• 08. Dezember 2011 · 10:17 Uhr

Aufatmen in Austin: Zehnjahres-Vertrag fixiert

Bernie Ecclestone bestätigt den Zehnjahres-Vertrag mit dem Circuit of The Americas: Wieso Betreiber Bobby Epstein umstritten ist und wie es nun in Austin weitergeht

(Motorsport-Total.com) - Gestern Mittwoch war für den Grand Prix der USA in Austin der Tag der Entscheidung. Trotz vertraglicher Probleme konnte das nötige Geld für die Austragung des Rennens in der Saison 2012 aufgetrieben und an Formel-1-Boss Bernie Ecclestone überwiesen werden. Somit wurde das Rennen bei der Weltrats-Sitzung in Delhi wenige Minuten später in den Kalender aufgenommen.

David Coulthard

Trotz vieler Hindernisse taucht Austin nun tatsächlich auf der Formel-1-Landkarte auf Zoom Download

"Ja, es wird dort ein Rennen geben", bestätigt Ecclestone gegenüber 'The Statesman', dass der Grand Prix der USA für 2012 wieder auf Schiene ist. "Wir hoffen, dass dies für die kommenden zehn Jahre gilt." Der Formel-1-Boss hatte ursprünglich mit Promoter Tavo Hellmund einen Vertrag gemacht. Darin versprach dieser, dass der Bundesstaat Texas für die vom Briten verlangten 25 Millionen Dollar (umgerechnet 18,4 Millionen Euro) aufkommt. Dieses Versprechen wurde allerdings nie eingehalten, der Vertrag von Ecclestone gekündigt.

Lob und Kritik für CoTA-Betreiber Epstein

Später versuchten die Betreiber des Circuit of The Americas um Bobby Epstein, Ecclestone die Bedingungen für einen neuen Vertrag zu diktieren, was beim 81-Jährigen bekanntlich gar nicht gut ankommt. Doch Red McCombs, Geschäftsführer der Investment-Firma McCombs Enterprises und Mitgründer des Formel-1-Projektes, lobt nun Epstein: "Ich möchte ihm danken, weil er uns über die Ziellinie gebracht hat. Bobbys Beharrlichkeit und sein Führungsstil haben das Projekt trotz unfairer und nicht fundierter Kritik auf Kurs gehalten."

"Herr Ecclestone ist ein meisterhafter Verhandler."Bobby Epstein
Kritik, die von Ecclestone selbst stammte. Epstein hatte nach dem Vertragsbruch Hellmunds angeboten, die 25 Millionen Dollar selbst aufzutreiben - laut dem Formel-1-Boss ein Schachzug, um Hellmund loszuwerden. Einiges deutet darauf hin, dass der Brite von Epstein daher mehr Geld als die 25 Millionen Dollar verlangte. "Wir wissen, dass das die Leute sind, die Tavo eigentlich finanzieren hätten sollen", spielte Ecclestone auf Epstein & Co. an. "Aber wir wissen ja, wie das gelaufen ist, und daher schätzen wir sie nicht als so zuverlässig ein, wie sie sein sollten."

Epstein entschuldigt sich bei Bauarbeitern

Jetzt, wo alles unter Dach und Fach ist, äußert sich Epstein selbst zum Deal mit Ecclestone, über dessen finanzielle Details Stillschweigen bewahrt wurde. "Herr Ecclestone ist ein meisterhafter Verhandler", so der Betreiber des Circuit of The Americas gegenüber dem 'American-Statesman'. "Ich bin froh, dass wir rechtzeitig für 2012 einen von beiden Seiten akzeptierten Vertrag abgeschlossen haben."

"Wir haben hunderten hart arbeitenden Familien die Thanksgiving-Ferien kaputtgemacht."Bobby Epstein
Damit steht der Wiederaufnahme der Bauarbeiten nach drei Wochen Pause nichts mehr im Wege. "Ich bin froh, dass wir nun vor Weihnachten wieder in Schuss kommen, nachdem wir hunderten hart arbeitenden Familien die Thanksgiving-Ferien kaputtgemacht haben", zeigt Epstein Reue. Innerhalb der kommenden zehn Tage soll auf dem Circuit of The Americas wieder gearbeitet werden, 300 bis 400 Arbeiter sind am Bau beteiligt.

Wird der Kurs rechtzeitig fertig?

Epstein verrät, dass der Bundesstaat Texas auch in den aktuellen Vertrag mit einbezogen wurde, allerdings auf einer anderen Basis als bei Vorgänger Hellmund. "In Anbetracht der Schwierigkeiten durch die vorangegangenen Abmachungen, scheint für mich ein System angebracht, wo der Staat für Leistung und nicht für Versprechungen zahlt. Dadurch kann die Veranstaltung stattfinden und wenn das Potenzial ausgelotet wird, dann kann es das Wagnis wert sein."

"Unsere Baufirma sagt, dass es sich ausgeht."Bobby Epstein
Der Betreiber setzt auf Risikostreuung und möchte neben der Formel 1 auch andere Rennen in Austin austragen, darunter die MotoGP und die australischen V8-Supercars. Für beide Serien gibt es bereits gültige Verträge ab 2013. Zunächst steht aber der Countdown für das Formel-1-Comeback in den USA im Vordergrund: "Wir müssen jetzt alles zum Laufen bringen", weiß Epstein, der zuversichtlich ist, dass bis zum 18. November 2012 alles bereit sein wird. "Unsere Baufirma sagt, dass es sich ausgeht. Wir haben uns auf solche Dinge vorbereitet."

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