• 06. Juli 2022 · 18:27 Uhr

Initiative von Hamilton und Mercedes verteilt erste Förderungen

Mit mehr als einer halben Million Pfund unterstützt die Ignite-Partnerschaft von Lewis Hamilton und Mercedes zwei erste Projekte, mehr sollen folgen

(Motorsport-Total.com) - Vor einem Jahr gaben Lewis Hamilton und Mercedes bekannt, sich im Rahmen einer Initiative namens Ignite gemeinsam für mehr Vielfalt und Inklusion im Motorsport einzusetzen. Nun hat die Partnerschaft ihre ersten Zuschüsse veröffentlicht.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton treibt sein Engagement für mehr Inklusion weiter voran Zoom Download

Die Empfänger sind Motorsport UK und die Royal Academy of Engineering, die mehr als 500.000 Pfund für ihre Projekte erhalten werden. Das Programm von Motorsport UK zielt darauf ab, die Beteiligung von Frauen im Breiten-Motorsport über die FIA-Initiative "Girls on Track" zu erhöhen, die seit 2016 läuft.

Der Fokus liegt nun auf der "Entwicklung neuer Partnerschaften, um mehr Gemeinden mit hohem Anteil an einkommensschwachen und ethnischen Minderheiten zu erreichen".

Das Programm der Royal Academy of Engineering unterstützt Stipendien für schwarze Studenten auf Master-Ebene im Motorsport und wird in den Studienjahren 2023-24 und 2024-25 mindestens zehn Kandidaten fördern, wobei jedes Jahr fünf Kandidaten aus dem vergangenen Jahr des Studiums ausgewählt werden.

Hamilton: Jüngste Ereignisse als Ansporn

"Seit dem Start von Ignite hat sich hinter den Kulissen viel getan, und ich freue mich, dass Mercedes und ich auf diese Weise unser Engagement für eine vielfältigere Branche weiter unter Beweis stellen können", kommentiert Hamilton seine Initiative.

Die Auswahl erklärt er so: "Wir haben uns für diese Förderungen entschieden, weil sie sich auf die Unterstützung von Personen aus zwei wichtigen und unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen konzentrieren und uns unserem Ziel näher bringen, die Zahl der Frauen und schwarzen Talente im Sport zu erhöhen."

Dabei machte der siebenmalige Formel-1-Weltmeister deutlich, dass die ersten Förderungen nur der Anfang eines langfristigen Programms seien, und verwies in dem Zusammenhang auch auf die jüngsten Kontroversen um Nelson Piquet und Jüri Vips.


Fotostrecke: Interview Lewis Hamilton: "Immer als Außenseiter gefühlt"

"Die Ereignisse dieser Woche haben uns gezeigt, warum es weiterhin dringend notwendig ist, auf eine bessere Vertretung in unserer Branche zu drängen. Wir müssen uns mehr denn je darauf konzentrieren, wie wir den Motorsport zum Besseren verändern können, und dies ist ein spannender nächster Schritt."

Toto Wolff betont: "Diese Förderungen zeigen das breite Spektrum an Möglichkeiten, die einen sinnvollen Beitrag zum Gesamtziel der Partnerschaft leisten können."

"Von inspirierenden Motorsportveranstaltungen und -erlebnissen, die Tausenden von Mädchen und jungen Frauen in Großbritannien die Möglichkeiten des Motorsports aufzeigen, bis hin zur akademischen Unterstützung einiger der klügsten und besten dunkelhäutigen Ingenieurstudenten des Landes", so Wolff.

Mercedes zieht mit Hamilton an einem Strang

Auf die Frage, ob in der Formel 1 - auch angesichts der jüngsten Vorfälle - mehr gegen Rassismus getan werden muss, sagt er: "Ich glaube, diese archaischen Stimmen sind nicht das, was die Formel 1 repräsentiert und sollten auch nicht für die Formel 1 sprechen. Wir müssen hier noch vielfältiger werden und das tun wir."

Und zwar mit klaren Zielvorgaben. "Wir versuchen, in den nächsten fünf Jahren mindestens 25 Prozent aller unserer Neuzugänge aus einem unterrepräsentierten Background anzuheuern. Sei es nicht mehr aus der hohen Einkommensklasse oder einer anderen Religion, Kultur, Hautfarbe", erklärt der Teamchef.

Genau das ist auch Hamilton wichtig, denn bei der Förderung allein soll es nicht bleiben. "Es ist nicht nur das. Sobald sie ihren Abschluss gemacht haben, soll es weitergehen, entweder bei uns im Team, aber auch innerhalb des Sports allgemein", betont er.

"Wir leben in einer Zeit, in der viele Leute ihre Unterstützung signalisieren, aber das sind oft nur Lippenbekenntnisse. Uns geht es tatsächlich um Taten. Wir lassen unserem Geld auch Taten folgen. Also ja, ich bin wirklich stolz. Aber wir müssen alle an Bord holen, um etwas zu verändern, denn wir können es nicht allein schaffen."

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