• 23. Juni 2017 · 12:34 Uhr

Formel 1 Baku 2017: Red Bull überrascht im ersten Training

Damit hatte keiner gerechnet: Red Bull dominiert das erste Freie Training in Baku, und Geheimfavorit Sergio Perez crasht gleich mal in der engen Altstadt-Passage

(Motorsport-Total.com) - Für eine faustdicke Überraschung sorgte das Red-Bull-Team im ersten Freien Training zum Grand Prix von Aserbaidschan in Baku (Formel 1 2017 live im Ticker). Denn Max Verstappen (1:44.410 Minuten) und sein Teamkollege Daniel Ricciardo (+0,470) fuhren nicht nur nahezu gleich schnell wie die Freitagsbestzeit des Vorjahres, sondern distanzierten die komplette Konkurrenz.

Max Verstappen

Max Verstappen sicherte sich die Bestzeit im ersten Freien Training in Baku Zoom Download

Damit hätte auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke, wie Baku eine ist, kaum jemand gerechnet: "Ich hatte sie überhaupt nicht auf der Liste", gibt Formel-1-Experte Marc Surer zu. "Das passt einfach nicht, dass der Red Bull auf den Geraden zu den Schnellsten gehört." Aber der seit Montreal aktualisierte Renault-Antrieb scheint weniger Defizit zu haben als befürchtet, schließlich schaffte Toro Rosso mit 344 km/h sogar den besten gemessenen Topspeed des Vormittags.

"Es war eine sehr gute Session", sagt Teamchef Christian Horner. "Besonders Max machte einen sehr selbstsicheren Eindruck, auf einer anfangs sehr schmutzigen und rutschigen Strecke. Daniel hatte auf seiner schnellen Runde einen Windschatten von Alonso, der rund drei Zehntel wert war. Vielleicht werden das einige Teams probieren. Auch wenn ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit, damit auf die Nase zu fliegen, recht groß ist."

Ob Red Bull vielleicht mit weniger Benzin experimentiert hat als die favorisierten Teams Mercedes und Ferrari, ist nicht bekannt. Aber Verstappen und Ricciardo konnten nicht nur einmalig solche Zeiten raushämmern, sondern schafften gleich mehrere gute Rundenzeiten. Sebastian Vettel (Ferrari) auf Platz drei hatte schon stattliche 0,557 Sekunden Rückstand. Allerdings auch auf den etwas härteren Soft-Pirellis, was den Rückstand auf Red Bull (Supersoft) relativiert.

Vettel fuhr einmal in den Notausgang, konnte dabei aber eine Beschädigung verhindern. Für den ersten Crash sorgte ausgerechnet Sergio Perez. Ausgerechnet deshalb, weil der Force-India-Pilot vor einem Jahr in Baku der bisher letzte Fahrer war, der die Podiums-Dominanz von Mercedes, Ferrari und Red Bull in der Formel 1 durchbrochen hat. Perez rutschte in der engen Altstadt-Passage gut einen halben Meter zu weit nach außen und schlug in der an der Stelle vorstehenden Barriere ein.

"Wir sind optimistisch, dass wir das Auto für das zweite Training reparieren können", sagt Force-India-Betriebsdirektor Otmar Szafnauer. Weil das relativ stark beschädigte Auto (Radaufhängung rechts vorne und hinten kaputt) nicht einfach mit einem Kran ins nebenan stehende Schloss gehoben werden konnte, dauerte die Unterbrechung der Session rund eine Viertelstunde, ehe am Ende noch einmal für sechs Minuten freigegeben wurde.

Es blieb aber bei der Doppel-Bestzeit für Red Bull. Aus Sicht von Force India keine gute Nachricht: "Ich bin ein bisschen überrascht, wie stark die Red Bulls sind", sagt Szafnauer. "Williams ist den Supersoft noch nicht gefahren." Grundsätzlich sei die Session aber wenig aussagekräftig gewesen: "Nach FT2 werden wir schlauer sein", meint der Amerikaner und bleibt optimistisch: "Wenn wir uns gut qualifizieren, haben wir die Chance auf ein Podium."

Hinter Perez (4./+0,988) landeten die beiden Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton (+1,087) und Valtteri Bottas (+1,327) auf den Plätzen fünf und sechs. Bottas hatte einmal Glück, als er ähnlich unachtsam war wie Perez, dabei die Mauer aber nur mit dem rechten Hinterrad küsste. Esteban Ocon (Force India/+1,342) wurde Siebter und bestätigte damit, dass Baku eine Strecke ist, auf der sein Team zu den Podiumskandidaten gehört.

Kimi Räikkönen (9./Ferrari/+1,590) brachte im Finish keine schnelle Runde mehr zustande. Die beiden Toro Rossos verbesserten sich erst gegen Ende der Session mit zumindest einem Auto in die Top 10. Und Nico Hülkenberg tat sich zum Auftakt schwer: P14, 2,807 Sekunden Rückstand. Pascal Wehrlein (Sauber/+4,638) wurde Vorletzter, war aber immerhin um fast eine Sekunde schneller als sein Teamkollege Marcus Ericsson.

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