• 14. Januar 2026 · 15:14 Uhr

Toto Wolff: Wer wird nach Christian Horner der nötige "Arsch"?

Auch wenn es in den vergangenen Jahren immer wieder große Streitigkeiten zwischen beiden gab, findet es Toto Wolff seltsam, dass Christian Horner weg ist

(Motorsport-Total.com) - "Ich hatte eine schöne Saison", lacht Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Denn sein einstiger Intimfeind Christian Horner musste im vergangenen Sommer seine Koffer bei Red Bull packen und war fortan kein Teil des Formel-1-Fahrerlagers mehr. Wolffs Worte zum Abschied: "Nerviger Arsch. In den letzten zwölf Jahren gibt es nicht viele gute Momente, an die ich mich erinnern kann."

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Ob Toto Wolff noch oft an Christian Horner denkt? Zoom Download

Doch der Österreicher betont, dass er diese Aussagen nur als Spaß verstanden haben möchte. Denn: "Selbst dein größter Feind ist auch dein bester Freund", betont er.

Wolff und Horner - da sind in den vergangenen Jahren Gegensätze aufeinandergeprallt. Denn Mercedes gegen Red Bull - das war ein Dauerbrenner. 2025 war die erste Saison seit 2009, in der keines dieser beiden Teams den Titel in der Königsklasse geholt hat. Dementsprechend oft kam es zu Reibereien, gipfelnd im erbitterten WM-Kampf 2021 zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton.

"Seine Erfolgsbilanz ist richtig gut", muss Wolff in Richtung Horner zugeben. Denn nach vier WM-Titeln mit Sebastian Vettel von 2010 bis 2013 kam ab 2021 die Ära von Max Verstappen. Dazwischen holte Mercedes mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg sieben Titel in Folge.


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"Er hat also ganz klar vieles richtig gemacht. Innerhalb des Teams wurde er in Milton Keynes bis zu einem gewissen Grad respektiert", so Wolff.

"Aber wir hatten eben oft nicht die gleiche Meinung oder Perspektive", gibt er zu und meint, dass beide "einfach völlig unterschiedliche Menschen" seien.

Daher würde der Mercedes-Motorsportchef sagen, dass Horner in all den Jahren "ein wunderbarer Feind" gewesen war. Der fehlt jetzt.

Aber fehlt er auch ihm? "Es ist schon seltsam, hierherzukommen und zu wissen, dass Christian nicht mehr da sein wird", gibt Wolff zu. "Und dann hast du plötzlich den Pragmatismus von Laurent Mekies. Auf einmal kannst du Gespräche über die langfristige Zukunft führen. Aber Christian war eine der großen Persönlichkeiten dieses Sports."

Der Sport braucht Bösewichte

Und die brauche es - im Guten wie im Schlechten. "Jeder Film braucht die Guten, die Bösen und die Hässlichen. Jetzt ist der Böse weg, es sind nur noch Fred (Vasseur, Ferrari-Teamchef; Anm. d. Red.) und ich übrig", lacht Wolff.

"Früher hatten wir diese riesigen Charaktere, und ich hoffe, dass einige der neuen Teamchefs in diese Rollen hineinwachsen - aber auf authentische Weise, denn das kann man nicht faken. Und Christian war einer dieser Protagonisten. Er war direkt, er war kontrovers, er war ein Arsch - und er hat diese Rolle auch geliebt."


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Das war auch in der Netflix-Dokumentation "Drive to Survive" ersichtlich, in der Horner in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle gespielt hatte. Durch seinen Abgang geht der Serie nun ein bisschen was verloren, glaubt der frühere Red-Bull-Pilot David Coulthard, der auch unter Horner im Team gefahren war.

"Fred und Toto sind befreundet. Zak (Brown, McLaren-Geschäftsführer; Anm. d. Red.) und die anderen kommen ebenfalls gut miteinander aus. Aus ihrer Sicht haben sie den Bösewicht unter den Teamchefs verloren", sagt er. "Und ein Teil der Netflix-Show lebt davon, diese Charaktere und Persönlichkeiten zu schaffen."

"Niemand will zwei Boxer sehen, die sich im Ring an den Händen halten, sich küssen und umarmen. Darum geht es im Kampf nicht", so der Schotte.

Wer wird Horners Nachfolger als Bad Boy?

Aber: Im Grunde ist im Leben fast jeder ersetzbar - auch wenn man es vielleicht nicht glauben mag. "Viele Leute dachten, McLaren würde ohne Ron Dennis nicht funktionieren. Er war eine große Persönlichkeit", sagt Coulthard. Doch 2025 gingen beide Titel an McLaren, die wieder zurück in der Erfolgsspur sind. "Nichts hängt von einer einzelnen Person ab", weiß er.


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Gesucht wird also der neue Bad Boy der Formel 1. "Du brauchst einen Arsch", weiß Wolff. "Die Leute müssen jemanden haben, den sie hassen können. Also wer wird das jetzt sein?"

Vielleicht Wolff selbst? "Ich bin zumindest der Letzte, der noch übrig ist", lacht er. "Aber wenn du der letzte Überlebende bist, dann wirst du am nächsten Tag selbst erschossen. Du musst also vorsichtig sein."

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