• 29. November 2025 · 10:29 Uhr

Harte Wahrheit: Ferrari-Chef räumt psychologischen Fehler ein

Dass Ferrari schon im April alle Ressourcen auf 2026 umstellte, war für das Team sehr hart, muss Teamchef Frederic Vasseur einräumen, der aber hinter dem Wechsel steht

(Motorsport-Total.com) - Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur gibt zu, dass McLarens frühe Dominanz in der Formel-1-Saison 2025 dazu führte, dass die Scuderia ihre Entwicklung für die aktuelle Saison deutlich früher einstellte, um sich auf 2026 zu konzentrieren. Laut ihm habe Ferrari seine Ressourcen bereits im April komplett auf 2026 verschoben.

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Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur steht hinter dem frühen Wechsel Zoom Download

Aber: Nun räumt er ein, den psychologischen Effekt unterschätzt zu haben, so lange keine nennenswerten Upgrades zu bringen.

"Wir sind nicht gut gestartet, es gab die doppelte Disqualifikation in China. Das hat uns im Vergleich zu den direkten Konkurrenten enorm viele Punkte gekostet, und McLaren war in den ersten vier oder fünf Rennen so dominant, dass wir früh erkannten, wie schwierig 2025 werden würde", erklärt Vasseur.

"Harte Entscheidung"

"Das bedeutete, dass wir uns sehr früh in der Saison - ich glaube Ende April - für den Wechsel auf 2026 entschieden haben. Es war eine harte Entscheidung. Vielleicht habe ich den psychologischen Aspekt etwas unterschätzt, denn wenn du noch 18 oder 20 Rennen vor dir hast und weißt, dass du keine Aero-Updates mehr bringen wirst, ist das mental schwer zu bewältigen", gibt er zu.

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"Aber insgesamt haben wir weiter Druck gemacht. Wir haben einige mechanische Updates gebracht, wir versuchen, operativ besser zu arbeiten - das ist die DNA unseres Sports. Aber wir müssen das akzeptieren. Ich bin weiterhin überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. Und jetzt kämpfen wir unter diesen Voraussetzungen eben um Platz zwei."

Ferraris Entscheidung trägt dazu bei, dass die Scuderia wohl ohne Saisonsieg bleiben wird, es sei denn, sie kann McLaren und Max Verstappen in Katar oder Abu Dhabi noch schlagen. Außerdem erschwert dies Lewis Hamiltons Eingewöhnung beim Team aus Maranello, da er weiter auf sein erstes Ferrari-Podium wartet.

Alle stehen hinter der Entscheidung

Doch Vasseur betont, dass beide Fahrer in den Entscheidungsprozess eingebunden waren, 2025 zu opfern - denn der Regelumbruch 2026 bietet Leclerc und Hamilton die beste Chance, dauerhaft vorne mitzufahren.

"Die Entscheidung wurde von allen im Team getragen", betont er. "Natürlich waren die Fahrer daran beteiligt, denn sie sind voll hinter dem Projekt. In so einer Situation musst du geschlossen handeln - und genau das haben wir in diesem Stadium der Saison getan."


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"Irgendwann schaust du auf die Meisterschaft und siehst, dass es bei dem Tempo und dem Punkteabstand sehr schwierig wird, McLaren einzuholen", so der Franzose. "Also sagst du: 'Okay, mit den Ressourcen, die wir im Windkanal haben, konzentrieren wir uns auf 26.'"

"Auf der anderen Seite kannst du die mechanische Seite weiterentwickeln und Upgrades bringen - nur eben nicht Aero. Und genau das haben wir getan", sagt er. "Ehrlich gesagt haben wir gut auf schwierige Sessions und Wochenenden reagiert. Und wir werden nächstes Jahr sehen, ob wir in dieser Saison gute Arbeit geleistet haben."

Ferrari geht in die letzten beiden Rennen als Vierter der Konstrukteurs-WM, 13 Punkte hinter Red Bull auf Rang drei. Mercedes ist nach der Ausweitung seines Vorsprungs auf 53 Punkte in Las Vegas praktisch außer Reichweite.

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