• 30. März 2021 · 09:43 Uhr

Mercedes: Warum es für Valtteri Bottas keine alternative Strategie gab

Valtteri Bottas hadert nach dem Bahrain-Rennen mit seiner Strategie, doch laut Toto Wolff habe es keine andere Möglichkeit gegeben - Das ging beim Boxenstopp schief

(Motorsport-Total.com) - "Das war nicht mein Tag", sagt Valtteri Bottas und hadert mit seinem dritten Platz beim Großen Preis von Bahrain. Der Finne spielte beim Saisonauftakt der Formel 1 2021 wieder einmal die zweite Geige bei Mercedes und konnte nicht in den Spitzenkampf zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen eingreifen.

Sergio Perez, Valtteri Bottas

Valtteri Bottas hätte Red Bull eigentlich unter Druck setzen sollen Zoom Download

Ein verpatzter Boxenstopp hatte den Finnen wertvolle Sekunden gekostet. Doch dass man ihn überhaupt zu diesem Zeitpunkt schon zum Reifenwechsel geholt hatte, verwundert ihn: "Wir sind bei der Strategie defensiv gewesen und haben nicht attackiert. Das hat mich überrascht und ist auch nicht normal", sagt er.

Mercedes hatte Bottas schon nach 30 von 56 Runden zum zweiten Reifenwechsel an die Box geholt - zwei Runden nach Teamkollege Lewis Hamilton, der sich gegen einen möglichen Undercut von Verstappen schützen wollte. Zu dem Zeitpunkt hatte der Finne gerade einmal 14 Runden auf seinen harten Reifen absolviert. Mit seiner Strategie war Bottas im Nachhinein alles andere als glücklich.

Wolff: "Gab keine andere Option"

Doch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sagt: "Es war keine andere Strategie verfügbar." Bottas sollte seinerseits den Undercut gegen Verstappen versuchen, der viereinhalb Sekunden vor ihm lag. Zwar lag man so nicht in Reichweite für einen Undercut, doch bei Mercedes war man überzeugt, dass Red Bull nach dem Hamilton-Stopp noch nicht an die Box fahren würde.

"Wir wären vermutlich auch erfolgreich gewesen, aber hatten ein Problem mit dem Schlagschrauber vorne rechts." Dieser hatte sich nicht gut mit der Radmutter verbunden, sodass Bottas rund acht Sekunden verlor. "Das ist natürlich schwierig aufzuholen", weiß Bottas, der nicht mehr in den Kampf eingreifen konnte.

Wolff wüsste nicht, welche andere Strategie man hätte fahren sollen. "Ein Stopp war eindeutig nicht möglich. Der Medium wäre nicht bis zum Ende durchgekommen", sagt er. "Und der harte Reifen verlor im mittleren Stint an Performance. Es gab keine andere Option."

Verstappen locken oder Bottas vorbeibringen

Die andere Wahrheit: Mercedes hätte mit seinem zweiten Auto durchaus etwas riskieren können, denn von hinten drohte keine Gefahr. Lando Norris im McLaren lag zu dem Zeitpunkt des zweiten Stopps mehr als 20 Sekunden hinter Bottas. Am Rennende konnte man sich sogar noch einen Zusatzstopp leisten, um auf die schnellste Runde zu gehen.


#LetzteNacht LIVE: Gestohlener Verstappen-Sieg?

Video wird geladen…

#LetzteNacht LIVE: Gestohlener Verstappen-Sieg?

Wir erklären, warum der von der FIA angeordnete, rennentscheidende Platztausch zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton den Regeln entsprochen hat Weitere Formel-1-Videos

Doch bei Mercedes gibt man zu, dass man Bottas mit dem Duell zwischen Hamilton und Verstappen im Hinterkopf an die Box holte: "Die Intention war zu sehen, ob sie gegen Valtteri covern würden", sagt der leitende Ingenieur Andrew Shovlin. Denn Bottas war ohnehin garantierter Dritter und hatte nichts zu verlieren.

Wenn Red Bull und Verstappen ihren Stint verlängern, was sie im Endeffekt auch getan haben, dann hätte Bottas einen Undercut fahren können. Wenn sich Red Bull dagegen verteidigt hätte, dann wäre Hamilton Erster gewesen und hätte einen Verstappen hinter sich, dessen Reifen ein ähnliches Alter wie bei ihm gehabt hätten.

Wolff versteht Bottas-Ärger

"Aber das Problem beim Boxenstopp hat das zunichte gemacht, weil Valtteri nicht nah genug war, um Max unter Druck zu setzen", so Shovlin. Im Nachhinein hat Toto Wolff auch Verständnis für den Ärger Bottas': "Ich verstehe die Frustration im Auto, wenn du nur begrenzte Informationen hast und dann sagst: 'Ich denke, wir hätten etwas anderes machen können.'"


Fotostrecke: Sachir: Fahrernoten der Redaktion

Allerdings hatte sich Bottas sein Rennen zu Beginn auch selbst schwieriger gemacht. "Wir hätten uns gewünscht, dass er am Start keine Position [gegen Charles Leclerc] verloren hätte", sagt Wolff. "Dadurch konnte er die Lücke auf die beiden Jungs vorne nicht mehr zufahren." Das hätte ihm und dem Team im Kampf gegen Red Bull durchaus helfen können.

"Wir hatten heute einfach etwas Pech", sagt Bottas. "Aber wenn man uns bei den Wintertests gesagt hätte, dass wir zwei Autos in den Top 3 haben würden, eines das Rennen gewinnt und wir mehr Punkte als Red Bull holen würden, dann hätten wir das definitiv genommen."

Anzeige

Aktuelles Top-Video

Rosberg: Rücktritt war eigentlich später geplant!
Rosberg: Rücktritt war eigentlich später geplant!

Erst Hamilton geschlagen, fünf Tage später zurückgetreten: Das Ende von Nico...

Fotos & Fotostrecken

McLarens Vorgänger: Sonderlackierungen in der Formel 1
McLarens Vorgänger: Sonderlackierungen in der Formel 1
Gulf-Lackierung von McLaren für Monaco 2021
Gulf-Lackierung von McLaren für Monaco 2021

Alfa-Romeo-Test in Barcelona: Die Radkappen sind wieder da
Alfa-Romeo-Test in Barcelona: Die Radkappen sind wieder da

1950-2021: Ferrari-Farben im Wandel
1950-2021: Ferrari-Farben im Wandel

Barcelona: Fahrernoten der Redaktion
Barcelona: Fahrernoten der Redaktion
Formel1.de auf YouTube

Formel-1-Quiz

Wo bestritt der Tyrrell-Rennstallt 1998 sein letztes Formel-1-Rennen?

Top-Motorsport-News

Walkenhorst-Team zeigt Wittmanns BMW: "Marco ist eine absolute Rakete"
DTM - Walkenhorst-Team zeigt Wittmanns BMW: "Marco ist eine absolute Rakete"

WEC-Chefs: LMP2 wird definitiv nicht weiter eingebremst
WEC - WEC-Chefs: LMP2 wird definitiv nicht weiter eingebremst

M-Sport: Entscheidung über nächstes WRC-Modell noch offen
WRC - M-Sport: Entscheidung über nächstes WRC-Modell noch offen

Kaltlufteinbruch! VLN/NLS-Auftakt von Schnee bedroht
VLN - Kaltlufteinbruch! VLN/NLS-Auftakt von Schnee bedroht
Formel 1 App

Folge Formel1.de