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| Geburtsort | Amagasaki (Japan) |
|---|---|
| Alter | 25 |
| Wohnort | Monte Carlo (Monaco) |
| Nationalität | Japan |
|---|---|
| Geburtstag | 13.09.1986 |
| Größe | 168 cm |
|---|---|
| Gewicht | 58 kg |
| Stärken | + kämpferischer Fahrstil + begeisterungsfähig und motiviert + unbekümmert |
| Schwächen | - hoher Reifenverschleiß - schwankende Leistungen |
| Familienstand | ledig (Freundin Yu Abiru) |
| Hobbies | Ferien machen und das Leben genießen |
| Lieblingsessen | Japanisches Essen ohne rohen Fisch |
| Lieblingsgetränk | Milchshakes |
| Lieblingsmusik | House |
| Internet |
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(Stand: 20. Februar 2012) Der 11. März 2011 war der finale Testtag vor der letztjährigen Formel-1-Saison. Am Tag des verheerenden Erdbebens und Tsunamis in seiner Heimat Japan saß Kamui Kobayashi in Barcelona zur abschließenden Rennsimulation im Auto. "Ich konnte das ganze Ausmaß dessen, was ich da hörte und sah, erst gar nicht glauben", erinnert er sich.
Als Neunjähriger hatte er schon das Kobe-Erdbeben miterlebt. Die Sorge um sein Land und ein tiefes Verantwortungsgefühl, nach Kräften helfen zu wollen, begleitete den 25-Jährigen durch seine gesamte zweite Formel-1-Saison. Der Grand Prix von Japan, vor dessen Start ein von Kobayashi eingeladener Mädchenchor aus Fukushima die Nationalhymne sang, wurde ein emotionaler Höhepunkt, herzzerreißend für Millionen von Fernsehzuschauern in aller Welt. "Ich wusste, dass mir die Formel 1 ermöglicht, Botschaften in die Welt zu senden", sagt der junge Japaner. Sie sind angekommen.
Er war 2011 nicht nur für sein Heimatland ein Hoffnungsträger. Er musste auch innerhalb des Teams in seiner erst zweiten kompletten Formel-1-Saison bereits eine Führungsrolle übernehmen. 2010 selbst noch der beste Rookie in der Formel 1, hatte er 2011 in Sergio Perez einen Neuling an seiner Seite. "Das war nicht immer einfach für mich", gibt Kobayashi zu, "zumal die Pirelli-Reifen sowohl für die Ingenieure als auch für mich neu waren. Ich habe viel gelernt und bin stärker geworden."
Etwas, was er bereits vorher überragend beherrschte, spielte 2011 plötzlich eine untergeordnete Rolle: Kobayashis umjubeltes Geschick beim Überholen. Die Erfindung des Drag-Reduction-Systems (DRS) sorgte für Positionswechsel noch und nöcher. Dank des klappbaren Heckflügels überholten jetzt auch diesbezüglich weniger Begabte. Kobayashi selbst würde derlei niemals zu seinen Gunsten erwähnen. "Das ist für alle gleich." Damit ist für ihn der Fall erledigt.
Für seinen Einsatz und seine Geradlinigkeit wird Kobayashi im Team geschätzt. Für seine muntere Leichtfüßigkeit wird er geradezu geliebt. Die Art, wie er sich an Kleinigkeiten erfreuen kann, zaubert auch den härtesten Jungs ein Lächeln ins Gesicht. Nie versäumt er es, bei der Ankunft an der Rennstrecke erst in die Garage und dann in die Küche zu laufen, um alle zu begrüßen.
Kobayashi schätzt vieles an der japanischen Küche, roher Fisch gehört jedoch definitiv nicht dazu. Er wuchs mit Sushi auf und kann es nicht leiden. Sein Vater betrieb ein Sushi-Restaurant in Amagasaki, westlich von Osaka. Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem großen Erdbeben von 1995 wurde ein Lieferservice daraus.
Weder die Eltern noch der ältere Bruder oder die jüngere Schwester teilten die Rennleidenschaft. Schon als Knirps lag Kamui Kobayashi seinem Vater mit dem Wunsch nach einem fahrbaren Untersatz in den Ohren. Als Neunjähriger war es soweit: Mit der vorübergehenden Unterstützung seines Vaters und von Yamaha begann er im japanischen Kartsport. Mit Siegen empfahl er sich für die Nachwuchsförderung von Toyota und gelangte nach Europa.
Als 17-Jähriger zog Kobayashi nach Italien, um dort 2004 die Formel Renault zu bestreiten. "Ich bekam ein Apartment und viel Hilfestellung von Toyota", erinnert er sich dankbar. Mit den Belangen des Alltags war er indes allein. Er sprach ausschließlich Japanisch, und so konnte er im Supermarkt Shampoo nicht von Geschirrspülmittel unterscheiden. "Jeder Tag war eine Herausforderung", erzählt er fröhlich. "Und die Italiener waren so ganz anders als die Japaner. Wir sind in mancher Hinsicht eher wie die Deutschen ? sehr pünktlich und sehr korrekt. Aber ich mochte die italienische Lebensart sofort." War da nicht auch Einsamkeit? "Es war schon manchmal hart, aber ich wusste ja, was ich wollte. Um Rennfahrer zu werden, war ich am richtigen Platz."
Der richtige Platz zählt auch heute noch mehr als ein permanentes Zuhause. Anscheinend mühelos ist Kobayashi ein Weltenbummler. 2011 besaß er monatelang gar keine Wohnung, sondern lebte aus Koffern. Mittlerweile hat er in Monaco Quartier bezogen. Aber ein Strand oder eine Stadt mit munterem Nachtleben irgendwo in der Welt können auch "richtige Plätze" sein. Kamui Kobayashi weiß das Reisen zu genießen. Eine Hommage an Japan begleitet ihn allerdings an der Rennstrecke: Die Farbe seines Helmes nimmt das Rot aus der Nationalflagge auf.
2005 gewann er sowohl die Italienische Formel Renault als auch den Eurocup der Serie. Beide Titel in einem Jahr hatte zuvor nur Felipe Massa geholt. Weiter ging es in die Formel-3-Euroserie und am Jahresende nach Macao: Auf dem extrem schwierigen Parcours holte er die Pole-Position. Er gewann auch das Qualifikationsrennen und eine gute Portion Selbstvertrauen. 2007 erreichte er mit einem Sieg im französischen Magny-Cours und weiteren Podestplätzen Rang vier in der Gesamtwertung der Formel-3-Euroserie und wurde befördert: Bereits Ende 2007 berief ihn Toyota zum Formel-1-Ersatzmann ab 2008.
Parallel bestritt Kobayashi 2008 und 2009 die GP2-Serien in Asien und Europa. In der europäischen GP2 gelang ihm früh ein erster Sieg. Im Winter 2008/09 gewann er überlegen den Titel in der GP2 Asia. Umso enttäuschter war er, als er 2009 in der GP2-Hauptserie nicht an diese Erfolge anknüpfen konnte. "Wenn ich in dieser Situation nicht die Chance erhalten hätte, für Timo Glock bei Toyota einzuspringen, wäre meine Karriere vielleicht zu Ende gewesen", sagt Kobayashi.
Er hatte sieben Monate nicht mehr in einem Formel-1-Rennwagen gesessen, als er am 2. Oktober 2009 zum Freien Training in Suzuka für Glock ins Toyota-Cockpit stieg. Zwei Wochen später bestritt er seinen ersten Grand Prix. Bei seinem Debüt in Interlagos verpasste er als Neunter im Rennen (Elfter im Qualifying) nur knapp die Punkteränge. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi startete er als Zwölfter, profilierte sich als bester Pilot mit einer Einstoppstrategie und holte drei Punkte für Platz sechs. In beiden Rennen fiel er durch Zweikampfstärke auf, in Abu Dhabi zudem durch sein Vermögen, eine Rennstrategie mit Kalkül umsetzen zu können. Peter Sauber hat einen guten Blick für aufstrebende Talente und griff zu. Der Rookie enttäuschte ihn 2010 nicht und sammelte trotz technisch bedingter Ausfälle 32 WM-Punkte.
2011 holte Kobayashi als Fünfter beim Grand Prix von Monaco das beste Saisonresultat des Teams. Zwei siebte Plätze fielen ebenfalls in die erste Saisonhälfte, auch noch sein bestes Qualifying-Ergebnis mit Rang acht. Dann wurde es etwas harzig. Nach einer technisch schwierigen Phase des Teams sorgte der Japaner beim Finale in Brasilien mit zwei WM-Punkten noch für einen positiven Abschluss. In Summe wurden es diesmal 30 Zähler und erneut Platz zwölf.
| Grandprix-Starts | 45 |
|---|
| Schnellste Rennrunde | 1 |
|---|---|
| Ausfälle | 12 |
| Gesammelte Punkte | 84 |
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