• 03. Dezember 2025 · 07:44 Uhr

Alpine und der Weg zurück: Warum Nielsen nicht an schnelle Lösungen glaubt

Nach Jahren der Führungswechsel fordert Alpine-Chef Nielsen Stabilität - warum schnelle Erfolge unrealistisch sind und der Wiederaufbau mühsamen wird

(Motorsport-Total.com) - Steve Nielsen, der Alpine-Geschäftsführer, ist davon überzeugt, dass das Team in absehbarer Zeit vor allem "Geduld, gesunden Menschenverstand und Konstanz" brauche, um den Weg zurück in Richtung Spitze der Formel 1 zu finden.

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Alpine-Boss Nielsen fordert "Geduld", damit das Team auf Basis der Konstanz in Richtung erfolgreiche Zukunft arbeiten kann Zoom Download

Nielsen kam im September 2025 zu Alpine, um die Rolle des Managing Director zu übernehmen. Eine Position, die nach dem überraschenden Abschied von Oliver Oakes Anfang Mai direkt nach dem Großen Preis von Miami vakant geworden war.

Mit seinem Einstieg kam es auch zu einer Wiedervereinigung mit Flavio Briatore, der im Juni 2024 als Executive Advisor und faktischer Teamchef an Bord geholt wurde - der jüngste Schritt in einer langen Reihe von Umstrukturierungen in der Führungsetage des Rennstalls.

Nielsen bremst Erwartungen für 2026

Da sich das Management von Alpine inzwischen stabilisiert zu haben scheint, ist Nielsen überzeugt, dass das Team nun vor allem eine längere Phase der Ruhe und Kontinuität brauche. Natürlich weiß aber auch der Alpine-Geschäftsführer, dass diese Art von Stabilität in der Formel 1 ein seltenes Gut ist.


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"In Enstone hat es in den vergangenen Jahren einfach zu viele Wechsel gegeben. Ich will meinen Vorgängern nichts vorwerfen, aber jetzt geht es um Geduld, gesunden Menschenverstand und Konstanz. Wir wollen das Team besser machen. Geduld passt nicht gut zur Formel 1 - aber genau das ist unsere Aufgabe."

Briatore hatte in diesem Jahr mehrfach betont, dass Alpine 2026 wieder konkurrenzfähig sein müsse und um Podestplätze fahren solle. Auch im Hinblick auf das neue Reglement und den Wechsel zu Mercedes als Motorenpartner. Nielsen bremst diese Erwartungen jedoch und warnt, dass es in der Formel 1 keine "Wunderwaffe" gebe und Alpine vor einem langwierigen Wiederaufbau stehe.

Alpine von Weiterentwicklung im Mittelfeld überrascht

"Wir müssen in den kommenden Jahren aufbauen, und das ist ein langsamer, mühsamer Prozess. Das ist die Formel 1, hier gibt es keine Zauberlösungen. Man muss schlicht eine Million Kleinigkeiten in Ordnung bringen - Strukturen, Abläufe, Personal. Vor allem anderen ist das ein Menschen-Business. Ich habe diese Lektion quasi noch einmal neu gelernt", sagt der 61-Jährige.

Nielsen räumte Anfang des Monats im Gespräch mit Motorsport.com ein, dass das Team davon überrascht worden sei, wie stark sich die direkten Mittelfeldkonkurrenten während der Saison 2025 weiterentwickelt hätten.

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Alpine selbst hatte die Weiterentwicklung bereits im Juni eingestellt, mit der Folge, dass das französische Team aktuell Letzter in der Konstrukteurswertung ist (Zum aktuellen Stand in der Konstrukteurs-WM). Und das mit nur einem Drittel der Punkte des nächstbesten Teams. Dennoch betont Nielsen, dass Alpine den nötigen Kampfgeist habe, um sich aus der aktuellen Formkrise herauszuarbeiten. Konstanz sei dafür entscheidend.

Die Leidenschaft hat bei Alpine überlebt

"Es klingt wie eine Floskel, aber wir sind ein Rennteam. Hier arbeiten Menschen mit echter Rennleidenschaft. Die Ergebnisse waren zuletzt durchwachsen, aber ich spüre den Willen und die Leidenschaft, das Team wieder dahin zu bringen, wo es früher war.

Die Hingabe ist riesig - von oben bis unten im Unternehmen. Meine Aufgabe ist es, das zu koordinieren, die starken Bereiche weiter zu stärken, Schwachstellen auszubessern und mehr gesunden Menschenverstand und Konstanz ins Management zu bringen."

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