• 04. Februar 2026 · 10:26 Uhr

Williams lässt Barcelona aus: Teamchef James Vowles erklärt das mutige Wagnis

Williams hat als einziges Team nicht am Barcelona-Shakedown teilgenommen: Wieso Teamchef James Vowles aber glaubt, dass man dadurch keinen großen Nachteil hat

(Motorsport-Total.com) - Williams-Teamchef James Vowles hatte bereits vor einigen Tagen erläutert, warum sein Team nicht am Shakedown in Barcelona teilgenommen hat. Im Rahmen der Design-Präsentation am Dienstag präzisierte der Brite die Hintergründe und ging dabei auch auf die Frage ein, ob der Rennstall nun bereits ins Hintertreffen geraten ist.

Foto zur News: Williams lässt Barcelona aus: Teamchef James Vowles erklärt das mutige Wagnis

Williams-Teamchef James Vowles glaubt nicht, dass sein Team einen Nachteil hat Zoom Download

Vowles räumt ein, dass die Verzögerung eine Folge des Strebens nach maximaler Performance und des Ausreizens operativer Grenzen war: Wer sich zu früh festlegt, läuft Gefahr, mit einem veralteten Design zum ersten Rennen anzutreten; wer sich hingegen zu spät entscheidet, riskiert, dass Produktionsvorlaufzeiten zum limitierenden Faktor werden.

Genau das wurde Williams zum Verhängnis. "Wir haben die Entwicklung des 2025er-Autos sehr früh eingestellt", sagt der Teamchef. "Aber gleichzeitig möchte man sicherstellen, dass man Entscheidungen darüber, wann Chassis, Frontflügel, Heckflügel, Unterboden und Karosserie freigegeben werden, so spät wie möglich trifft, um all die Entwicklungsgewinne mitzunehmen."

"Wenn man also ein Auto 'druckt' - wenn man es so betrachtet - und sagt: 'Okay, wir drucken das Auto' im April letzten Jahres. Dann hätten wir natürlich ein Auto, aber es wäre im Vergleich zu seinem Potenzial sehr langsam, und man läge im Upgrade-Rennen zurück", erklärt der Brite. Das wollte Williams vermeiden.

Williams hat sich "auf die Probe gestellt"

"Der zweite Punkt ist, dass wir uns als Unternehmen testen müssen. Auf dem Weltmeisterschaftsniveau zu sein bedeutet nicht nur, das Auto aerodynamisch oder fahrzeugtechnisch entwickeln zu können. Es geht auch darum, die Grenzen dessen auszureizen, wie lange es dauert, eine Idee in ein echtes, funktionierendes Auto umzusetzen, und deshalb müssen wir diesen Zeitpunkt kontinuierlich nach vorne verschieben."


Das Williams-Design für 2026

"Wir haben uns als Unternehmen auf die Probe gestellt", begründet der Williams-Teamchef. "Man behält also einerseits die Leistungsvorteile, aber andererseits müssen wir anfangen, uns immer mehr zu pushen, um uns dem Weltmeisterschaftsniveau zu nähern."

Das erste Ziel verfehlte der Rennstall dadurch jedoch: Williams war beim Shakedown in Barcelona nicht dabei. "Ich wäre viel lieber in Barcelona gewesen. Ich nehme das vorweg", gibt Vowles offen zu. "Das war das Ziel. Das war es, was wir vorhatten. Wir haben es nicht erreicht."

Warum der Williams-Teamchef keinen großen Nachteil sieht

Gleichzeitig betont der Brite, dass sein Team die Auswirkungen der verpassten Testfahrten gezielt abgefedert habe. Dies sei durch alternative Vorbereitungsmaßnahmen gelungen, insbesondere durch intensive Simulatorarbeit von Carlos Sainz und Alex Albon sowie durch Rückmeldungen von Motorenpartner Mercedes, der mehr als 500 Runden absolvierte.

"Wir haben das Glück, dass Mercedes genügend Fahrzeuge im Einsatz hat, sodass ziemlich viele Informationen über das Getriebe und die Antriebseinheit zurückkommen", so Vowles. "Das ermöglicht es uns, einen Vorsprung zu haben, wenn wir nach Bahrain kommen; das bedeutet, dass ich nicht glaube, dass wir bei sechs Testtagen ins Hintertreffen geraten werden."

Dennoch gibt es Erfahrungswerte, die sich nicht simulieren lassen. "Was fehlt, ist eine Menge Wissen für die Fahrer, um das Geschehen auf der Strecke intuitiv zu perfektionieren", meint der erfahrene Williams-Teamchef. "Und was auch fehlt, ist eine Korrelation dazu, wo unsere Aerodynamik und unsere Fahrzeugdynamik wirklich steht. Streckendaten sind der einzige Weg, das festzustellen."

"Es gibt also einen Verlust, aber mit sechs Testtagen und unserem Driver-in-Loop-Simulator, in den wir investiert haben - auf dem neuesten Stand der Technik und seit letztem Jahr in Betrieb -, sind wir in der Lage, vieles davon auszugleichen", glaubt Vowles. "Im Moment weiß niemand, und ich meine wirklich niemand, wie die Rangordnung aussieht."

Anzeige Unser Formel-1-Shop bietet Original-Merchandise von Formel-1-Teams und Formel-1-Fahrern - Kappen, Shirts, Modellautos, Helme und vieles mehr
Fotos & Fotostrecken
Foto zur News: Zehn Jahre Liberty Media: So hat sich die Formel 1 verändert
Zehn Jahre Liberty Media: So hat sich die Formel 1 verändert
Foto zur News: Alle Formel-1-Autos von Fernando Alonso
Alle Formel-1-Autos von Fernando Alonso

Foto zur News: Fernando Alonso bestritt schon Formel-1-Rennen, als ...
Fernando Alonso bestritt schon Formel-1-Rennen, als ...

Foto zur News: Die Formel-1-Fahrer 2026 in ihren neuen Rennanzügen
Die Formel-1-Fahrer 2026 in ihren neuen Rennanzügen

Foto zur News: Die denkwürdigsten Formel-1-Testdesigns
Die denkwürdigsten Formel-1-Testdesigns
Folge Formel1.de
AnzeigeFormel-1 Tickets Niederlande Grand Prix 2026 kaufen
Videos
Foto zur News: Williams Versteckspiel: Rollen Köpfe oder schockt man die F1 2026?
Williams Versteckspiel: Rollen Köpfe oder schockt man die F1 2026?
Foto zur News: Vor Bahrain-Test: Ferrari wirkt stark!
Vor Bahrain-Test: Ferrari wirkt stark!

Foto zur News: F1-Tests 2026 erklärt: Warum wir kaum was sehen werden!
F1-Tests 2026 erklärt: Warum wir kaum was sehen werden!

Foto zur News: Beendet der neue Ferrari SF-26 den Hamilton-Fluch? | F1 Talk 2026
Beendet der neue Ferrari SF-26 den Hamilton-Fluch? | F1 Talk 2026
 
Top-Motorsport-News
Foto zur News: "Geht mit dem Auto nicht": Ist Glocks bisheriger Nachteil jetzt widerlegt?
DTM - "Geht mit dem Auto nicht": Ist Glocks bisheriger Nachteil jetzt widerlegt?

Foto zur News: Doch kein Karriereende: Logan Sargeant vor IMSA-Debüt
WEC - Doch kein Karriereende: Logan Sargeant vor IMSA-Debüt

Foto zur News: WRC Finnland 2025: Reifenschäden bei Hyundai, Toyota mit Fünffachführung
WRC - WRC Finnland 2025: Reifenschäden bei Hyundai, Toyota mit Fünffachführung

Foto zur News: Bagnaia: "Meine Geduld mit Ducati geht zu Ende" - Gigi Dall'Igna antwortet
MotoGP - Bagnaia: "Meine Geduld mit Ducati geht zu Ende" - Gigi Dall'Igna antwortet
Formel1.de auf YouTube