Renault F1 Team

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Porträt

(Stand: 28. Januar 2019) Renault wagte 2016 ein Comeback als Werksteam: Nach der Übernahme des Lotus-Rennstalls gehen die Franzosen zum dritten Mal in ihrer Geschichte mit einer eigenen Mannschaft in Formel-1-Rennen an den Start und setzen auf Antriebe aus der eigenen Fabrik in Viry. Neben dem Standort Enstone für das Rennteam blieb einiges technisches Personal des Vorgängers an Bord, es wurde aber massiv aufgerüstet. In der Saison 2017 stieß Nico Hülkenberg hinzu. 2019 wollen die Gelben mit ihm und mit Neuzugang Daniel Ricciardo den nächsten Schritt unternehmen.

Von 1977 bis 1985 war Renault erstmals werksseitig engagiert. In der Turbo-Ära der Königsklasse stieg die fast ausschließlich mit französischen Piloten besetzte Truppe dank des jungen Alain Prost zum Spitzenteam auf und schaffte es nach dritten Rängen in der Konstrukteurs-WM, 1983 die Vizemeisterschaft einzufahren. Der "Professor" schrammte knapp an seinem ersten Titel vorbei und trennte sich im Unfrieden. Das Projekt ging vor die Hunde, zwei Saisons später war Schluss.

Historisch gesehen ist das jüngst übernommene Lotus-Team aber nicht aus jenem Werksteam oder Colin Chapmans legendärem Rennstall, sondern aus der alten Toleman-Truppe hervorgegangen, für die 1984 Ayrton Senna in der Formel 1 debütierte. Aus Toleman wurde erst Benetton (ab 1986), das mit den ersten WM-Titeln Michael Schumachers sowie durch den streitbaren wie exzentrischen und erfolgreichen Teamchef Flavio Briatore berühmt wurde. Ab 2002 übernahm erstmals Renault in Enstone die Geschicke und machte aus der maroden Benetton-Equipe wieder ein Spitzenteam.

Die WM-Titel im Doppelpack durch Fernando Alonso (2005 und 2006), der die Mannschaft 2002 zurück auf die Siegerstraße geführt hatte, sind als größte Erfolge zu nennen. Im Gedächtnis sind sie der Formel 1 auch als Ende der Ära Ferrari und Schumacher geblieben. In den beiden Sahnejahren des Spaniers gebührte auch die Herstellerkrone den Franzosen, doch nach seinem Abgang zeigte die Formkurve nach unten. Auch nach Alonsos Rückkehr: Der "Crashgate"-Skandal beim Singapur-Grand-Prix 2008 um Briatore, Pat Symonds und Nelson Piquet jun. tat sein Übriges.

Das einstige Weltmeister-Team wurde vor der Saison 2010 von der Investmentgruppe Genii Capital aus Luxemburg übernommen und Lotus getauft, ohne dass eine historische Verbindung zum einstigen Kontrahenten bestanden hätte. Unter der Führung des Finanzinvestors Gerard Lopez gelang es, den Skandal hinter sich zu lassen und ein neues Kapitel aufzuschlagen. Trotz finanzieller Schreckensmeldungen und schmalem Budget und wurden wieder Erfolge auf der Rennstrecke gefeiert.

Kimi Räikkönen glückte 2012 und 2013 je einen Grand-Prix-Sieg. Er führte Lotus zu vierten Rängen in der Konstrukteurs-WM. Allerdings war es auch der Finne, der 2013 die eklatanten finanziellen Nöte des Teams offenbarte, indem er öffentlich mitteilte, dass seine Gehälter nicht bezahlt wurden. Räikkönen verabschiedete sich in Richtung Ferrari, im Zuge der Krise verließ auch Teamchef Eric Boullier Lotus und schloss sich McLaren an. Mit den beiden gingen viele wichtige Techniker, darunter Technikchef James Allison.

Nach einem verspäteten Start in die Testsaison und mit wankelmütigen Renault-Antrieben im Heck hatten die Piloten Romain Grosjean und Pastor Maldonado 2014 nicht zu lösende Probleme mit der Zuverlässigkeit und der Performance, was die schlechteste Saison seit dem Neustart bedeutete. Mercedes-Power sollte für Lotus 2015 der Schlüssel sein, um nach der Seuchensaison zurück zu alter Stärke zu finden, doch der Aufschwung blieb auf moderatem Niveau und die Finanzprobleme nahmen Überhand. Nach einer Hängepartie übernahm Renault im Dezember 2015 90 Prozent am Team, vollbrachte in den ersten drei Saisons als Werksteam jedoch keine Wunder.

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