• 22. Januar 2026 · 13:33 Uhr

FIA will Motoren-Kontroverse vor dem Formel-1-Saisonstart 2026 lösen

Der clevere Trick beim Verdichtungsverhältnis der Formel-1-Motoren für die Saison 2026 wird am Donnerstag zwischen den Teams und der FIA diskutiert

(Motorsport-Total.com) - Der Automobil-Weltverband (FIA) möchte die erste große technische Kontroverse der neuen Ära klären, noch bevor die Formel-1-Saison 2026 in Australien beginnt. Mehrere Hersteller sind der Meinung, dass Mercedes und Red Bull Powertrains einen Weg gefunden haben, die neuen Motorenregeln für 2026 geschickt auszunutzen.

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Die FIA möchte eine große Kontroverse beim Saisonauftakt 2026 vermeiden Zoom Download

Diese schreiben ein Verdichtungsverhältnis von 16:1 vor - im Vergleich zu 18:1 im vergangenen Jahr. Dieses Verhältnis wird gemessen, wenn der Motor nicht läuft, also kalt ist. Es wird jedoch vermutet, dass Mercedes und Red Bull einen Weg gefunden haben, ihre Motoren im Betrieb mit einem höheren Verdichtungsverhältnis laufen zu lassen, indem sie Materialien verwenden, die sich bei Hitze ausdehnen.

Das Thema wird am Donnerstag zwischen Teams und FIA diskutiert, wobei mehrere Beteiligte die FIA auffordern, einzugreifen, falls die Regeln nicht von allen Herstellern gleich interpretiert werden. "Wir müssen - und das tun wir auch - darauf vertrauen, dass die FIA hier die richtigen Entscheidungen trifft", sagte Audis Technischer Direktor James Key bei der Vorstellung des 2026er-Autos am Dienstag.


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"Es ist ein neues Reglement. Da braucht man faire Bedingungen für alle. Wenn jemand mit einem cleveren Diffusor um die Ecke käme und man sagen würde: 'Das ist eigentlich nicht richtig, kein anderer darf ihn haben, aber ihr dürft ihn für den Rest des Jahres behalten' - das ergäbe keinen Sinn. Das würden wir niemals akzeptieren."

Die Sache wird dadurch verkompliziert, dass es für die Hersteller längst zu spät ist, um für 2026 noch Hardwareänderungen vorzunehmen. Wenn also keine Regelverletzung vorliegt, bleibt jeglicher Leistungsvorteil durch den Trick - der auf zwei bis drei Zehntelsekunden pro Runde je nach Strecke geschätzt wird - bis 2027 bestehen.

Im Gespräch mit der globalen Edition von Motorsport.com beim Autosport Business Exchange in London erklärte FIA-Formelsport-Direktor Nikolas Tombazis, dass der Verband das Thema gerne vor dem Start der neuen Saison klären möchte.

Tombazis: "Wenn etwas auftaucht, werden wir handeln"

"Ich denke, es ist offensichtlich, dass wir bei solchen Dingen vorsichtig sein müssen", so Tombazis. "Im Vergleich zur Vergangenheit sind wir uns heute viel bewusster darüber, dass alle Teams die Vorschriften gleich interpretieren sollen."

Er betont: "Wir wollen nicht, dass jemand gewinnt, der nur eine schlaue Interpretation hatte, wenn ich das so sagen darf, oder der, ich würde nicht unbedingt sagen, clever war, sondern einfach bestimmte Dinge ignoriert oder andere Dinge übergangen hat."

"Wir möchten solche Kontroversen unbedingt vermeiden und sicherstellen, dass alle beim Start in die Saison die Regeln auf exakt die gleiche Weise verstehen", betont Tombazis und erklärt: "Unweigerlich tauchen bei einem neuen Regelwerk immer einige Überraschungen auf, und wir sehen es als unsere Aufgabe, diese Themen vor dem ersten Rennen zu klären."


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Tombazis fügt hinzu, dass Überraschungen bei einem radikal neuen Regelzyklus unvermeidlich seien - ähnlich wie das sogenannte Porpoising-Phänomen, das kurz vor Beginn der Saison 2022 aufkam.

"Es wird immer Probleme geben, die wir nicht vorhergesehen haben. Um das am Beispiel zu verdeutlichen: Jedes Team hat rund 80 Aerodynamiker. Wenn man alle zehn Teams zusammenzählt, sind das etwa 800 Aerodynamiker - plus drei bei der FIA. Das ist also das Verhältnis. Aber keiner dieser 800 Personen hat das Problem erkannt, bevor es auftrat. Es war eine Überraschung für die gesamte Branche."

"Ich würde aber sagen, dass wir es vor dem ersten Rennen 2022 nicht vollständig beseitigt, aber weitgehend unter Kontrolle gebracht haben und dass es bis zur Saisonmitte kein Thema mehr war. Die gesamte Branche und auch die FIA haben also gezeigt, dass sie auf Probleme reagieren können."

"Wenn etwas Vergleichbares passiert, wissen wir, wie wir damit umgehen", kündigt er an und betont: "Wir haben viele gute Leute, Simulationswerkzeuge und arbeiten eng mit den Teams zusammen. Wenn also etwas auftaucht, werden wir selbstverständlich handeln."

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