Alfa Romeo

SUI

Porträt

(Stand: 10. Februar 2020) Der Name Sauber ist Geschichte: In einer finanziell äußerst kniffligen Situation rettete sich der Rennstall noch vor vier Jahren durch den Einstieg von Longbow Finance (mittlerweile übertragen auf Islero Investments) vor dem Aus. Anschließend gab es einen Sponsoringdeal und eine Technikpartnerschaft mit Alfa Romeo. 2020 startet das Team aus der Schweiz zum zweiten Mal nur unter dem Namen des Autoherstellers - und erneut mit Ex-Champion Kimi Räikkönen und Ferrari-Zögling Antonio Giovinazzi.

Aber zurück zu den Wurzeln: Für Autos hatte sich Gründer Peter Sauber eigentlich nicht besonders interessiert und schon gar nicht für Rennsport. Saubers Vater besaß ein Unternehmen für elektrotechnische Anlagen mit 200 Mitarbeitern, dessen Räumlichkeiten sich in Zürich sowie an der Wildbachstrasse in Hinwil befanden. Der Weg schien vorgezeichnet. Sauber absolvierte eine Ausbildung als Elektromonteur mit dem Ziel, sich weiterzubilden und in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.

Doch es kam alles anders: 1967 fuhr Sauber mit einem Volkswagen Käfer zur täglichen Arbeit, bis ihn ein Freund dazu überredete, das Gefährt tunen zu lassen. Damit beteiligte er sich 1967 zum Spaß an ein Clubrennen. Was viel wichtiger war: Seine Lust am Basteln wurde geweckt. In der Sportwagen-WM gründete Sauber 1989 das Mercedes-Juniorteam, eine Idee des damaligen Geschäftspartners Jochen Neerpasch. Die Wahl fiel auf Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger. Allen drei Talenten ermöglichte Peter Sauber so den Einstieg in die Formel 1.

Im Januar 1992 entschied er sich zum Sprung ins kalte Wasser: als sein eigener Formel-1-Teamchef. Ab 1995 bildeten Verträge mit Red Bull und Petronas das Fundament und erlaubten dem Schweizer Team, sich als feste Größe zu etablieren. 2001 folgten drei Höhepunkte in der Teamgeschichte Schlag auf Schlag: die Partnerschaft mit der Schweizer Großbank Credit Suisse, der vierte Rang in der Konstrukteurs-WM und wenige Tage später der erste Spatenstich zum eigenen Windkanal.

In dieser Zeit brachte Sauber viele junge Talente in die Formel 1: Er holte Räikkönen und Felipe Massa und empfahl später den BMW-Verantwortlichen Robert Kubica. 2005 verkündete BMW die Übernahme von Mehrheitsanteilen am Team. Unter Regie der Münchener gelang 2008 in Kanada der erste und einzige Sieg, und es war gleich ein Doppelsieg: Kubica vor Nick Heidfeld.

Nach einem schwierigen Start in die Saison 2009 folgte eine schockierende Nachricht: BMW verkündete den Ausstieg aus der Formel 1. Kurz darauf fand die nächste Pressekonferenz statt, diesmal in Hinwil. Peter Sauber hatte sich mit BMW geeinigt und sein Lebenswerk zurückgekauft. Anschließend trat er als Teamchef zurück und übergab die Verantwortung an Monisha Kaltenborn.

2014 blieben die Schweizer erstmals in ihrer Teamgeschichte ohne WM-Punkte. Es ging anschließend aufwärts, doch 2016 wieder ins Tal der Tränen. Kurz vor der Pleite lief sportlich nichts mehr zusammen. Erst im vorletzten Saisonrennen gab es Zählbares, was der Truppe den letzten Rang in der Konstrukteurs-WM ersparte und ihr eine Menge Preisgeld sicherte. 2017 - mit dem damaligen Mercedes-Junior Pascal Wehrlein - hatte Sauber wieder die rote Laterne. Kaltenborn musste gehen, es kam Frederic Vasseur als neuer Teamchef. Anschließend wurde der Alfa-Romeo-Deal verkündet.

Sauber/Alfa Romeo ist nach Ferrari, McLaren und Williams das viertälteste Team der gegenwärtigen Formel 1.

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