• 13. Oktober 2019 · 10:20 Uhr

Verstappen nach Leclerc-Crash sauer: "Das war ganz dumm!"

Red-Bull-Pilot Max Verstappen muss den Grand Prix von Japan nach einer Kollision mit Ferrari-Fahrer Charles Leclerc aufgeben - Er sieht die Schuld beim Monegassen

(Motorsport-Total.com) - Alle Hoffnungen von Honda auf einen Sieg beim Heimrennen in Japan (Formel 1 2019 live im Ticker!) wurden bereits in der ersten Runde zerstört. Max Verstappen und Charles Leclerc gerieten in Kurve 2 aneinander, der Red-Bull-Pilot drehte sich nach einer Berührung ins Gras und musste das Rennen aufgrund des massiven Schadens am RB15 14 Runden später endgültig aufgeben. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen den Ferrari-Fahrer. Die FIA-Kommissare untersuchen den Vorfall.

Charles Leclerc, Max Verstappen

Wieder kracht es zwischen Verstappen & Leclerc: In Japan schon in Runde 1 Zoom Download

"Da haben wir einmal einen richtig guten Start", berichtet Verstappen nach seinem Ausfall im 'ORF' enttäuscht. Und dann das: "Ich blieb einfach auf der Außenseite und dachte, ich hätte die Kurve. Dann in Kurve 2 fuhr mir Charles einfach in die Seite." Er hätte in jener Situation nichts anders machen können, betont der Niederländer.

"Wir alle wissen, dass man hinter einem Auto Abtrieb verliert, das ist also keine Entschuldigung", greift er etwaigen Erklärungsversuchen Leclercs im Interview bei 'Sky' vor. Und tatsächlich beruft sich der Monegasse nach dem Rennen auf zu viel Untersteuern in der Passage: "Ich hatte Untersteuern hinter Seb und Lewis, dann haben wir uns berührt."

Er könne die Situation, ohne die Szene in der Wiederholung gesehen zu haben, nicht beurteilen. "Aber aus dem Auto heraus war das einfach eine knifflige Situation." Verstappen hingegen lässt nicht locker und bekräftigt seine Kritik: "Ich mag hartes Rennen, aber das war nicht hartes Rennen. Das war unverantwortliches Fahren."

Der Niederländer vermutet, dass Leclerc seinen schlechten Start kompensieren wollte. "Ich habe ihm Platz auf der Innenbahn gelassen und war vorn", verteidigt er sich. "Ich verstehe nicht, was er da gemacht hat. Natürlich verlierst du immer Abtrieb durch das Auto vorn, aber das hatte ich auch. Unverständlich, was da passiert ist."

Nachsatz: "Das war ganz dumm." Das Team bestätigt, dass der Wagen von Verstappen zu sehr beschädigt war, um das Rennen zu Ende zu fahren. Helmut Marko berichtet im 'ORF': "Leider war die Beschädigung so massiv, wir haben mehr als 100 Punkte Abtrieb verloren. Das hat keinen Sinn gemacht, da noch weiterzufahren."

Teamchef Christian Horner ergänzt: "Wir haben fast 25 Prozent an Abtrieb verloren am Auto. Wir haben dann entschieden, ihn reinzuholen, um die Komponenten zu schonen." Er meint, Verstappen hätte genügend Platz gelassen.

Marko sieht die Schuld ebenso klar bei Leclerc: "Das ist schon Ironie: Das war der beste Start der ganzen Saison. Und er war eine Wagenlänge vorn und der Leclerc ist ihm ganz klar ins Auto gefahren. So ein dummer Fehler kann einem Spitzenpiloten nicht passieren."

Wie sieht Ferrari die Situation? Teamchef Mattia Binotto bleibt im 'Sky'-Interview entspannt und meint vor der Urteilsverkündung: "Wir werden die Entscheidung den Kommissaren überlassen. Wir werden akzeptieren, was auch immer sie entscheiden."

Der Italiener betont: "Ehrlich gesagt ist es hier in Japan in den ersten Kurven sehr schwierig. Ich denke, Charles hat das nicht mit Absicht gemacht. Ich kann das aber nicht vollumfänglich beurteilen." Er kommt zu dem Fazit: "Da war einfach kein Platz für zwei Autos in dieser Kurve."

Leclerc weiß, dass die Geschehnisse in Runde 1 sein Rennen zerstört haben. Mit Rang sechs ist er keinesfalls zufrieden: "Das ist natürlich nicht das Ergebnis, das wir wollten. Das ist enttäuschend. Was die Strategie betrifft, hätten wir heute nichts besser machen können."

Verwunderlich für viele Zuschauer: Leclerc blieb trotz des beschädigten Frontflügels rundenlang vor Lewis Hamilton auf der Strecke. Erst als sich ein größeres Teil löste und den Mercedes dahinter traf - dabei wurde der Seitenspiegel weggerissen - holte Ferrari den Monegassen an die Box.

"Das geht gar nicht!", ist Mercedes-Teamchef Toto Wolff im 'ORF' verärgert darüber. "Da fliegen die Teile vom Auto weg. Die fahren mit 350 km/h die Gerade entlang. Ihn draußen zu lassen, ist eigentlich unverantwortlich."

"Das Abstruseste", so Marko, sei aber gewesen, dass die Rennleitung zunächst gar keine Untersuchung in dem Vorfall einleitete, sondern erst nach mehrfacher Wiederholung der Szene tätig wurde. "Ich verstehe es sowieso nicht, dass sie das nach dem Rennen untersuchen. Normalerweise bekommt man ganz schnell eine Strafe", stimmt Verstappen zu.

"Was soll er denn noch machen, um eine Strafe zu kriegen?", fragt sich der 21-Jährige und poltert: "Das ist lächerlich!" Er hätte sofort mit einer Bestrafung von Leclerc gerechnet. "Das ist lächerlich, dass das ohne Strafe einfach so passieren kann." Um 17 Uhr Ortszeit (10 Uhr deutscher Zeit) wurden beide Fahrer zu den Kommissaren gebeten.

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