Mercedes-Teamchef: Der Red-Bull-Motor ist "der Maßstab" in der Formel 1
Die ganze Formel 1 diskutiert über die Stärke des Mercedes-Motors, doch Teamchef Toto Wolff rudert zurück: Der Österreicher sieht den Red-Bull-Antrieb als Maßstab
(Motorsport-Total.com) - Die gesamte Formel-1-Welt diskutiert über den Mercedes-Motor und das vermeintliche Schlupfloch, das die Silberpfeile offenbar gefunden haben. Doch Teamchef Toto Wolff sieht die Sache anders: Seiner Ansicht nach ist Red Bull Ford Powertrains aktuell mit der stärksten Antriebseinheit unterwegs.
"Nun, ich hatte gehofft, dass sie schlechter wären, als sie es sind, denn sie haben wirklich gute Arbeit geleistet", sagt Wolff, nachdem Max Verstappen am Mittwochvormittag eine souveräne Bestzeit gesetzt hatte. "Das Auto, die Antriebseinheit - sie sind im Moment der Maßstab, würde ich sagen. Und dann natürlich noch Max im Auto, diese Kombination ist stark."
Warum Wolff glaubt, dass die Antriebseinheit der Konkurrenz derzeit "der Maßstab" ist? "Schaut euch die Energieausbeute heute an", ergänzt er. "Sie können auf den Geraden weit mehr Energie einsetzen als alle anderen. Und zwar über mehrere Runden hinweg."
"Auf einer einzelnen Runde haben wir das schon gesehen, aber jetzt haben wir es über zehn aufeinanderfolgende Runden mit derselben Art von Geradeaus-Energieeinsatz gesehen. Ich würde sagen, dass sie - zumindest nach dem heutigen ersten offiziellen Testtag, was immer mit einem Vorbehalt zu sehen ist - heute den Maßstab gesetzt haben."
Toto Wolff sieht keine Dominanz von Mercedes
Red Bull fährt nach dem Abschied von Honda erstmals mit eigenen Motoren, die in Zusammenarbeit mit Ford entwickelt wurden. Trotz zahlreicher Abwerbungen von Mitarbeitern anderer Motorenhersteller, darunter auch von Mercedes, hatte man einen schwierigen Start erwartet.
Doch der DM01, benannt nach Red Bulls verstorbenem Vorsitzenden Dietrich Mateschitz, überrascht: Schon beim Shakedown in Barcelona zeigte er sich zuverlässig, und sowohl der V6-Motor als auch das Hybridsystem lieferten vielversprechende Leistungsansätze.
Bisher lag der Fokus aufgrund des Verdichtungsverhältnisses vor allem auf der Mercedes-Power-Unit. Wolff hält den Hype um die Antriebseinheit der Silberpfeile jedoch für übertrieben: "Ich denke, alle waren etwas zu euphorisch über die Leistung der Teams mit Mercedes-Motoren", meint der Österreicher.
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"Und ich denke, unsere Kollegen der anderen Marken haben sich etwas zu sehr mitreißen lassen und befürchten, dass dies peinlich werden könnte, was ich aber überhaupt nicht glaube." Die Bestzeit am ersten Testtag in Bahrain sicherte sich allerdings McLaren-Pilot Lando Norris - mit Mercedes-Motor im Heck.

