• 29. August 2021 · 20:00 Uhr

Hamilton kritisiert Formel-1-Rennleitung: "Geld regiert die Welt!"

Lewis Hamilton leidet mit den Fans, die im strömenden Regen ausharren mussten, und glaubt, dass die Rennleitung ihr Business auf dem Rücken der Fans durchzog

(Motorsport-Total.com) - So richtig freuen konnten sich die drei Fahrer auf dem Podest nach dem Großen Preis von Belgien nicht. Zwar wurden sie mit Siegerpokalen und Punkten für ihr Ergebnis geehrt, doch dafür konnten sie am heutigen Sonntag nichts. Zwei Runden hinter dem Safety-Car haben heute gelangt, um ein Ergebnis in den Büchern stehen zu haben.

Lewis Hamilton (Mercedes) im Regen von Spa-Francorchamps

Lewis Hamilton ist mit der Entscheidung der Rennleitung nicht glücklich Zoom Download

"Das tut mir wirklich für die Fans leid, auch wenn natürlich niemand dran schuld ist", sagt Lewis Hamilton, der mit seinem dritten Platz Boden auf WM-Konkurrent Max Verstappen verloren hat.

Denn die Fans mussten schon den ganzen Tag im strömenden Regen ausharren, nur um dann mehr als dreieinhalb Stunden lang keine Rennaction zu bekommen. Immer wieder wurde der Start nach hinten verschoben, bevor das Rennen erst eine Weile ausgesetzt und später komplett abgebrochen wurde.

Hamilton: Fans sollten Geld zurückbekommen

"Die Fans waren unglaublich, dass sie die ganze Zeit mit uns ausgeharrt und auf das mögliche Rennen gewartet haben", sagt der Brite. "Sie hatten trotzdem noch Energie und haben für Atmosphäre gesorgt. Aber sie wurden um das Rennen gebracht. Ich hoffe wirklich, dass sie heute ihr Geld zurückbekommen."

"Sie haben leider nicht das zu sehen bekommen, wofür sie hier waren und wofür sie bezahlt haben", sagt er weiter. Und dadurch, dass es ein offizielles Ergebnis gibt, ist auch ein Nachholtermin ausgeschlossen: "Schade, dass wir das Rennen nicht morgen fahren können."

"Ein großer Respekt an alle Fans, dass sie dageblieben sind", meint auch Rennsieger Max Verstappen. "Sie waren den ganzen Tag im Regen und in der Kälte. Sie sind die großen Gewinner heute."

Ob die durchnässten und durchgefrorenen Fans das auch so sehen, sei einmal dahingestellt, doch gerne hätte Verstappen ihnen heute ein Rennen geboten. Er denkt, dass man durchaus eine gute Chance gehabt hätte, wenn man das Rennen regulär um 15 Uhr gestartet hätte.

"Das heute war etwas anderes ..."

Der Niederländer, der ganz vorne die beste Sicht von allen hatte, hatte zwischenzeitlich als Einziger gesagt, dass er fahren möchte. "Die Bedingungen waren in Ordnung, aber die Sicht war halt sehr schlecht. Danach ist es aber einfach richtig nass geblieben und hat weiter geregnet."


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Hamilton sagt hingegen, dass er keine fünf Meter weit schauen konnte. "Das Auto vor dir ist einfach verschwunden. Auf den Geraden war es sehr schwierig zu wissen, wo überhaupt das blinkende Rücklicht ist. Du konntest nicht einmal Vollgas fahren, weil du nicht wusstest, auf welchen Teil der Strecke du fährst", so der Mercedes-Pilot. "Ich liebe es, im Regen zu fahren, aber das heute war etwas anderes."

"Es ist schade, weil ich natürlich fahren wollte. Ich denke, dass es ein tolles Rennen hätte werden können, wenn es nicht so stark geregnet hätte", sagt der Weltmeister. Verstappen konnte sich hingegen zumindest mit dem Erfolg trösten: "Es ist ein Sieg - aber nicht so, wie man gewinnen möchte", meint er.

Hamilton: Unmut über Rennleitung

Dass man überhaupt auf Biegen und Brechen einen Gewinner und ein Ergebnis haben wollte, stößt Hamilton dabei aber sauer auf: "Geld regiert die Welt", sagt er und ist überzeugt: "Die beiden Runden, dabei ging es nur ums Geld. Jetzt bekommen alle ihr Geld."

Hamilton kündigt aber an, dass über dieses Thema noch einmal gesprochen wird, denn der Sport habe heute "eine schlechte Entscheidung getroffen". Zwar betont Rennleiter Michael Masi, dass es bei dem Start nicht darum ging, ein Ergebnis zu bekommen, sondern um ein mögliches Wetterfenster auszunutzen, doch das glaubt Hamilton mit keiner Silbe.

"In der Zwischenzeit zwischen dem ersten Abbruch und dem zweiten Versuch hat es durchgehend geregnet. Es gibt also nur einen Grund, warum sie uns rausgeschickt haben", stellt er klar. "Darum fühle ich mich für die Fans nur noch mehr schlecht."

Nur einer hatte wirklich Grund zur Freude: George Russell konnte durch den Regen seinen zweiten Platz verteidigen und sein erstes Podium holen. "Das ist egal", sagt er über die Art und Weise. "Aber mir tut es für die Fans leid. Ihre Unterstützung war fantastisch. Schade, dass wir nicht fahren konnten. Für uns und das Team war es aber ein fantastisches Ergebnis."

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