• 26. März 2022 · 00:37 Uhr

Doch kein Boykott: Fahrer nehmen am Grand Prix von Saudi-Arabien teil

Nach einer langen Nacht in Dschidda gaben die Formel-1-Fahrer um 3:00 Uhr morgens Ortszeit bekannt, dass sie das Rennwochenende nicht boykottieren werden

(Motorsport-Total.com) - Die Formel-1-Fahrergewerkschaft GPDA hat in der Nacht von Freitag auf Samstag intensiv über einen möglichen Boykott des Grand Prix von Saudi-Arabien diskutiert, sich letztendlich aber dafür entschieden, das Rennwochenende trotz des Bombenanschlags auf eine nahe der Rennstrecke gelegene Aramco-Anlage zu bestreiten.

Foto zur News: Doch kein Boykott: Fahrer nehmen am Grand Prix von Saudi-Arabien teil

Stundenlang wurde in Dschidda auf eine Entscheidung gewartet Zoom Download

GPDA-Direktor George Russell wich der Frage, ob gefahren wird oder nicht, zunächst aus. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hingegen war der Erste, der mehreren Journalisten gegenüber bestätigte, dass das Rennen stattfinden wird ("We'll be racing"). Erst später sickerte nach und nach durch, dass angeblich auch alle Fahrer zugestimmt haben, am Grand Prix teilzunehmen.

Zunächst hatten Formel-1-CEO Stefano Domenicali und FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem am Freitagabend nach dem zweiten Training die vorläufige Entscheidung verkündet, das Rennwochenende fortzusetzen. Damit schien eine mögliche Absage bereits vom Tisch zu sein.

Doch die Entscheider hatten die Rechnung ohne die Fahrer gemacht. Die trafen zunächst um 22:00 Uhr Ortszeit zu ihrem regulären Fahrerbriefing zusammen, wie das immer am Freitagabend der Fall ist. Dass diesmal auch Teammanager und Formel-1-Chefs dabei waren, war aber ein Indiz dafür, dass es sich dabei nicht um ein normales Treffen handelte.

Dann verließen die Teamchefs den Raum, ehe Domenicali und Ross Brawn wenig später wieder hineingebeten wurden. Etwas mehr als eine Stunde später, es war bereits nach 1:00 Uhr Ortszeit, verließen Domenicali und Brawn das Meeting und die Fahrer waren wieder unter sich.

Um 1:20 Uhr wurden die Teamchefs hineingebeten. Eine halbe Stunde später marschierten sie wieder ab. Die Formel-1-Twitteria spekulierte da schon über eine Absage, und nicht wenige fühlten sich an Melbourne 2020 erinnert, als auch stundenlang diskutiert wurde, ehe das Rennen wegen des damals gerade ausbrechenden Coronavirus abgesagt werden musste.


Trotz Bomben auf Aramco: F1-Rennen findet statt!

Video wird geladen…

Das sportliche Geschehen rückt in den Hintergrund: In Dschidda gab es einen Raketenangriff gegen eine Aramco-Anlage, die im Paddock für Unruhe sorgt. Weitere Formel-1-Videos

Unter den Fahrern, so wird es berichtet, soll es mehrere gegeben haben, die sich mit der Idee, das Rennwochenende zu bestreiten, nicht anfreunden konnten. Die Verantwortlichen versuchten, sie mit Informationen über die Sicherheitslage zu überzeugen und von einem Boykott abzubringen.

Es war dann bereits weit nach 2:00 Uhr morgens, als sich das Fahrermeeting endgültig auflöste. Die meisten verließen den Raum durch den Hintereingang, um den vorn wartenden Journalisten aus dem Weg zu gehen.

George Russell hingegen kam gemeinsam mit McLaren-Teamchef Andreas Seidl durch den Haupteingang und machte sich anschließend auf den Weg in die Rennleitung.

Russell ist dieses Wochenende der einzige Direktor der Fahrergewerkschaft GPDA, der persönlich anwesend ist. Sebastian Vettel sitzt bekanntlich zu Hause in der Schweiz, und auch der Vorsitzende Alexander Wurz ist nicht vor Ort.

Andere hatten zu dem Zeitpunkt ihre Entscheidung, Saudi-Arabien aus Sicherheitsgründen zu verlassen, bereits getroffen. Zum Beispiel 'Sky'-Experte Ralf Schumacher, dem für seine Entscheidung seitens vieler Formel-1-Fans applaudiert wurde.

Fotos & Fotostrecken
Foto zur News: F1: Grand Prix von Spanien (Barcelona) 2024
F1: Grand Prix von Spanien (Barcelona) 2024
Technik
Foto zur News: F1: Grand Prix von Spanien (Barcelona) 2024
F1: Grand Prix von Spanien (Barcelona) 2024
Pre-Events

Foto zur News: Mick Schumacher testet den Mercedes W13
Mick Schumacher testet den Mercedes W13

Foto zur News: Die schrägsten Formel-1-Siegerpokale
Die schrägsten Formel-1-Siegerpokale

Foto zur News: 16 Formel-1-Rekorde, die (vermutlich) nie mehr gebrochen werden
16 Formel-1-Rekorde, die (vermutlich) nie mehr gebrochen werden
Folge Formel1.de
Videos
Foto zur News: Hätte McLaren Norris besser draußen gelassen?
Hätte McLaren Norris besser draußen gelassen?
Foto zur News: So wird die Formel 1 ab 2026!
So wird die Formel 1 ab 2026!

Foto zur News: Wird Ocons Dummheit zur Chance für Mick?
Wird Ocons Dummheit zur Chance für Mick?

Foto zur News: Würde Ferrari Hamilton am liebsten loswerden?
Würde Ferrari Hamilton am liebsten loswerden?
Formel-1-Quiz

In welchem Jahr fand der legendäre Grand Prix der USA statt, als von 22 Autos nur sechs an den Start gingen?

Top-Motorsport-News
Foto zur News: "Echter Kämpfer": Wie es dem schwer verletzten Grasser-Mechaniker geht
DTM - "Echter Kämpfer": Wie es dem schwer verletzten Grasser-Mechaniker geht

Foto zur News: 24h Le Mans 2024: Wieso bekam Ferrari für das 'Unsafe Release' keine Strafe?
WEC - 24h Le Mans 2024: Wieso bekam Ferrari für das 'Unsafe Release' keine Strafe?

Foto zur News: WRC Rallye Italien 2024: Ogier-Drama beschert Tänak ersten Saisonsieg
WRC - WRC Rallye Italien 2024: Ogier-Drama beschert Tänak ersten Saisonsieg

Foto zur News: Türkischer Sim-Racer Cem Bölükbasi bekommt Chance in der Formel 2
F2 - Türkischer Sim-Racer Cem Bölükbasi bekommt Chance in der Formel 2
Anzeige motor1.com