Erklärt: Warum die Pirelli-Reifen in Zandvoort ein spezielles Logo tragen
Was Formel-1-Reifenlieferant Pirelli in Zandvoort und Monza feiert und wie sehr die italienische Marke die WM-Geschichte mitgeprägt hat
(Motorsport-Total.com) - Beim Formel-1-"Restart" nach der Sommerpause in Zandvoort sind die Reifen aller Teams mit einem speziellen Logo versehen: Neben dem üblichen Schriftzug von Reifenhersteller Pirelli ist auf der Reifenflanke noch "500 GP" zu lesen.
Das ist kein Zufall: Beim Niederlande-Grand-Prix 2025 nimmt Formel-1-Ausrüster Pirelli nach eigenen Angaben zum 500. Mal an einem WM-Rennen teil. Pirelli hat also rund 44 Prozent aller bisher ausgetragenen Formel-1-Grands-Prix seit 1950 bestritten.
Damit ist Pirelli die Nummer eins unter allen Formel-1-Reifenlieferanten. Gemessen an Formel-1-Siegen ist Pirelli nur die Nummer zwei hinter Goodyear - wird seinen US-Konkurrenten jedoch in der Saison 2026 vom Thron stoßen. (Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!)
Pirelli war schon 1950 in der Formel 1 vertreten
Schon bei der WM-Premiere der Formel 1 1950 in Silverstone war Pirelli dabei - und siegreich: Alfa Romeo erzielte auf Pirelli-Reifen einen Dreifacherfolg durch Giuseppe Farina, Luigi Fagioli und Reg Parnell.
Pirelli war jedoch nicht durchgängig in der Formel 1 aktiv: Nach der Saison 1958 zog sich das italienische Unternehmen mit Sitz in Mailand für einige Jahrzehnte zurück. 1981 erfolgte das Formel-1-Comeback. Nach 1991 verabschiedete sich Pirelli erneut.
Seit 2011 ist Pirelli alleiniger Ausrüster aller Formel-1-Teams und stellt als solcher Einheitsreifen bereit: sogenannte Slicks für trockene Bedingungen, Intermediates für eine feuchte Strecke und Regenreifen für extreme Nässe auf der Fahrbahn. Die Trockenreifen werden in unterschiedlichen Härtegraden angeboten - an jedem Wochenende gibt es eine weiche (Soft), mittlere (Medium) und harte Mischung (Hard).
Doch nicht nur in Zandvoort wird gefeiert: Auch beim Pirelli-Heimrennen eine Woche später in Monza - unweit der Konzernzentrale - sind einige Aktivitäten geplant: Fahrer, Teamvertreter sowie Funktionäre von Formel 1, Automobil-Weltverband (FIA) und Pirelli sollen am Sonntag vor dem Rennstart zu einem gemeinsamen Jubiläumsfoto zusammenkommen. Pirelli ist Titelsponsor der Veranstaltung.
Schwarzes Gold: Alle Reifenhersteller der F1
In der Geschichte der Formel 1 engagierten sich neun verschiedene Reifenhersteller: Zwei davon hatten oder haben ihren Ursprung in Großbritannien, zwei in den USA und jeweils einer in Deutschland, Japan, Belgien, Frankreich und Italien. Hochzeiten des später als "Reifenkrieg" bezeichneten Szenarios mit mehreren Zulieferern zum gleichen Zeitpunkt sind die Jahre 1954 und 1958, als sechs verschiedene Firmen ihre Produkte ins Rollen bringen. 1950 beginnt alles mit vier Marken... Fotostrecke
Der italienische Reifenhersteller ist einer von insgesamt neun Ausrüstern, die seit 1950 in der Formel 1 vertreten waren. Ebenfalls schon 1950 vertreten waren auch Dunlop, Englebert und Firestone. Später kamen Avon und Continental dazu. Goodyear gab 1964 sein Debüt in der Weltmeisterschaft. 1976 und 1977 folgten Bridgestone und Michelin.
Von 2007 bis 2010 war Bridgestone der alleinige Ausrüster aller Teams. Davor hatten sich meist mehrere Hersteller einen "Reifenkrieg" geliefert, zuletzt Bridgestone und Michelin in der Saison 2006.
Berühmt ist aber vor allem der USA-Grand-Prix 2005 in Indianapolis, weil dort nach Reifenproblemen nur die sechs Bridgestone-Autos fuhren und alle Michelin-Teams aus Sicherheitsgründen auf eine Rennteilnahme verzichteten.