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"Ich dachte, er ist tot": Haas-Teamchef erinnert sich an Grosjean-Horrorcrash
Auch Jahre später kann Haas-Teamchef Komatsu Ayao nur schwer begreifen, wie Romain Grosjean den schweren Formel-1-Unfall 2020 in Bahrain überlebt hat
(Motorsport-Total.com) - Haas-Teamchef Ayao Komatsu hat den schweren Unfall von Romain Grosjean beim Großen Preis von Bahrain in der Formel 1 2020 noch immer lebhaft vor Augen. Auch Jahre später fällt es dem Japaner schwer zu begreifen, dass sein damaliger Fahrer den Unfall überlebt hat.
Grosjean verunglückte in der Anfangsphase des Rennens schwer, als sein Haas nach einer Kollision mit Daniil Kwjat mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung einschlug und in zwei Teile riss. Das Cockpit wurde dabei von einem Feuerball umschlossen. Grosjean konnte sich dennoch selbst aus dem brennenden Wrack befreien.
Komatsu, der zur Saison 2024 die Rolle des Teamchefs bei Haas übernommen hat, arbeitete viele Jahre eng mit Grosjean zusammen, unter anderem bereits bei Lotus sowie seit dem Einstieg von Haas in die Formel 1 im Jahr 2016. Entsprechend emotional erlebte er die Minuten nach dem Unfall an der Boxenmauer.
Sekunden, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten
"Im ersten Moment wusste ich nicht, dass es Romain war", sagte Komatsu im High Performance Podcast. "Aber in dem Augenblick, als mir klar wurde, dass er es ist, dachte ich sofort, er kann nicht mehr am Leben sein. Er ist mein Freund. Er ist mein Fahrer, aber vor allem mein Freund."
Die Zeit bis zur Entwarnung habe sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Zunächst habe er nicht gesehen, dass Grosjean aus dem Auto gestiegen sei. Erst über den Funk sei die Information gekommen, dass sich der Franzose in Sicherheit befinde. "Ein Ingenieur sagte mir über Funk: Nein, Romain ist draußen. Romain ist draußen."
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Kurz darauf konnte Komatsu seinen Fahrer im Medical Center sehen. "Er gab mir einen Daumen nach oben. In dem Moment wusste ich: Er lebt." Dennoch habe er den Unfall selbst nach den Fernsehbildern noch nicht vollständig begreifen können. Auch Teamkollege Kevin Magnussen habe darauf bestanden, Grosjean im Krankenhaus persönlich zu besuchen, um sich selbst von dessen Zustand zu überzeugen.
"Der Geruch war das Schlimmste"
Der beim Aufprall zerstörte Überlebensraum des Fahrzeugs wird heute in der Formel-1-Ausstellung gezeigt. Komatsu erinnert sich an den Zustand des Wracks nach der Bergung. "Der Geruch war das Schlimmste. Absolut furchtbar. Der verbrannte Gummi roch schrecklich. Wenn man diese Wanne sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass jemand das überlebt."
Noch immer befanden sich Grosjeans Rennschuhe im Cockpit. Sein linker Fuß hatte sich beim Versuch, das Auto zu verlassen, hinter dem Pedal verhakt. Um sich zu befreien, musste Grosjean erneut Kraft sammeln, wobei sich sein Fuß aus dem Schuh löste. Beim finalen Ausstieg stützte er sich mit der linken Hand im Bereich des brennenden Halo ab und zog sich Verbrennungen zu.
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Grosjean überstand den Unfall mit Verletzungen an den Händen, konnte das Fahrzeug jedoch aus eigener Kraft verlassen. Der Unfall mit einer gemessenen Verzögerung von 67g gilt bis heute als einer der schwersten in der jüngeren Formel-1-Geschichte und als eindrucksvoller Beleg für die Sicherheitsfortschritte der Königsklasse.


