• 25. Mai 2014 · 19:26 Uhr

Sauber: Zwei Fahrfehler auf Kosten der ersten Punkte

Adrian Sutil zeigte den Kollegen wieder, wie Überholen in Monaco geht, und Esteban Gutierrez war auf Punktekurs, aber am Ende gab es für Sauber eine Nullnummer

(Motorsport-Total.com) - Marussia jubelt über die ersten Punkte, Caterham war der Chance auf WM-Zähler noch nie so nah. Nur Sauber vergeigt die Gelegenheit, beim Grand Prix vom Monaco in die Top 10 zu fahren, komplett. Adrian Sutil erwischt es nach dem Tunnel und Esteban Gutierrez in der Rascasse - zwei Anfängerfehler bedeuten die dritte Nullnummer der Formel-1-Saison 2014 für das Team.

Adrian Sutil

Kein Licht am Ende des Tunnels: Adrian Sutil schied früh aus dem Rennen aus Zoom Download

Mit einer hohen Ausfallquote muss in Monaco stets gerechnet werden. Die Teams, die sich normalerweise am Ende des Feldes bewegen, können daher darauf hoffen, durch die Fehler ihrer schnelleren Kollegen nach vorne gespült zu werden. Zu diesen Teams gehört in diesem Jahr auch Sauber, und beschriebenes Szenario hätte auch eintreten können, hätte es die Vorfälle in Runde 23 und Runde 59 nicht gegeben.

"Sehr schade, dass mein Rennen so früh zu Ende war", sagt Sutil, dessen Grand Prix zunächst schwierig begonnen hatte: "Ich hatte einen guten Start, allerdings hat sich ein anderer Fahrer in Kurve 5 gedreht. Als ich einlenkte, standen plötzlich vor mir einige Autos. Ich habe meinen Frontflügel beschädigt und musste daraufhin an die Box fahren."

Sutil und seine Lieblingsstelle

Danach musste er das Feld von hinten aufrollen, was sich für den 31-Jährigen zunächst recht spaßig gestaltete, da die Loewe-Kurve schon im vergangenen Jahr zu seinem Spezialgebiet geworden ist. Dort hatte er 2013 beeindruckende Überholmanöver gegen Weltmeister wie Jenson Button und Fernando Alonso gezeigt und war (damals noch im Force India) bis auf Platz fünf vorgefahren. Auch in diesem Jahr klappte es an gleicher Stelle wieder, wenn auch nur gegen Marussias und Caterhams - und auch nur, bis ihm der Fahrfehler unterlief.

"Natürlich bin ich sehr enttäuscht, und es tut mir auch sehr leid für das gesamte Team."Adiran Sutil
"Leider habe ich Ausgang des Tunnels beim Anbremsen einen Fehler gemacht, das Heck brach aus und ich bin in die Leitplanke eingeschlagen. Natürlich bin ich sehr enttäuscht, und es tut mir auch sehr leid für das gesamte Team", so der demütige Sutil, für den es im Rennen bestimmt noch weiter nach vorne gegangen wäre.

Teamkollege Gutierrez erwischte es beinahe noch bitterer. Der Mexikaner war einer der lauernden Hinterherfahrer und fand sich trotz einer Fünf-Sekunden-Stop-&-Go-Strafe (weil er irrtümlich den frei gebliebenen Startplatz von Pastor Maldonado eingenommen hatte) im letzten Drittel des Rennens auf Rang acht wieder, bis er mit seinem Hinterreifen eine berühmte Streckenbegrenzung touchierte.

Gutierrez wie ein Anfänger

"Leider konnte ich das Rennen nicht zu Ende fahren", bedauert Gutierrez seinen Fahrfehler. "Es war womöglich der schmerzvollste Fehler im Laufe meiner bisherigen Karriere. Ich habe die Leitplanke eingangs der Rascasse berührt und mich im Anschluss gedreht. Das war das Ende meines Rennens."

Esteban Gutierrez

Für Esteban Gutierrez hätte es beim Monaco-GP vier Punkte geben können Zoom Download

"Heute hatten wir wirklich eine echte Chance, in die Punkte zu fahren", weiß auch der 22-Jährige. "Mein Start war gut, und ich war in der Lage, während der ersten Runden ein paar Positionen zu gewinnen. Ich hatte eine gute Ausgangsposition für unsere Rennstrategie. Während des Rennens musste ich auf die Reifen achten und zugleich angreifen, da hinter mir schnellere Autos aufliefen. Es ist natürlich sehr enttäuschend, was geschehen ist. Ich möchte mich bei jedem im Team entschuldigen, es haben heute alle einen großartigen Job gemacht."

Teamchefin Monisha Kaltenborn kann ihre Enttäuschung nicht verbergen: "Das war heute eine höchst unglückliche Art, sich aus diesem Rennen zu verabschieden. Wir hatten die Chance, einige Punkte einzufahren, und gehen dennoch mit leeren Händen nach Hause. Adrian und Esteban sind schnelle Zeiten gefahren und konnten gut mit der Konkurrenz mithalten, was zeigt, dass das Auto heute absolut wettbewerbsfähig war. Das ist eine Erkenntnis, die für die Mannschaft wichtig ist. Natürlich ist es besonders bedauerlich, wenn solche Chancen auf diese Weise vergeben werden."

Kaltenborn not amused

Im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' verrät sie, dass sie sich ihre Fahrer noch einmal zur Brust nehmen wird: "Adrian hat ein paar gute Manöver gezeigt und sogar Esteban konnte ordentlich mithalten. Das Rennen dann auf diese Art nicht zu beenden, ist wirklich sehr unglücklich. Wir werden das Rennen auf jeden Fall intensiv diskutieren müssen. Ich bin aber noch nicht allzu beunruhigt. Wenn es etwas Positives gibt, das wir aus diesem Wochenende ziehen können, dann ist es, dass wir bei der Analyse unseres Autos gesehen haben, dass es durchaus in der Lage ist, uns in eine Position zu bringen, in der wir Punkte sammeln können."

Auch Chefingenieur Giampaolo Dall'Ara klammert sich an die positiven Erkenntnisse: "Das war wieder einmal ein ereignisreiches Rennen, so wie es hier in Monaco nicht unüblich ist. Natürlich ist das Resultat für unser Team sehr enttäuschend, zumal wir heute sehr konkurrenzfähig waren. Wir waren in der Lage, die Pace einiger unserer Konkurrenten mitzugehen, was sehr positiv war."

Die Enttäuschungen von Monte Carlo fasst er noch einmal zusammen: "Wir hatten heute definitiv die Chance, Punkte einzufahren, bevor es zu diesen Zwischenfällen kam. Adrian hatte seinen Frontflügel bereits in Runde eins beschädigt, was eine Folge des Unfalls von Sergio Perez war. Wir haben dann Adrians Strategie umgestellt, was zuerst gut funktionierte. Anstatt einen langen ersten Stint auf den weichen Reifen zu fahren, schickten wir ihn nach dem Boxenstopp in Runde eins mit superweichen Reifen auf die Strecke. Aber dann kam der Unfall eingangs Hafenschikane."

Und das war noch nicht das Ende des Leids: "Esteban startete aus einer nicht korrekten Startposition, anschließend lief es nach Plan", so Dall'Ara. "Doch dann touchierte er die Leitplanken. Wir hatten heute die Chance, Punkte einzufahren, deshalb war das besonders enttäuschend. Positiv ist, dass wir absolut konkurrenzfähig waren. Darauf müssen wir aufbauen."

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