• 30. November 2025 · 10:35 Uhr

Brundle über Hamilton: Hat den gleichen Fehler gemacht wie Vettel

Lewis Hamilton steckt bei Ferrari tief in der Krise - Experten sehen strukturelle Probleme, fehlende Vertraute und einen gefährlichen Abwärtstrend

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton erlebt in Katar eines seiner schwärzesten Wochenenden seiner bisherigen Ferrari-Zeit. Erst fliegt er im Sprint-Qualifying in Q1 raus, dann wiederholt sich das Debakel nur einen Tag später im regulären Qualifying. Der siebenmalige Weltmeister wirkt hinterher ungewohnt leer. Die Interviews wirken resigniert, die Antworten bleiben kurz, die Körpersprache spricht Bände.

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Lewis Hamilton wirkt zunehmend resigniert bei Ferrari Zoom Download

Saisonal betrachtet passt das ins Bild: Hamilton liegt im Durchschnitt über 0,2 Sekunden hinter Charles Leclerc - mehr Rückstand als sein Vorgänger Carlos Sainz, der zwischen 2021 und 2024 lediglich eine Zehntel verlor. Und die Resultate sind entsprechend mager: Hamilton wartet weiterhin auf sein erstes Ferrari-Podium in einem Grand Prix, das Highlight bleibt der Sprint-Sieg in China ganz zu Saisonbeginn.

Doch was läuft so grundlegend schief? Hamilton kam nach Maranello, um Geschichte zu schreiben - und steckt nun in einer Spirale, die eher an das schwierige Ferrari-Kapitel von Sebastian Vettel erinnert als an Michael Schumacher.

Brundle: Hamilton hätte Mercedes-Personal mitnehmen müssen

Martin Brundle analysiert den Ferrari-Wechsel des Briten bei Sky. "Es ist wahrscheinlich schwieriger, als Lewis gehofft oder gedacht hat", sagt Brundle. Der Brite habe bei Ferrari eine Mission gehabt: "Er wollte dorthin gehen und ein Michael Schumacher werden."

Doch Brundle erinnert daran, dass Schumacher nicht allein kam. "Michael ging mit Ross Brawn, Jean Todt, Stefano Domenicali und der ganzen Brillanz des damaligen Ferrari-Teams - und selbst dann brauchte es Jahre." Hamilton dagegen kam praktisch im Alleingang nach Maranello, ohne seine vertrautesten Mercedes-Stützen. Und das sieht Brundle als Kardinalfehler. Einen Fehler, den schon Sebastian Vettel 2015 machte, der ebenfalls keine Leute von Red Bull zu Ferrari brachte.

"Ich glaube, Lewis hätte mehr Leute um sich herum gebraucht", sagt er. Hamilton sei bei Mercedes so tief eingebettet gewesen, dass er viele unterstützende Strukturen gar nicht bewusst wahrgenommen habe. "Er hatte wahrscheinlich hundert kleine Dinge jeden Tag um sich, ohne sie zu bemerken - Infrastruktur, Fokus, Feinheiten. Es wäre großartig gewesen, wenn Bono und ein paar andere mitgegangen wären."

Chadwick: Noch nicht zu spät für einen Turnaround

Jamie Chadwick, dreifache W-Serie-Meisterin, pflichtet Brundle bei. Lewis Hamilton habe das fahrerische Potenzial unverändert, betont sie. Doch die Arbeitsumgebung passe nicht. "Er kann es immer noch. Aber über die ganze Saison hat es nicht funktioniert, es hat nicht geklickt."


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Sie spricht offen über die kulturelle Umstellung, die Hamilton unterschätzt haben könnte. Ferrari funktioniere anders, die Arbeitskultur sei einzigartig - und das könne einen Fahrer trotz Talent und Erfahrung aus dem Rhythmus bringen. "Es war eine riesige Anpassung, besonders in einem Team wie Ferrari."

Chadwick glaubt dennoch an die Möglichkeit eines Turnarounds: "Wenn die Performance da ist, kann er eine neue Energie finden. Unter den richtigen Bedingungen zweifle ich nicht an seiner Leistungsfähigkeit."

Danner: "Hamilton wird auf Granit beißen"

Auch Christian Danner sieht die Lage kritisch. Er will zwar kein Pauschalurteil fällen, sagt gegenüber dem Express aber trotzdem: "Ich bin sicher nicht in der Position, Lewis Hamilton zu sagen, wie er seine Zukunft gestalten soll. Aber eines ist klar: Er war Letzter im Qualifying, weil er in einer schwierigen Situation viele Fehler gemacht hat."

Danner spricht von einem "Reset", den Hamilton dringend brauche. Ferrari funktioniere nun einmal nicht wie Mercedes oder McLaren, betont er. "Damit muss er klarkommen. Er wird das System Ferrari nicht umkrempeln können." Nur ein Fahrer habe das jemals geschafft - Michael Schumacher. Und selbst Schumacher nur deshalb, weil er Ross Brawn und Rory Byrne von Benetton mitbrachte.

Die Beispiele Vettel, Alonso und Prost zeigen laut Danner, wie hart Ferrari sein kann. "Hamilton wird da auf Granit beißen." Dennoch traut er Hamilton zu, sich 2026 mit den neuen Regeln noch einmal neu zu erfinden: "Ich denke, er probiert es nächstes Jahr erneut - mit einem ganz neuen Auto."

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