• 01. September 2017 · 15:30 Uhr

Formel 1 Monza 2017: Lewis Hamilton vergibt Freitagsbestzeit

Lewis Hamilton ist der schnellste Mann beim Grand Prix von Italien, die Freitagsbestzeit sichert sich aber Valtteri Bottas - Sebastian Vettel in Schlagdistanz

(Motorsport-Total.com) - Valtteri Bottas sicherte sich die Bestzeit im Freitagstraining zum Grand Prix von Italien (Formel 1 2017 live im Ticker). Der Mercedes-Fahrer war im Autodromo Nazionale um 0,056 Sekunden schneller als sein Teamkollege Lewis Hamilton. Der vergab eine mögliche Bestzeit aber mit Fahrfehlern auf seinen beiden schnellsten Runden mit den Supersoft-Reifen.

Valtteri Bottas

Valtteri Bottas sicherte sich die Bestzeit im zweiten Freien Training in Monza Zoom Download

Als im Finish noch einmal die weichsten zur Verfügung stehenden Reifen aufgezogen wurden, verpatzte Hamilton zuerst seine erste, dann auch die zweite schnelle Runde mit kleinen Unaufmerksamkeiten. So hatte er keine Chance, die 1:21.406 Minuten von Bottas zu erreichen, obwohl er den Finnen bis dahin sicher im Griff hatte.

Weil Hamilton sein Potenzial im Gegensatz zum Freitagmorgen, als er die Ferraris noch um mehr als eine Sekunde distanziert hatte, nicht entfalten konnte, lagen die Top 4 letztendlich recht eng beisammen. Sebastian Vettel (3.) fehlten 0,140, Kimi Räikkönen (4.) 0,398 Sekunden auf die Bestzeit. "Wir brauchen eine bessere Balance. Es war nicht einfach", gibt Räikkönen zu.

Glatt lief es bei beiden Topteams nicht: Bei Hamilton wurde jedes Mal der Sitz heiß, wenn die Batterie auflud, bei Vettel traten auf der Bremse Vibrationen auf, und Räikkönen fuhr einmal wegen "schlechter Balance" ins Kiesbett und verlor ein kleines Bodywork-Teil. "Mercedes", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer, "scheint mir im Dauerlauf auch besser zu sein. Da ist der Unterschied sogar größer als auf eine Runde."

Vettel bleibt trotzdem entspannt: "Es sieht ganz gut aus, und in den Kurven kommen wir ganz gut voran", hält er fest, nicht ohne auch Kritikpunkte zu nennen: "In Monza ist wichtig, dass man Vertrauen ins Auto hat. Man fährt mit wenig Downforce. Das fehlt aber noch ein bisschen. Gerade auf der Bremse können wir uns noch ein bisschen steigern."

Red Bull spielt im Highspeed-Tempel in der Lombardei wie erwartet nur die dritte Geige. Max Verstappen (+1,003) und Daniel Ricciardo (+1,346), die mit Grid-Strafen vorbelastet ins Wochenende starten, sicherten sich aber die Positionen fünf und sechs. Verstappen klagte bei den Longrun-Tests über einen überhitzenden linken Hinterreifen. Und Ricciardos Vorsprung auf Stoffel Vandoorne (McLaren/7.) betrug nur 0,195 Sekunden.

Bei den Longruns war das Kräfteverhältnis ganz ähnlich. Während Mercedes mühelos 1:24er-Runden abspulte, tat sich Ferrari damit, die 1:25er-Barriere zu durchbrechen, schon etwas schwerer. Und Red Bull schwankte gar zwischen 1:25er- und 1:26er-Zeiten. Dabei sagt Ricciardo: "Mit Benzin fühlte sich das Auto ganz gut an. Die Longruns waren ganz klar unsere Priorität, und da sind wir nicht so schlecht aufgestellt."

Achter wurde Fernando Alonso (McLaren/+1,562), der wieder einmal einen seiner berühmten Funksprüche losließ: "No power!" Sein Renningenieur, der diese Ansage schon aus Spa kennt, stutzte ihn diesmal zurecht und gab eine konkrete Anweisung: "Standardeinstellung 0-5." Worauf Alonso antwortete: "Funktioniert nicht." Nur um dann doch auf der Strecke zu bleiben und einzusehen, dass das Problem auch vom Cockpit aus zu lösen war ...

Für den Titel "Best of the Rest" wäre programmgemäß nicht McLaren, sondern Force India vorgesehen gewesen. Doch während Esteban Ocon (+1,571) als Neunter zumindest in die Top 10 fuhr, kam Sergio Perez (+1,946) nicht über Rang 14 hinaus. Dazwischen klassierte sich Carlos Sainz (Toro Rosso/+1,744) auf P11, dessen Renault-Motor im zweiten Training nach 21 Runden den Geist aufgab.

Auch Kevin Magnussen (17./Haas/+2,244) blieb in der Ascari-Schikane stehen. Beim Herausbeschleunigen aus der zweiten Lesmo kam er ins Trudeln. "Radaufhängung gebrochen", funkte der Däne. Und weil sein Auto aus der Gefahrenposition geborgen werden musste, wurde die Session kurzzeitig mit dem virtuellen Safety-Car neutralisiert.

Nico Hülkenberg (12./Renault/+1,866) war am Freitagnachmittag nur um einen Hauch schneller als sein Teamkollege Jolyon Palmer (13./+1,911), steigerte sich damit aber im Vergleich zum Vormittag enorm. Pascal Wehrlein hingegen wird an diesem Wochenende kein Land sehen: Mit 3,889 Sekunden Rückstand (0,401 auf Teamkollege Marcus Ericsson) belegte er den 20. und letzten Platz.

Dass Wehrlein von Ericsson so klar geschlagen wurde, ist zu erklären: Der Schwede testete den Low-Downforce-Flügel speziell für Monza, der Deutsche ein konventionelles Modell. "Da sehen wir fast zehn km/h Unterschied im Topspeed", sagt Wehrlein, der morgen auch umrüsten wird. Aber generell erwartet er keine Wunderdinge: "Wir wussten vorher schon, dass uns diese Strecke nicht liegen wird. Mit dem Vorjahresmotor haben wir ein ziemlich großes Defizit."

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