• 21. März 2022 · 07:40 Uhr

Trotz schlechtester Ferrari-Leistung: Carlos Sainz erhält neuen Vertrag

Mit der schlechtesten Leistung zum besten Ergebnis: So bilanziert Carlos Sainz den Saisonauftakt in Bahrain - Team bestätigt Einigung über neuen Vertrag

(Motorsport-Total.com) - Carlos Sainz und das Ferrari-Team werden ihren aktuell bis Ende 2022 laufenden Vertrag wohl vorzeitig verlängern. Das galt in der Formel 1 ohnehin als schlecht gehütetes Geheimnis, wurde aber nach Sainz' zweitem Platz beim Ferrari-Doppelsieg in Bahrain (Rennanalyse auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de) schon fast offiziell verkündet.

Carlos Sainz, Mattia Binotto

Carlos Sainz wird nach dem Rennen in Bahrain von Mattia Binotto getröstet Zoom Download

"Wir sind nah dran", sagt Sainz beim Ferrari-Medientermin nach dem Rennen. "Sehr nah. Sehr, sehr nah. Sehr nah. Extrem nah. Fast dort." Und Teamchef Mattia Binotto bemüht sich auch nicht mehr, die Spannung für die zu erwartende Pressemitteilung aufrechtzuerhalten: "Wir haben uns geeinigt. Es geht nur noch drum, das jetzt auch auf Papier zu bringen."

Dabei war Bahrain nicht der Saisonauftakt, den sich Sainz erhofft hatte. Zwar egalisierte er mit dem zweiten Platz sein bisher bestes Ergebnis in der Formel 1 (Monza 2020 auf McLaren und Monaco 2021 auf Ferrari), doch der Rückstand auf Teamkollege Charles Leclerc war das ganze Rennwochenende über größer als während der Saison 2021.

In den Freien Trainings sei er "so weit hinten wie noch nie während meiner Ferrari-Zeit" gewesen, meint Sainz selbstkritisch, "und das ist auch der Grund dafür, warum ich trotz des Doppelsiegs nicht ganz zufrieden sein kann. Es war mein bisher schwierigstes Wochenende, seit ich für Ferrari fahre, und das beweist, dass ich jetzt erstmal den Kopf senken und das Auto verstehen muss."

"Ich muss durchschauen, wo Charles mit seinem Fahrstil den Unterschied macht, wie er auf die Kurven zufährt und mit den Reifen umgeht, auch im Rennen. Denn ich muss besser werden, wenn ich gewinnen will. Kann ich schon bis zum nächsten Wochenende besser werden? Ich glaube schon. Kann ich das Defizit komplett wegmachen? Das ist eine sehr gute Frage."


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Es sei "offensichtlich", sagt Sainz, dass er in Bahrain "schwach" gewesen sei: "Ich bin nicht so gefahren, wie man mit diesem Set-up fahren muss. Charles hat das besser hingekriegt. Er war das ganze Wochenende schneller. Ich habe nur in Q2 und Q3 ein paar gute Runden hinbekommen. Aber sonst haben mir immer drei Zehntel gefehlt."

"Das ist ein Rückstand, wie ich ihn 2021 nie hatte. Da war ich nie drei Zehntel hinten. Das ist neu für mich. Ich muss jetzt erstmal rausfinden, wo diese drei, vier Zehntel herkommen, und wenn ich das weiß, dann muss ich das Auto genau nach meinem Geschmack abstimmen und lernen, wie ich es am besten fahre. Dann bin ich sicher, dass ich auch Rennen gewinnen kann."

Kurz vor seinem dritten Boxenstopp in Runde 44 hatte Sainz 17,9 Sekunden Rückstand auf Leclerc. Das entspricht durchschnittlich 0,4 Sekunden pro Runde. Sein Rückstand auf Verstappen betrug zu dem Zeitpunkt 12,9 Sekunden. Ohne Safety-Car-Phase und Red Bulls späte Technikprobleme wäre folgerichtig nicht mehr drin gewesen als Platz drei.

"Beim Neustart hatte ich eine gute Chance, denn ich kam hinter Charles und Max gut weg", erinnert sich Sainz. "Max hat sich aber gut verteidigt, muss ich sagen. Dann sah ich plötzlich die rote Heckleuchte blinken. Da sagte ich mir: 'Das ist jetzt meine Chance!' Und ich hab's riskiert. Sein Pech, denn er hätte eigentlich Zweiter werden sollen. Aber gut für Ferrari."

Verstappen aus eigener Kraft zu überholen, wäre "sehr schwierig" geworden, räumt der 27-jährige Spanier ein: "Vor Kurve 1 war ich ein paar Mal dran, aber sie scheinen einen sehr guten Topspeed zu haben. Es hat nie ganz gereicht. Er hat sich gut verteidigt, und dann war's auch einmal ziemlich knapp, weil die DRS-Zone ein paar Meter zu früh endete."

"Dann traten bei ihm die Probleme auf. So gesehen muss ich mich glücklich schätzen, dass ich ihn überholt habe und Zweiter geworden bin. Aber Max ist auch das ganze Wochenende sehr gut gefahren. Für ihn tut es mir leid. Andererseits muss man auch sagen: In Sachen Zuverlässigkeit haben wir sehr gute Arbeit geleistet, und darauf kommt's halt an."

"Ferrari", freut er sich, "ist zurück. Und zwar richtig, mit einem Doppelsieg. Da hätte das Team auch die vergangenen zwei Jahre stehen sollen. Jetzt lohnt sich die harte Arbeit. Für mich persönlich war es ein schwieriges Wochenende, da gibt's nichts zu beschönigen. Aber immerhin ist es mir gelungen, den Doppelsieg für das Team nach Hause zu bringen."

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