Christian Horner reagiert auf Gerüchte über Motortricks von RB und Mercedes
Haben Mercedes und Red Bull ein cleveres Schlupfloch beim Verdichtungsverhältnis des Motors entdeckt? Jetzt äußert sich auch Ex-Teamchef Christian Horner dazu
(Motorsport-Total.com) - Das erste Rennen der Formel-1-Saison 2026 ist noch nicht einmal gefahren, doch der erste Zoff kocht bereits hoch: Haben Mercedes und Red Bull ein Schlupfloch entdeckt, um das neue Motorenreglement zu umgehen? Es heißt inoffiziell, dass beide Teams beim Verdichtungsverhältnis tricksen.
Hintergrund: Das Verdichtungsverhältnis wurde zur neuen Saison von 18:1 auf 16:1 reduziert, unter anderem, weil dieser Wert für neue Hersteller einfacher zu realisieren sein soll. Mercedes und Red Bull sollen jedoch ausgenutzt haben, dass das Verhältnis nur dann gemessen wird, wenn das Fahrzeug stillsteht und sich auf Umgebungstemperatur befindet.
Gerüchteweise soll das Verdichtungsverhältnis bei den genannten Teams während der Fahrt und bei Betriebstemperatur wieder auf 18:1 ansteigen, was ein klarer Performance-Vorteil wäre. Denn grundsätzlich gilt: Ein höheres Verdichtungsverhältnis sorgt für eine bessere thermische Effizienz.
Ex-Red-Bull-Teamchef: "Man muss das Limit ausreizen"
Inzwischen hat sich auch Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der den neuen Motorendeal mit Ford maßgeblich auf den Weg gebracht hat, zu den Vorwürfen geäußert. "Die Formel 1 dreht sich darum, Grenzen auszutesten", erklärt der Brite in einem aktuellen Interview mit Today.
"Es geht darum, wie man Vorschriften interpretiert. Das war schon immer so, und wird immer so sein." Konkrete Nachfragen dazu, ob an den Gerüchten etwas dran sein könnte, umschifft Horner geschickt. "Die Teams, die am konservativsten sind, sind nie an der Spitze des Feldes. Man muss das Limit ausreizen."
"Und natürlich geht es darum, wie man Vorschriften interpretiert, und Ingenieure - einige der klügsten Ingenieure der Welt - werden sich diese Vorschriften anschauen und denken: 'Okay, wie kann ich die Leistung maximieren?'", schmunzelt der langjährige Red-Bull-Teamchef.
Mercedes-Teamchef stellt klar: "Antriebseinheit ist legal"
Mercedes-Teamchef Toto Wolff kann die Kritik der Konkurrenz hingegen nicht nachvollziehen. "Ich verstehe einfach nicht, dass sich manche Teams mehr auf die anderen konzentrieren und weiterhin einen Fall vorbringen, der eigentlich sehr klar und transparent ist", betonte der Österreicher beim offiziellen Launch des W17.
"Die Kommunikation mit der FIA war die ganze Zeit über sehr positiv, und es geht nicht nur um das Verdichtungsverhältnis, sondern auch um andere Dinge. Gerade in diesem Bereich ist sehr klar, was die Vorschriften sagen. Es ist sehr klar, welche Standardverfahren für alle Motoren gelten, selbst außerhalb der Formel 1."
"Also zieht euch gefälligst zusammen", wird Wolff deutlich und weist jegliche Schuld von sich: "Die Antriebseinheit ist legal. Die Antriebseinheit entspricht genau den Vorschriften. Die Antriebseinheit entspricht genau den Prüfungen, wie sie durchgeführt werden."


