gasly zeigt bei Toro Rosso zwar wieder stabilere Leistungen, doch es gibt keinen rationalen Grund, ihn jetzt wieder in den Red Bull zu setzen. Und Kwjat erteilte Marko bereits vor Wochen eine Absage.

Einige deutsche Fans hoffen vielleicht noch immer auf den Überraschungskandidaten Nico Hülkenberg. Doch das wird nicht passieren. Für eine externe Lösung gibt es keinen Grund. Red Bull hat genug talentierte Fahrer in den eigenen Rennen. Ob Albon - abgesehen von Verstappen - der talentierteste unter ihnen ist, da bin ich mir noch immer nicht sicher. Ich halte auch Kwjat und Gasly für schnell.


Fotostrecke: Red-Bull-Junioren in der Formel 1

Fakt ist aber auch, dass beide schon einmal ihre Chance bei Red Bull hatten und sie nicht genutzt haben. Albon hat sich bislang nichts zu Schulden kommen lassen. Ich bin jetzt sehr gespannt, ob das auch 2020 so bleibt. Denn dann werden auch die Ansprüche steigen. Will Red Bull im kommenden Jahr um die Weltmeisterschaft kämpfen, dann wird es nämlich nicht reichen, nur die Mindestergebnisse einzufahren.

Hier und da wird er einen Vettel und einen Hamilton auch einmal schlagen müssen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst einmal sind in dieser Saison noch drei Rennen zu fahren, und die offizielle Bestätigung durch Red Bull steht ja auch noch aus. Nach Mexiko dürfte das aber nur noch eine Frage von wenigen Wochen oder sogar Tagen sein.

Ihr
Ruben Zimmermann
Ruben Zimmermann

P.S.: "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat" fand jahrelang jeden Montag auf unseren Portalen Formel1.de und Motorsport-Total.com statt. 2019 ist sie umgezogen zu de.motorsport.com. Wen es dieses mal getroffen hat, können Sie hier nachlesen!

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