• 30. August 2019 · 21:24 Uhr

Racing Point: Zweimal Feuer und trotzdem gute Laune

Racing Point beendet den Trainingstag zum Grand Prix von Belgien auf den Rängen fünf und acht - Dennoch haben Perez und Stroll heiße Zwischenfälle

(Motorsport-Total.com) - Racing-Point-Pilot Sergio Perez sorgt am Trainingsfreitag in Belgien für das vorzeitige Ende des zweiten Trainings. Der Mexikaner musste seinen RP19 aufgrund eines Motorschadens am Streckenrand abstellen. Da Perez mit der neuen Ausbaustufe des Mercedes-Motors unterwegs war, könnten nun Zweifel über die Zuverlässigkeit der anderen fünf Motoren aufkommen.

Sergio Perez

Perez musste seinen Boliden mit Motorschaden abstellen Zoom Download

Der Motorschaden wird jedenfalls für Bedenken beim deutschen Hersteller sorgen. Denn alle sechs Autos (beide Mercedes, Racing Point und Williams) wurden am Freitagmorgen mit dem Upgrade, der weiteren Ausbaustufe bestehend aus dem V6, dem Turbo und der MGU-H, versorgt.

Die Motorenschmiede in Brixworth wird den Schaden an Perez' Antrieb über Nacht genau untersuchen. Glücklicherweise hat Perez noch seinen alten Antrieb zur Verfügung, der eigentlich nur noch für Freitagstrainings genutzt werden sollte.

Neuer Frontflügel ein Fortschritt

Er kann auf diesen zurückgreifen, ohne eine Strafe in Belgien fürchten zu müssen. Allerdings wird er wohl spätestens am kommenden Wochenende in Italien zurückversetzt werden, sollte er einen neuen Spec-3-Antrieb erhalten. Das wäre seine insgesamt vierte Power Unit in dieser Saison.

Bitter: Perez lag im zweiten Freien Training vor seinem unfreiwilligen Stopp auf dem starken fünften Platz. "Ich ging vom Gas, da sah ich Rauch aus dem Auspuff aufsteigen und hörte Geräusche. Das sah also nicht gut aus", kommentiert er.

Trotz des wahrscheinlichen Verlusts des Motors ist Perez dennoch zuversichtlich, da die Performance des Autos auf der Ardennen-Bahn nach oben zeigte. Das Team hat an diesem Rennwochenende ein neues Update-Paket mit neuem Frontflügel am Start - dieser weist eine große Änderung auf: Die Nasenlöcher sind Geschichte.

Die Änderung scheint zu greifen, wie Perez bestätigt: "Ich denke, das hilft der Balance. Dennoch haben wir noch viel Arbeit vor uns. Schritt für Schritt werden wir besser. Es sieht vielversprechend aus für das Wochenende und wir können morgen stark sein, wenn alles passt."

Historisch betrachtet sei die längste Rennstrecke im aktuellen Kalender immer ein guter Boden für die Mannschaft gewesen, so Perez. Tatsächlich hätte das damalige Force-India-Team vor zehn Jahren an dieser Stelle fast den ersten Sieg eingefahren. Giancarlo Fisichella wurde nur von Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen geschlagen.

Zurück in der Gegenwart ist Perez nicht überrascht, dass er im Gesamtklassement am Freitag so weit vorn liegt. "Ich habe einen starken Rhythmus gehabt heute, das sah sehr solide aus." Mit einer Zeit von 1:45.117 Minuten reiht er sich auf Gesamtplatz fünf ein - vor Max Verstappen!

Stroll: "Das war einer der besseren Freitage"

Ob Perez dieses Ergebnis im Qualifying mit älterem Motor wiederholen kann, ist allerdings fraglich. Zumal Verstappen am Freitag ebenfalls mit Motorproblemen haderte. Racing-Point-Teamkollege Lance Stroll landet in der Gesamtwertung ebenso in den Top 10: Mit einer Runde in 1:45.732 Minuten wird er Achter.

Auch der Kanadier berichtete von einem Feuer in seinem Wagen, genauer gesagt unter seinem Sitz am Rücken. Da seien allerdings keine Flammen gewesen, stellt er später richtig. Er verspürte aber große Hitze: "Eine der FOM-Boxen ist genau hinterm Sitz. Die wurde ungewöhnlich heiß". Das Problem hatte nichts mit dem Motor zu tun.

Für das Aufrüsten auf die neue Mercedes-Spec wird er am Sonntag mit einer Grid-Strafe belegt, deshalb lag sein Fokus bereits am Freitag auf dem Longrun. "Das tut schon ein wenig weh, aber zumindest kann man hier überholen. Ich fühlte mich gut auf dem Longrun, daher macht mir die Strafe nichts."

Stroll ist erfreut: "Das war insgesamt einer der besseren Freitag in dieser Saison, sehr vielversprechend." Otmar Szafnauer ergänzt allerdings, dass man auf der Seite des Kanadiers ein paar "operative Probleme" hatte aufgrund von Sensor-Schwierigkeiten, weshalb er nicht so viele Runden fahren konnte (insgesamt 37).

Der Teamchef klärt außerdem auf: "Sergio musste am Ende das Auto abstellen. Was exakt passiert ist, wird noch untersucht, aber der Motor schaltete sich aufgrund des Verlusts von Öldruck ab." Zumindest mit der Balance und den Aero-Updates seien die Fahrer zufrieden gewesen.

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