Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 16.04.2018, 04:36

Chefredakteur Christian Nimmervoll über die Kritik an Max Verstappen nach dem Rennen in Schanghai und welche Gefahr diese für seine weitere Karriere birgt
Helmut Marko, Max Verstappen

Max Verstappen: War Schanghai ein wichtiger Punkt in seiner Karriere?

Liebe Leser,

eigentlich widerstrebt es mir, Max Verstappen für seine Vorstellung beim Grand Prix von China schlecht schlafen zu lassen. Es stimmt schon, er hätte das Rennen in Schanghai eigentlich gewinnen müssen. Und er hat es selbst weggeworfen. Aber das Bashing so mancher Experten finde ich ehrlich gesagt übertrieben. Auch wenn die Kritik natürlich nicht völlig aus der Luft gegriffen ist.

Das Problem ist, dass Schanghai nicht aus dem Nichts passiert ist, sondern Verstappen quasi schon "unter Bewährung" fuhr. Nach der Kollision mit Lewis Hamilton in Bahrain schaute ihm die Welt besonders genau auf die Finger, und als er sich nach dem Safety-Car mit den frischeren Reifen anschickte, den Weltmeister im Mercedes zu jagen, warteten in Wahrheit viele nur darauf, dass es kracht.

Viele sagen jetzt: Warum hat Verstappen nicht bis zur langen Gerade gewartet, wo er mit DRS gemütlich an Hamilton vorbeifahren hätte können? Eine berechtigte Frage. Es in Kurve 7 außen zu probieren, wie er es getan hat, gegen einen viermaligen Weltmeister in einem Mercedes, das ist kühn.

Aber zu Verstappens Ehrenrettung sei gesagt: Zumindest aus seiner Onboard-Perspektive sah es für einen Sekundenbruchteil so aus, als hätte Hamilton in der Kurve nach rechts gezuckt und ihn mit diesem Zucken abgedrängt oder zumindest irritiert. Kein grob unfaires Verhalten, dem man groß auf den Zahn fühlen müsste. Aber doch genug, um Verstappen in Schutz zu nehmen. Die Sache hätte auch gutgehen können.

Bei der Aktion mit Sebastian Vettel ein paar Runden später sieht das schon anders aus. Dieser Blackout ist nicht zu verteidigen. Aber das weiß Verstappen auch.

So wird das unter Männern geregelt!

Warum Vettel auf den Abschuss so gelassen reagiert hat, ist mir übrigens immer noch ein Rätsel. Schon sein erster Funkspruch war ziemlich cool, und als er im Parc ferme auf Verstappen traf, flogen nicht die Fäuste, sondern es blieb bei einem freundschaftlichen Schulterklaps.

Wie bitte, Seb, echt jetzt? Ohne die Verstappen-Kollision hätte Vettel jetzt wahrscheinlich 62 Punkte statt 54, und Hamilton 43 statt 45. Macht für die WM zehn Punkte Unterschied. Dafür war seine Reaktion, vor allem gemessen an früheren Ausrastern, ziemlich gelassen. Das spricht für Vettels Selbstbewusstsein und Souveränität 2018. Sehr erwachsen.

Christian Horner, Helmut Marko, Sebastian Vettel

Keine vergiftete Stimmung: Dieses Foto wurde nach dem Rennen aufgenommen

Einer der Gründe dafür war, dass sich Verstappen sofort entschuldigt hat. Unter vier Augen, persönlich - so, wie Männer das eben regeln. Das hat Vettel imponiert. Und spricht für eine gute Kinderstube durch Papa Jos. Zumindest, was den Racing-Ethos angeht.

Doch Schanghai stellt für die weitere Karriere des 20-Jährigen auch ein gewisses Gefahrenpotenzial dar. Dann nämlich, wenn er auf die Experten hört. Alex Wurz zum Beispiel - ein Fachmann, den ich sehr schätze - ist sich sicher, dass Verstappen aus der jüngsten Kritik seine Lehren ziehen und daraus noch stärker hervorgehen wird. Dass er sich mit den Fehlern von Schanghai genau auseinandersetzen muss.

Bitte nicht auf die Experten hören, Max!

Dem ist nicht zu widersprechen. Aber Verstappens USP ist seine Aggressivität, und die darf er sich nicht wegen ein, zwei verpatzter Rennwochenenden nehmen lassen. Fatal wäre, wenn er jetzt schlecht schläft und stundenlang grübelt, wie er solche Situationen in Zukunft vermeiden kann. Denn an dem Punkt ersetzt der Verstand den Instinkt - und das hat noch keinen begnadeten Rennfahrer schneller gemacht.

Es ist jetzt die Aufgabe von Papa Jos und wahrscheinlich auch Helmut Marko, sich Verstappen zur Brust zu nehmen, ihm konkrete Hilfestellungen für solche Rennsituationen anzubieten ("In Zukunft verhältst du dich in Situation X besser so und in Situation Y besser so") - ihn aber gleichzeitig nicht so einzuschüchtern, dass er verunsichert sein Draufgängertum beiseiteschiebt und mehr nachdenkt als Gas gibt.

Vielleicht kann in Zukunft auch der Kommandostand helfen. Verstappen beim Anflug eines Duells wie jenem mit Hamilton funken: "Max, du bist viel schneller. Deine beste Chance ist DRS auf der langen Gerade. Warte zumindest einmal ab, ob das klappt - und wenn nicht, kannst du immer noch die Brechstange auspacken."

Mehr Hilfestellung am Boxenfunk?

Oder vor der Vettel-Situation, als schon am Beginn der langen Gerade klar war, dass ein Überholversuch nicht klappen kann: "Max, sei vorsichtig." Oder: "Max, du bist nahe genug dran, das könnte klappen."

Vielleicht geht das auch zu weit. Aber man sollte aus Red-Bull-Sicht darüber nachdenken. Erlaubt sind solche Funksprüche wieder. Wenngleich völlig klar sein muss: So etwas kann und soll immer nur Hilfestellung sein. Die Entscheidung des Fahrers im Cockpit muss immer Vorrang haben. Denn wenn der Fahrer seinen Instinkten nicht mehr vertraut, ist schon halb verloren.

Man vergisst immer, wie jung Verstappen noch ist. Gerade mal 20. In dem Alter ist Daniel Ricciardo noch in England Formel 3 gefahren. Der Australier, gestern großer Sieger (zurecht), war 22, als er 2011 in die Formel 1 kam. In dem Alter wird Verstappen schon seine fünfte Formel-1-Saison bestreiten!

Verstappen ist programmiert darauf, so zu fahren, wie er in Schanghai gefahren ist. Nicht taktisch zu warten, bis sich die beste Chance bietet, sondern sofort in jede Lücke zu stechen. Er überrascht damit seine Gegner, die so viel Aggressivität nicht gewohnt sind, und ist meistens erfolgreich. Manchmal geht's auch schief.

Killer-DNA wurde schon auf der Kartbahn eingeimpft

Aber dieses Verhalten abzulegen ist nicht einfach. Papa Jos hat Klein-Max schon auf der Kartbahn darauf getrimmt, immer Vollgas zu geben, jede Chance zu nutzen, mit der Aggressivität nicht nachzulassen. Nie. In diese DNA jetzt einzugreifen, selbst wenn es nur moderat ist, ist ein gefährliches Spiel.

Max Verstappen muss nach dem Rennen in Schanghai fast schlecht geschlafen haben. Jeder 20-Jährige würde das nach so einem Experten-Shitstorm tun. Er soll auch kurz darüber nachdenken, und wenn es dazu führt, dass er sich ein Manöver wie gegen Vettel in Zukunft zweimal überlegt, dann kann das für ihn nur gut sein.

Aber die Aktion gegen Hamilton, die soll er ruhig weiter probieren. Hätte auch gut gehen können.

Und sind wir mal ehrlich: Wir sollten froh sein, ein Naturereignis wie Verstappen in der Formel 1 zu haben, und ihn nicht dafür kritisieren, dass er ist, wie er eben ist ...

Wer sonst noch schlecht geschlafen hat:

Toto Wolff: Der Mercedes-Sportchef sagt selbst, dass er vor Bahrain mitten in der Nacht wach wurde, weil ihn die Getriebestrafe für Hamilton so beschäftigt hat. Jetzt haben die Silberpfeile erstmals in der Hybrid-Ära (seit 2014) drei Rennen hintereinander nicht gewonnen. Ob das noch mehr schlaflose Nächte gibt? Nur: Man sollte nicht den Fehler machen, Mercedes vorzeitig abzuschreiben. Das Auto hat Potenzial. Und 2017 kam Hamilton auch nicht sofort auf Touren.

Paddy Lowe: Ja, ich weiß schon, wie das mit Pressemitteilungen läuft. Das liest sich immer ein bisschen freundlicher als das, was die (Damen und) Herren wirklich gesagt haben (und eigentlich denken). Aber dem Williams-Technikchef ernsthaft in den Mund zu legen, er freue sich über das "fantastische Ergebnis", dass beide Williams auf P14/15 ins Ziel gekommen sind, spricht Bände über das, was aus Williams geworden ist. Einem hartgesottenen Racing-Fan wie mir kommen dabei fast die Tränen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Übrigens: Die Schwesternkolumne "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" kann jetzt auf unserem Schwesternportal de.motorsport.com nachgelesen werden. Mein Kollege Stefan Ehlen setzt sich darin mit der unglaublichen Geschichte von China-Sieger Daniel Ricciardo am vergangenen Wochenende auseinander.

Ihr
Christian Nimmervoll

PS: Folgen Sie mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_ChristianN!


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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon ..::Borni::.. » 16.04.2018, 07:24

Charlie Whiting sollte schlecht schlafen, hat er doch gestern unsportlichst in den Rennverlauf eingegriffen und Bottas und Vettel, die beide bis zu jenem Moment ein starkes Wochenende hatten und keine Fehler gemacht haben, um ihre Siegchancen beraubt. Auch wenn das Rennen bis dato nicht unbedingt spannend war, war dies eine ziemliche unsportliche Aktion. Das hätte man in jedem Fall anders Regeln können.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 16.04.2018, 08:35

..::Borni::.. hat geschrieben:Charlie Whiting sollte schlecht schlafen, hat er doch gestern unsportlichst in den Rennverlauf eingegriffen und Bottas und Vettel, die beide bis zu jenem Moment ein starkes Wochenende hatten und keine Fehler gemacht haben, um ihre Siegchancen beraubt. Auch wenn das Rennen bis dato nicht unbedingt spannend war, war dies eine ziemliche unsportliche Aktion. Das hätte man in jedem Fall anders Regeln können.


Im Rennen gestern meldet sich der Mario Bart der FIA und im Startpost hier meldet sich der Tom Gerhardt des Formel 1.de-Forums

Vettel hatten allen Grund dazu, den Verstappen für die Aktion eine runterzuhauen. Der wird sicherlich nicht gut geschlafen haben, die da teikweise angedichtet wird.

strenggenommen haben alle schlecht geschlafen, bis auf alonso und hülkenberg.

Da gibts nix schön zu reden.

btw. habe nicht das Rennen angesehen sondern die Zusammenfassung von offiziellen Youtube-Kanal der Formula 1 .

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon G.E. » 16.04.2018, 08:56

Schlecht geschlafen hat ausser Toto wohl niemand.

Ist ja ein Ding.
Drei Rennen und kein Sieg.
Aber was soll´s?
Darauf haben doch die meisten gewartet,dass Mercedes endlich von der Position des Dauersiegers weg kommt.

Alles andere war einfach nur nichts.
Rennunfälle, wie sie passieren können.
Platztausch durch Safetycar.
u.s.w.

Das nächste Mal profitiert wieder ein anderer durch das Safetycar.

Das macht den Ausgang eines Rennens wenigsten unvorhersehbar.
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon phenO » 16.04.2018, 09:05

Immer die gleichen Ausreden um Verstappen zu verteidigen... :facepalm:
Keep fighting Michael ; RIP Jules!

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon f1fan02 » 16.04.2018, 09:09

Redaktion hat geschrieben:Das Problem ist, dass Schanghai nicht aus dem Nichts passiert ist, sondern Verstappen quasi schon "unter Bewährung" fuhr. Nach der Kollision mit Lewis Hamilton in Bahrain schaute ihm die Welt besonders genau auf die Finger,


Ja was das Problem der sogenannten Experten ist. Verstappen fuhr nicht "unter Bewährung", denn er hat in Bahrain rein gar nichts falsch gemacht. Deshalb kann er auch nicht unter Bewährung fahren. Der Vorfall wurde noch nicht mal an die Kommissare zur Untersuchung weitergeleitet. Auch jene Forenexperten hier, die immer auf Verstappen drauf hauen, sollten zur Kenntnis nehmen, dass Verstappen in den seltensten Fällen, bei den Kollisionen und Zwischenfällen, in denen er verwickelt war, auch tatsächlich "Schuld" (nach Ansicht der Rennkommissare) hatte.

Dies war nun tatsächlich eine Kollision, die zu 100% auf seine Kappe geht. Das weiß er auch. Deshalb hat er sich auch entschuldigt. Ich kann mich erinnern, dass ein Viermaliger zu so einem Verhalten nicht fähig war, nachdem er einem anderen bewusst in die Karre gefahren ist (und der sollte ja laut Ansicht der hiesigen Forenexperten viel "reifer" sein).
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Technikbegeisterter » 16.04.2018, 09:25

..::Borni::.. hat geschrieben:Charlie Whiting sollte schlecht schlafen, hat er doch gestern unsportlichst in den Rennverlauf eingegriffen und Bottas und Vettel, die beide bis zu jenem Moment ein starkes Wochenende hatten und keine Fehler gemacht haben, um ihre Siegchancen beraubt. Auch wenn das Rennen bis dato nicht unbedingt spannend war, war dies eine ziemliche unsportliche Aktion. Das hätte man in jedem Fall anders Regeln können.


Ich hätte auch Whiting nominiert und hätte nicht damit gerechnet, dass es schon jemand vor mir getan hat :wink:
Wie ich schon im "SC-Verschwörungs"-Thread geschrieben habe, hat Whiting ja zugegeben das SC absichtlich zu diesem bestimmten Zeitpunkt auf die Strecke geschickt zu haben, sodass das SC sich direkt vor den Führenden setzten konnte, ohne Fahrer "durchwinken" zu müssen. Das "Durchwinken" hätte aber keine nennenswerten Nachteile gehabt und dafür einen enormen Mehrwert an sportlicher Fairness (welche ohnehin schon unter dem SC leidet) geboten.
Daher war Whitings Vorgehensweise kurzsichtig, in Anbetracht seiner Rechtfertigung, könnte man sogar von Unfähigkeit sprechen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Olfinger » 16.04.2018, 09:51

Ich finde nicht, dass Charlie Whiting keinen Fehler gemacht hat. Er hat das Safety Car auf die Strecke gebracht, als es für ihn als notwendig eingestuft wurde. Und da kann es jedem Rennen mal einen anderen Treffen, das ist purer Zufall, im ersten Rennen hatte Vettel Glück mit dem VSC und in China jetzt eben Pech, so ist das einfach manchmal. Abgesehen davon, wären Vettel und Bottas vermutlich so oder so nicht zum Stopp gekommen, weil ja alle dachten, dass der 2. Stopp die langsamere Variante ist. Hätten Ferrari und Mercedes, den 2. Stopp wirklich machen wollen, hätten sie ja zumindest Hamilton und Räikkönen reingeholt, was sie aber nicht getan haben. Also einfach Glück für Red Bull, dass sie mit ihrer Annahme goldrichtig lagen und Glückwünsch an den verdienten Rennsieg von Daniel Ricciardo.

Toto Wolff hat mit Sicherheit schlecht geschlafen, denn auch wenn die Saison noch lang ist und man noch nichts verschreien sollte, so zeichnet sich doch langsam die Tendenz ab, dass Mercedes dieses Jahr vielleicht (aus meiner Sicht auch hoffentlich) nicht Weltmeister wird. Die Strategiefehler häufen sich, das Auto kommt nie ins richtige Reifentemperaturfenster etc. immer scheint irgendwas schief zu laufen und so lässt sich keine Weltmeisterschaft gewinnen. Hinzu kommt, dass der vermeintliche Toppilot Lewis Hamilton bei den letzten beiden Rennen keinen Stich gegen Bottas gesetzt hat, weder im Qualifying noch im Rennen. Nur durch Glück hat Lewis noch mehr WM-Punkte auf dem Zettel, obwohl er in zwei von drei Rennen schlechter platziert war als Bottas. Mercedes hat ein hartes Stück arbeit vor sich, so viel steht fest.

Max Verstappen hat sicherlich schlecht geschlafen und ich bin wahrlich kein Fan von ihm, aber ich denke nachdem er in den ersten Jahren schon so viel Glück hatte und auch vieles für ihn lief, hat er jetzt halt mal ein Tief, aus dem er sicher bald wieder herauskommen wird. Alle Zwischenfälle mit ihm in dieser Saison waren nicht sonderlich glücklich, aber auch keine gefährlichen Manöver o.ä. also ist es halb so schlimm und er wird das wieder in den Griff kriegen.
Zuletzt geändert von Olfinger am 16.04.2018, 10:13, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Technikbegeisterter » 16.04.2018, 10:09

Olfinger hat geschrieben:Ich finde nicht, dass Charlie Whiting einen Fehler gemacht hat. Er hat das Safety Car auf die Strecke gebracht, als es für ihn als notwendig eingestuft wurde. Und da kann es jedem Rennen mal einen anderen Treffen, das ist purer Zufall, im ersten Rennen hatte Vettel Glück mit dem VSC und in China jetzt eben Pech, so ist das einach manchmal.


Das SC wurde 2 Runden nach dem Crash auf die Strecke geschickt und wie Whiting anschließend erklärte absichtlich zu genau diesem Zeitpunkt. Daher trifft deine Aussage in diesem Fall nicht zu. Wenn es einen Vorfall gegeben hätte, der ein unmittelbares SC ausgelöst hätte, hättest du natürlich Recht.

Die Strategen von Ferrari hätte ich auch gleich auf die Liste gesetzt, wobei ich kaum glaube dass die noch schlecht schlafen. Bei dem ganzen Schlafmangel, den die in den letzten Jahren angesammelt haben, werden die wohl einen Winterschlaf halten und sich im restlichen Jahr freuen, wenn ihre Rennstrategie einmal per Glück oder Zufall erfolgreich ist.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 16.04.2018, 10:20

Technikbegeisterter hat geschrieben:
Olfinger hat geschrieben:Ich finde nicht, dass Charlie Whiting einen Fehler gemacht hat. Er hat das Safety Car auf die Strecke gebracht, als es für ihn als notwendig eingestuft wurde. Und da kann es jedem Rennen mal einen anderen Treffen, das ist purer Zufall, im ersten Rennen hatte Vettel Glück mit dem VSC und in China jetzt eben Pech, so ist das einach manchmal.


Das SC wurde 2 Runden nach dem Crash auf die Strecke geschickt und wie Whiting anschließend erklärte absichtlich zu genau diesem Zeitpunkt. Daher trifft deine Aussage in diesem Fall nicht zu. Wenn es einen Vorfall gegeben hätte, der ein unmittelbares SC ausgelöst hätte, hättest du natürlich Recht.

Die Strategen von Ferrari hätte ich auch gleich auf die Liste gesetzt, wobei ich kaum glaube dass die noch schlecht schlafen. Bei dem ganzen Schlafmangel, den die in den letzten Jahren angesammelt haben, werden die wohl einen Winterschlaf halten und sich im restlichen Jahr freuen, wenn ihre Rennstrategie einmal per Glück oder Zufall erfolgreich ist.


die ersten beiden rennen war die Strategie nicht so doof wie alle denken und ich persönlich freie mich, dass es mittlerweile ein 3er-Battle in der KWM haben und das dass ist doch Motivation pur.

Und nach zwei runden ein SC raussenden und dann noch soooooo dilettantisch. Das hätte man auch wirklich eleganter lösen können

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon ..::Borni::.. » 16.04.2018, 10:35

Vor allem hat das VSC und SC Mercedes jetzt schon um zwei vermeintliche Siege gebracht. Es ist einfach ein riesiger Fail wenn man es so raus bringt wie in China. So bestraft man immer den führenden, quasi den Tüchtigen. Das ist grob unsportlich! Es hat nichts damit zu tun das es halt jeden mal erwischt wenn es so gehandhabt wird, sondern es trifft dann jedes mal den falschen, unabhängig davon wer es ist!

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon LoK-hellscream » 16.04.2018, 10:36

Technikbegeisterter hat geschrieben:Das SC wurde 2 Runden nach dem Crash auf die Strecke geschickt und wie Whiting anschließend erklärte absichtlich zu genau diesem Zeitpunkt. Daher trifft deine Aussage in diesem Fall nicht zu. Wenn es einen Vorfall gegeben hätte, der ein unmittelbares SC ausgelöst hätte, hättest du natürlich Recht.


Meiner Meinung nach war das auch ein kleiner Fehler von Whiting. Jedoch muss man sagen, dass trotzdem Red Bull das Glück des Tüchtigen hatte, weil sie so schnell beide Fahrer reingeholt und abgefertigt haben. Und ich glaube auch, dass in diesem Fall weder Ferrari noch Mercedes einen ihrer Fahrer an die Box geholt hätte, sonst hätten die das mit RAI und HAM gemacht. Somit kann man es drehen und wenden, wie man will, das Rennen wäre wohl auch nicht anders ausgegangen, wenn das SC etwas früher oder später ausgerückt wäre. :wink:

..::Borni::.. hat geschrieben:Vor allem hat das VSC und SC Mercedes jetzt schon um zwei vermeintliche Siege gebracht. Es ist einfach ein riesiger Fail wenn man es so raus bringt wie in China. So bestraft man immer den führenden, quasi den Tüchtigen. Das ist grob unsportlich! Es hat nichts damit zu tun das es halt jeden mal erwischt wenn es so gehandhabt wird, sondern es trifft dann jedes mal den falschen, unabhängig davon wer es ist!


Siehe oben. Mercedes und Ferrari haben durch RAI und HAM bewiesen, dass sie strategisch diese Option von Red Bull gar nicht in Betracht gezogen haben.

Dass es immer den Erstplatzierten etwas benachteiligt, wenn ein SC kommt, stimmt. Aber was wäre denn die Option? Ein VSC hilft nicht, wenn die Strecke von Trümmerteilen gereinigt werden muss, da hierfür die Fahrzeuge auf einem Haufen sein müssen, um die Sicherheit der Streckenposten auf der Strecke gewährleisten zu können.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon funky » 16.04.2018, 10:46

Toto hat wohl schlecht geschlafen. 3. Rennen und in Wahrheit hätte man alle drei gewinnen können/müssen. Australien war der Software-Fehler, Bahrain hätte man Bottas früher anweisen müssen Druck zu machen und gestern hatte man Pech mit dem SC. In Wahrheit ist Mercedes nicht so schlecht, wie es aussieht..

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon S3Turbo » 16.04.2018, 10:46

FRECHHEIT!

1. Bottas und Vettel wurden gezielt um den Sieg gebracht! Das SC erst 2 oder 3 Runden nach dem Unfall auf einmal kommen zu lassen und dann "ausgerechnet" wenn alle Mercedes und Ferrari vorbei sind und RB "zufällig" davon profitieren konnte. Entweder früher oder nach den RB denn es war ja nichts wildes was auf der Strecke lag!!

2. Max Verstappen. So dumm.. Wie kann man nur so dumm sein? Echt jetzt, das soll ein Talent sein?? Selbst mit seinen Jungen Jahren kann man das nicht entschuldigen. Er war so viel schneller als Vettel. Den hätte er auf der Geraden sowas von leicht kassiert, aber er schießt dem Vettel voll rein. Er könnte damit die WM entschieden haben, denn Vettel hat das mindestens 10WM Punkte gekostet, wenn nicht noch mehr..
Der Typ fährt jetzt schon seit glaub ich 3 oder 4 Jahren in der F1 und macht immer noch so dumme Fehler. Von einem Hamilton oder Vettel kennt man sowas nicht.

3. Die Strafe für Verstappen. 10 Sekunden drauf?! Wie bitte? Der schießt in jedem zweiten Rennen jemand ab und bekommt die mildeste Strafe??? 10 Sekunden Stop and Go wären wohl das mindeste gewesen wenn nicht gleich disqualifizieren weil er jemanden so unnötig abräumt und noch dazu den WM Führenden. Stellt euch mal vor Vettel verliert die WM um wenige Punkte die ihm hier weg genommen wurden und Hamilton wird wieder WM.. Der F1 würde eine neuer WM so gut tun...

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon FU Racing Team » 16.04.2018, 10:52

Olfinger hat geschrieben:Toto Wolff hat mit Sicherheit schlecht geschlafen, denn auch wenn die Saison noch lang ist und man noch nichts verschreien sollte, so zeichnet sich doch langsam die Tendenz ab, dass Mercedes dieses Jahr vielleicht (aus meiner Sicht auch hoffentlich) nicht Weltmeister wird. Die Strategiefehler häufen sich, das Auto kommt nie ins richtige Reifentemperaturfenster etc. immer scheint irgendwas schief zu laufen und so lässt sich keine Weltmeisterschaft gewinnen. Hinzu kommt, dass der vermeintliche Toppilot Lewis Hamilton bei den letzten beiden Rennen keinen Stich gegen Bottas gesetzt hat, weder im Qualifying noch im Rennen. Nur durch Glück hat Lewis noch mehr WM-Punkte auf dem Zettel, obwohl er in zwei von drei Rennen schlechter platziert war als Bottas. Mercedes hat ein hartes Stück arbeit vor sich, so viel steht fest.



Hast du Bahrain überhaupt gesehen oder irgendwas diesbezüglich aufm Schirm?
Ham ist wegen eines Getriebeschadens 5 Plätze nach hinten versetzt worden.
Im Rennen fuhr er stark und kam gerade mal 6 Sek. hinter Bottas ins Ziel.
Ich denke nicht, dass das eine schlechte Leistung war.
China wiederum war enttäuschend. Das kann er sich nicht dauerhaft leisten, sonst ist die WM futsch, da stimme ich zu!
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:


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