• 30. April 2017 · 23:37 Uhr

Massa wehrt sich gegen Vettel: "Er beschwert sich doch nie..."

Pech für Williams in Sotschi: Felipe Massa verlor durch zwei Reifenschäden den sechsten Platz und musste sich auch noch Vettels Stinkefinger gefallen lassen

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich wollte Williams-Pilot Felipe Massa in Sotschi Red Bull herausfordern, doch dann hatte der Routinier zwei Mal Rennpech: In Runde 41 fuhr er über Wrackteile, wodurch er einen zweiten Boxenstopp einlegen musste und so einen sicheren sechsten Platz verlor. Stattdessen wurde er am Ende Neunter. Und zu allem Überdruss stand er in der letzten Runde auch noch Sebastian Vettel im Kampf um den Sieg im Weg, der ihm daraufhin den Stinkefinger zeigte.

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Kurz vor dem Stinkefinger: Massa lässt Bottas vor, Vettel läuft auf Zoom Download

Doch Massa ist sich keiner Schuld bewusst, als er auf Vettels Boxenfunk-Beschwerde angesprochen wird. "Er beschwert sich doch nie, oder?", reagiert er mit Ironie. "Ich habe für ihn die innere Linie komplett freigelassen, bin in Kurve vier vom Gas gegangen, aber da wollte er nicht überholen. Er hatte offenbar Angst, innen durchzustechen. Gleich danach habe ich ihn vorbeigelassen." Auch die Kritik, er habe das Rennen mitentschieden, lässt er nicht gelten: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass er Vallteri in der letzten Runde ohnehin nicht mehr gepackt hätte. Aber er beschwert sich einfach gerne."

Dafür freut er sich für seinen ehemaligen Williams-Teamkollegen Bottas, der das Rennen für sich entschied. "Er verdient es wirklich", so Massa. "Ich finde, dass die Leute sein wahres Niveau nicht ganz erkennen. Ich habe sofort gesagt, dass er bei Mercedes gute Arbeit leisten wird. Und jetzt gewinnt er schon in seinem vierten Rennnen. Als Sieger ist man außerdem ein anderer Fahrer - er wird noch viel mehr erreichen."

Zwei Reifenschäden bei Massa: Technikchef Lowe misstrauisch

Er selbst wähnte Platz sechs hinter Red-Bull-Pilot Max Verstappen bereits in der Tasche. "Komplett, denn alles schien gelaufen. Ich war fast acht Sekunden vor Perez und hätte deutlich schneller fahren können, aber so ein Reifenschaden kann dir immer passieren. Das war einfach Pech", bilanziert der 36-Jährige. Verstappen zum Zeitpunkt der Panne bereits um über 30 Sekunden enteilt gewesen. Die starke Longrun-Form vom Freitag konnte Williams im Rennen nicht ganz bestätigen. Und am Ende reichte es auch nicht mehr, um Renault-Pilot Nico Hülkenberg noch zu überholen, der 4,6 Sekunden vor ihm ins Ziel kam.

"Das war sehr enttäuschend", findet auch Technikchef Paddy Lowe. "Wir waren heute wirklich in großartiger Form, um Punkte zu holen." Und er verrät, dass Massa sogar zwei Reifenschäden hatte. "Der erste war aber kein Problem, da er zu einem günstigen Zeitpunkt für eine Einstopp-Strategie aufgetreten ist. Er ist aber ein fantastisches Rennen gefahren."

Dass gleich zwei Reifenschäden in einem Rennen auftraten, gibt Lowe dem Technikchef zu denken: "Wir müssen uns die Gründe dafür ansehen, denn dahinter könnte mir stecken als reines Pech." Lance Stroll gelang es im Gegensatz zu Teamkollege Massa erneut nicht, in die Punkteränge zu fahren, dafür beendete er mit Platz elf seinen ersten Grand Prix. Am Ende fehlten 5,6 Sekunden auf den ersten Zähler seiner Karriere. Grund dafür war ein Dreher in der ersten Runde, für den er sich nach dem Ziel am Funk entschuldigte. "Sonst wäre er sich in den Punkten gewesen", ist Lowe überzeugt.

Stroll erstmals im Ziel: "Wohin fahre ich jetzt?"

"Das war so unglücklich", trauert der 18-Jährige dem Ergebnis nach. "Ich hatte einen wirklich guten Start und war glaube ich bereits Achter, aber dann wurde ich auf den Randstein gedrückt, wo es kaum Grip gab - und dann verlor ich das Auto. Durch den U-Turn überhitzten meine Reifen, und ich hatte wenig Grip." Dafür erhält der Kanadier Lob für seine Leistung. "Als es nötig war, fuhr er ein gutes Tempo, dann machte er durch die Stopps einen Platz gut, und am Ende ist es toll, dass er sein erstes Rennen beendet hat", sagt Lowe.


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Nach der ersten Zielankunft machte sich beim Youngster Verwirrung breit. "Wohin fahre ich jetzt? In die Box?", fragte er etwas unbeholfen über Boxenfunk nach. Die Antwort: "Negativ, du folgst einfach den anderen in den Parc Ferme und gehst dann zur Abwage." In der Konstrukteurs-WM liegt Williams nach vier Rennen mit 18 WM-Punkten auf dem fünften Platz. Bitter: Force India ist bereits um 13 Zähler enteilt, obwohl der VJM10 erst beim nächsten Rennen in Spanien ein umfangreiches Update erhält und man nach eigenen Angaben derzeit auf Schadensbegrenzung setzt.

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