Steiner über Mick Schumacher: "Luft wird hier oben dünner"

Im ersten Formel-1-Rennen der neuen Saison in Bahrain verpasste Mick Schumacher knapp seine ersten WM-Punkte, weshalb er sich nach dem Rennen enttäuscht zeigt

von Kevin Hermann · 20.03.2022 20:03

(Motorsport-Total.com) - Haas-Pilot Mick Schumacher schrammte beim Formel-1-Saisonauftakt in Bahrain knapp an seinen ersten Formel-1-WM-Punkt mit Platz elf vorbei, während der Teamkollege Kevin Magnussen einen sensationellen fünften Platz einfahren konnte.

Mick Schumacher mit einen Verbremser während des Rennens in Bahrain

Nach dem Rennen zeigt sich der Deutsche sichtlich enttäuscht: "Schade, dass es nicht geklappt hat. Insgesamt war es ein schwieriger Tag, da wir mehr Pace hatten. Kevin hat aber einen Riesenjob gemacht und daher bin ich glücklich für das Team."

In der Startphase konnte sich Schumacher zuerst um zwei Positionen auf Platz zehn vorarbeiten, ehe er in Kurve fünf von Esteban Ocon umgedreht wurde. "Leider hatte ich den Kontakt in der ersten Runde, habe aber das Auto noch mit einem eleganten Dreher gerade bekommen. Aber die Reifen waren danach hinüber", so Schumacher.

Kein Groll gegen Ocon

Auf Übeltäter Ocon, der für sein Vergehen eine Fünf-Sekunden-Strafe beim ersten Boxenstopp absitzen musste, ist er aber nicht wütend. "In Runde eins geht es immer eng zu, da wir hier sind um zu racen", sagt Schumacher.

Zwar sei es eine unübliche Stelle zum Überholen gewesen, aber "so passieren ja die meisten Überholmanöver, wenn man sie eben nicht erwartet". Danach hat sich Schumacher auch einige Male verbremst, was die Reifen "eher quer als rund gemacht habe".

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Eine offensichtliche Beschädigung am VF-22 scheint nach dem Dreher nicht vorhanden gewesen zu sein, aber danach fühlte sich das Auto für Schumacher "nicht gut" an.

Zuversicht für kommende Rennen

"Kevin konnte Wahnsinnszeiten fahren, während ich das nicht konnte, daher muss ich verstehen, ob es an mir oder dem Auto lag", zeigt sich der Deutsche ratlos.

Trotzdem freut er sich für das gesamte Haas-Team: " Es ist unglaublich. Als ich gefahren bin, habe ich das ganze Team durchs Teamradio gehört. Das gibt mir das vertrauen, dass wir konstant in den Punkten sein können und dann hoffentlich mit beiden Autos."

Auf die kommenden Rennen blickt er zuversichtlich, da es "nicht zu schwierig sein sollte", die Probleme in den Griff zu kriegen. "Es gibt noch viel ungenutztes Potenzial im Auto", sagt der Haas-Fahrer, der hofft, demnächst auch in den Top-5 zu sein.

Ralf Schumacher: "Mick muss sich jetzt strecken"

Teamchef Günther Steiner zeigt Verständnis für die Performance von Schumacher: "Mit Mick war es knapp, er hatte am Anfang ein bisschen zu kämpfen. Er ist jetzt in einer guten Position, denn er kann jetzt analysieren und schauen was er besser machen kann und dann wird er mit Sicherheit auch in die Punkte fahren."

Gleichzeitig betont Steiner, dass "die Luft hier oben dünner wird", da der Deutsche nun ein konkurrenzfähiges Auto habe.

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Unterstützung bekommt Schumacher von seinen Onkel Ralf: "Die Situation mit Ocon war blöd, danach war das Auto sicherlich nicht mehr perfekt. Dann hatte er auch noch Pech mit der Safety-Car-Phase, da er nicht noch einmal stoppen konnte und somit nur noch Opfer war."

Die aktuelle Situation im Team hält der Sky-Experte für förderlich: "Mick muss sich jetzt ein bisschen strecken, aber das gehört dazu. Das ist genau das, was ein junger Fahrer braucht und woran er sich orientieren kann. Am Ende war es ein schlechtes Wochenende für ihn, aber er wird viel daraus lernen."