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| Geburtsort | Guadalajara (Mexiko) |
|---|---|
| Alter | 22 |
| Wohnort | Schindellegi (Schweiz) |
| Nationalität | Mexiko |
|---|---|
| Geburtstag | 26.01.1990 |
| Größe | 173 cm |
|---|---|
| Gewicht | 63 kg |
| Stärken | + reifenschonender Fahrstil + für sein Alter sehr reif |
| Schwächen | - schnelle Einzelrunde im Qualifying |
| Familienstand | ledig |
| Hobbies | Yoga |
| Lieblingsessen | Torta ahogada (mexikanisches Chili-Schweinefleisch-Sandwich), mexikanische Küche, Pasta |
| Lieblingsgetränk | Pina-Colada |
| Lieblingsmusik | Pop |
| Internet |
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(Stand: 20. Februar 2012) Seine Rookie-Saison hatte es in sich: Als Sergio Perez der erste mexikanische Formel-1-Pilot nach 30 Jahren wurde, stand die Nation auf und applaudierte. Zu Formel-1-Demofahrten Ende Februar 2011 in seiner Heimatstadt Guadalajara kamen über 150.000 Menschen. Der Erwartungsdruck in Mexiko war riesig. Der inzwischen 22-Jährige hielt ihm dennoch stand. Er fand sich zurecht in dem, was er "eine komplett neue Welt" nennt. Und er überwand Rückschläge.
In seinem allerersten Formel-1-Rennen, am 27. März 2011 in Melbourne, brachte er seinen Sauber-Ferrari C30 dank einer guten Teamstrategie und reifenschonender Fahrweise als Siebter ins Ziel. Wie gewonnen, so zerronnen: Beide Autos des Teams wurden aus der Wertung genommen, weil der Radius eines Heckflügelprofils nicht stimmte. In Monaco folgte der nächste Rückschlag: Zum ersten Mal hatte er den Sprung ins Top-10-Qualifying geschafft, als er ausgangs der schnellen Tunnelpassage die Kontrolle über das Auto verlor und brutal in die Leitplanken einschlug. Eine schwere Gehirnerschütterung, zwei Rennen Pause und drei weitere Grands Prix, in denen er sich noch nicht wieder "zu 100 Prozent fit fühlte" waren die Folgen.
Man sah es ihm nicht an. "Checo", wie man als Sergio in Mexiko zwangsläufig genannt wird, zeigte sein strahlendes Lächeln und weiterhin auch Zähne auf der Rennstrecke. Er biss sich durch seine turbulente Debütsaison. Noch zwei weitere Male (Budapest und Spa-Francorchamps) drang er im Qualifying zu den schnellsten Zehn vor. In den 17 Rennen, zu denen er startete, holte er fünfmal Punkte. Seine beste Platzierung wurde Rang sieben in Silverstone. Als sein bestes Rennen 2011 empfindet er indes seinen Einsatz in Japan. Zu diesem Zeitpunkt in der Saison war der C30 technisch unterlegen. Perez fuhr trotzdem die zweitschnellste Rennrunde und kam als Achter ins Ziel.
Perez' Geburtsort Guadalajara ist eine Millionenmetropole im Nordwesten Mexikos, zweitgrößte Stadt des riesigen Landes, berühmt für Musik und Tequila, genährt durch eine prosperierende Industrie. Vilsbiburg hingegen ist ein Ort mit 11.500 Einwohnern in der Nähe von Landshut im konservativen deutschen Bundesland Bayern. Eine Umsiedlung von A nach B wäre für jeden eine gewaltige Umstellung. Für einen allein auf sich gestellten 15-jährigen Mexikaner ist sie ein Schock. Perez hat ihn hinter sich. Er kämpfte sich durch: Der Junge war entschlossen, Formel-1-Rennfahrer zu werden.
Perez wuchs mit dem Thema Rennsport auf. Sein Vater Antonio war selbst Rennen gefahren und kümmerte sich um die Karriere des mexikanischen Fahrers Adrian Fernandez. Der erstgeborene Sohn, Sergios Bruder Antonio, ist NASCAR-Pilot. Sergio war sechs Jahre alt, als er erstmals mit seinem Vater und seinem Bruder zur Kartbahn durfte. "Und ab dann wollte ich in die Formel 1." Sein Vater erinnert sich stolz: "Es war oft nass, und Regenrennen wurden Sergios Leidenschaft."
Der Junior gewann Kartmeisterschaften in Mexiko und in den USA, stieg in die Monoposto-Serie Skip Barber auf. Längst war ihm bewusst, dass er den Weg in die Formel 1 in Europa würde weiterverfolgen müssen. Er erinnert sich: "Als ich 14 Jahre alt war und noch in Mexiko lebte, bin ich wegen der Zeitverschiebung oft nachts um 2:00 Uhr aufgestanden, um Teams in Europa anzurufen. Ich log und behauptete, ich hätte Sponsorengelder."
Carlos Slim Domit nahm Perez in der Escuderia Telmex unter seine Fittiche, und so landete dieser in Deutschland und wurde 2005 als 15-Jähriger jüngster Starter in der Formel BMW. Sein damaliger Teamchef, Günther Unterreitmeier bei 4speed Media, besaß ein Restaurant in Vilsbiburg, wo Perez ein kleines Zimmer bewohnen durfte. Der Nachwuchsfahrer vermisste seine Heimat, war der Sprache nicht mächtig, und am allermeisten fehlte ihm die Familie. "Manchmal war ich verzweifelt und hätte fast den Kopf verloren", gibt er zu. In dieser schwierigen Zeit wurde Slim Domit sein enger Vertrauter. "Er hat mich oft angerufen und mich beraten. Seine Empfehlungen haben mir sehr geholfen, mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Ich bin ihm sehr dankbar."
In seiner zweiten Saison in der Formel BMW trat Perez für den ADAC Berlin-Brandenburg an und bezog in der Hauptstadt Quartier. Die nächste Station wurde England. Dort gewann er 2007 die nationale Formel-3-Meisterschaft mit der Rekordbilanz von 14 Siegen, 14 Pole-Positions und neun schnellsten Rennrunden.
Nachdem Perez 2008 die Internationale Britische Formel-3-Meisterschaft bestritten hatte (vier Siege, Gesamtvierter), war es Zeit für die nächsthöhere Liga. Erst startete er in der GP2 Asia, dann in der Hauptserie. Dort traf er 2009 auch auf Kamui Kobayashi, allerdings nicht als Teamkollegen, deshalb hatten die beiden wenig persönliche Berührungspunkte. 2010 beschloss Perez seine zweite GP2-Saison als Zweiter des Championats. Er hatte fünf Siege erzielt ? und noch vor dem Finale seinen Formel-1-Vertrag beim Sauber-Team unterschrieben.
Von Anfang an siedelte er seine Ziele ganz oben an: "Ich bin nicht in der Formel 1, um mitzufahren. Ich will eines Tages Weltmeister werden." Dass es viel braucht, damit das gelingen kann, hat er in seiner Rookie-Saison erfahren. "Wenn du in die Formel 1 kommst, ist alles neu", sagt er. Man arbeitet mit viel mehr Leuten und auf einem viel höheren Niveau zusammen. Und man arbeitet insgesamt viel mehr. Jedes Detail ist wichtig ? sowohl im als auch außerhalb des Autos. Das Medieninteresse ist groß, und all das zusammen hat auch Einfluss auf das Privatleben. Man muss einfach alles bewältigen, wenn man erfolgreich sein will." Gefragt nach seiner persönlichen Stärke, sagt er: "Ich gebe niemals auf." Seine bisherige Laufbahn spricht dafür.
| Grandprix-Starts | 22 |
|---|---|
| Podiumsplätze | 1 |
| Ausfälle | 4 |
|---|---|
| Gesammelte Punkte | 36 |
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