• 05. Februar 2026 · 08:01 Uhr

Zweifel bei Weltmeister Lando Norris: So fühlt sich das 2026er-Auto für ihn an

Lando Norris spricht nach dem Barcelona-Test mit den neuen Formel-1-Boliden von einem ungewohnten Fahrgefühl - und zieht sogar einen Vergleich mit der Formel 2

(Motorsport-Total.com) - Beim fünftägigen Shakedown in Barcelona öffnete sich das Tor zur Formel-1-Saison 2026. Erstmals durften Teams und Fahrer ihre neuen Boliden auf die Strecke schicken, darunter auch Weltmeister Lando Norris. Der Brite sammelte im McLaren MCL40 seine ersten Eindrücke, hielt sich mit belastbaren Aussagen jedoch zurück.

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Norris findet, dass sich die neuen Formel-1-Autos wie die Formel 2 anfühlen Zoom Download

Ganz zufrieden scheint der 26-Jährige mit seinem ersten Eindruck allerdings nicht zu sein. "In mancher Hinsicht fühlt es sich definitiv eher wie ein Formel-2-Auto an, was die Art betrifft, wie man es fahren muss", meint der neue Weltmeister über die veränderte Fahrweise. "Ich weiß im Moment noch nicht, ob mir das gefällt oder nicht."

"Ich glaube, wir haben in Barcelona schon einige Dinge verstanden, wie man das Auto fahren muss, aber in Barcelona spricht man von Kurven im vierten Gang, dritten Gang, recht offen, recht weitläufig." Heißt im Klartext: Der Circuit de Catalunya konnte noch nicht alle Fragen zur neuen Formel-1-Ära beantworten.

Deshalb will Norris mit voreiligen Bewertungen der neuen Autos vorerst zurückhaltend bleiben. "Wenn man auf Stadtkurse oder holprige Strecken kommt, langsamere Strecken, dann ist das eine Frage, die wir noch beantworten müssen", sagt der Brite, "und Bahrain wird einige dieser Fragen beantworten."

Formel-2-Vergleich wurde schon im Vorjahr gezogen

Die neuen Formel-1-Autos unterscheiden sich deutlich von ihren Vorgängern: kleinere und leichtere Chassis, kombiniert mit aktiver Aerodynamik. Zudem stammt inzwischen fast die Hälfte der Leistung des Antriebsstrangs aus elektrischer Energie, wobei die Leistungsschübe sowohl zum Überholen als auch zur Verteidigung genutzt werden.


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Die Motoren der Formel 2 sind zwar ebenfalls turbogeladen, jedoch in keiner Weise elektrifiziert. Vermutlich nehmen die Fahrer daher vor allem auf der Chassis-Seite gewisse Parallelen wahr, denn Norris ist nicht der Erste, der den ungewöhnlichen Vergleich zur Nachwuchsklasse zieht.

Bereits im Vorjahr kam das Thema beim Großen Preis von Las Vegas auf. Aston-Martin-Ersatzfahrer Jak Crawford bezeichnete die neuen Boliden damals als "ziemlich ähnlich zu fahren wie ein Formel-2-Auto", was Isack Hadjar aufgriff, der sie als "leistungstechnisch näher an einem Formel-2-Auto" beschrieb.

FIA reagiert auf Kommentare über Formel-2-Tempo

Damit verlagerte sich die Debatte innerhalb kürzester Zeit vom Fahrverhalten zur reinen Performance. Der Automobil-Weltverband FIA sah sich deshalb zunehmend veranlasst, das Thema herunterzuspielen, weil es als potenziell schädlich wahrgenommen wurde.

"Ich denke, Kommentare über ein Formel-2-Tempo liegen völlig daneben", betonte FIA-Formelsport-Direktor Nikolas Tombazis. "Wir sprechen von Rundenzeiten, die insgesamt je nach Strecke und Bedingungen etwa ein bis zwei Sekunden über dem aktuellen Niveau liegen."

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Die neuen Formel-1-Boliden sind in Barcelona etwas langsamer gewesen Zoom Download

"Und natürlich wäre es zu Beginn eines neuen Regelzyklus unsinnig, schneller zu sein als im vorherigen Zyklus. Aus Sicht des Reglements würde es uns nichts kosten, es wäre sehr einfach, die Autos schneller zu machen. Aber man muss das, was durch natürliche Entwicklung gewonnen wird, schrittweise zurückerobern."

"Man kann also nicht schneller in einen neuen Zyklus starten als in den vorherigen", mahnt der FIA-Verantwortliche. "Stellen Sie sich vor, was sonst in 20 Jahren passieren würde. Ich denke daher, es ist normal, dass die Autos etwas langsamer sind, aber ich sehe uns in keiner Weise oder Form nahe an der Diskussion, dass es 'keine Formel 1 mehr' sei."

Die aktuellen Rundenzeiten sind langsamer, aber ...

Was die Rundenzeiten der neuen Boliden betrifft, lieferte der Shakedown in Barcelona am Freitag einen ersten inoffiziellen Richtwert: 1:16,348 Minuten, gefahren von Ferraris Lewis Hamilton. Das entspricht rund fünf Sekunden Rückstand auf die Pole-Zeit des Vorjahres.

Angesichts der steilen Lernkurve, vor der alle Teams stehen, sowie der deutlich besseren Streckenbedingungen im Juni dürfte dieser Abstand bis zum Großen Preis von Barcelona-Katalonien jedoch erheblich schrumpfen. Der Vollständigkeit halber: Die Formel-2-Pole-Zeit im vergangenen Jahr lag bei 1:25,180 Minuten, gefahren von Arvid Lindblad.


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Dennoch entfernte sich die Debatte erneut von den ursprünglichen - und jüngsten - Aussagen zum Fahrverhalten der neuen Formel-1-Autos und dem erforderlichen Fahrstil. Dabei hatten Esteban Ocon, Oliver Bearman und Oscar Piastri die neuen Autos zuletzt als "wendiger" beschrieben.

Audi-Pilot Bortoleto glaubt: Autos werden langsamer sein

Gabriel Bortoleto griff das Thema bereits am ersten Testtag in Barcelona auf, als er gebeten wurde, die neuen Autos mit den Formel-1-Boliden von 2025 zu vergleichen. Auch er zog dabei den Vergleich zur Formel 2, ohne jedoch ins Detail zu gehen. "Sie sind sehr unterschiedlich", sagte der Brasilianer.

"Sie fühlen sich ein wenig anders an. Ich weiß nicht genau, wie ich es ausdrücken soll, weil ich in der Vergangenheit kein wirklich vergleichbares Auto gefahren bin. Ich würde sagen, das Formel-2-Auto ist deutlich langsamer als die alte Formel-1-Regelgeneration. Und ich habe das Gefühl, dass diese Autos ebenfalls langsamer sein werden."

"Aber es ist sehr cool, jetzt einen Antriebsstrang zu haben, der zu 50 Prozent elektrisch ist. Man kommt aus der Kurve heraus und hat so viel Leistung, die freigesetzt wird, und dann sieht man, wie stark das ist. Diese Dinge sind anders, und man muss sich daran gewöhnen und auch seine Fahrweise anpassen."

"Aber wie ich immer sage: Es ist immer noch ein Rennwagen und keine andere Welt", stellt Bortoleto klar. "Es ist einfach eine neue Reglementänderung, die sehr unterschiedlich ist." Die kommenden Testfahrten in Bahrain werden weitere Einblicke liefern, wie groß die Unterschiede wirklich sind.

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