Ab in den Schredder! Was Max Verstappen mit den Regeln tun würde
Max Verstappen hält das aktuelle Regelwerk der Formel 1 für zu komplex und würde es daher kurzerhand in den Aktenvernichter geben
(Motorsport-Total.com) - Ginge es nach Max Verstappen, dann würden die Zweikampf-Regeln der Formel 1 ganz schnell im Schredder landen, denn die immer länger werdende Liste an Regeln und Verhaltensvorschriften hätten das Racing mittlerweile zu komplex gemacht.
Zuletzt in Brasilien waren die Diskussionen um die Regeln wieder aufgeflammt, nachdem Oscar Piastri für seine Kollision mit Andrea Kimi Antonelli eine Strafe aufgefasst hatte. Carlos Sainz hatte die Strafe für den McLaren-Fahrer als "inakzeptabel" bezeichnet und gemeint, dass die Richtlinien in Katar besprochen werden sollen.
Diese Dokumente legen fest, was beim Überholen innen und außen erlaubt ist und was nicht. Sie dienen als Orientierung, wobei die Rennkommissare formal nicht verpflichtet sind, ihnen strikt zu folgen, da es sich nur um Richtlinien handelt.
Warum Verstappen nichts sagen will
Als Max Verstappen während seiner niederländischen Medienrunde in Las Vegas nach den Richtlinien gefragt wird, will der Red-Bull-Fahrer zunächst nicht zu sehr Stellung beziehen. "Es ist besser, wenn ich nichts sage", meint er.
"Wenn ich etwas dazu sagen möchte, sollte ich das direkt mit den Rennkommissaren oder der FIA klären. Wenn man in der Öffentlichkeit zu viel darüber spricht, kann man auch dafür bestraft werden."
Auf die Frage, ob er dies bei all seinen Medienauftritten stets im Hinterkopf behält, antwortet er: "Natürlich. Ich bin der Einzige, der schon einmal wegen eines Schimpfworts bestraft wurde, also muss ich sehr vorsichtig sein, was ich sage. Dann denke ich mir: 'Am besten sage ich überhaupt nichts.' Leider ist es nun mal so."
Keine Kritik an den Kommissaren
Trotzdem ist Verstappens Meinung über die Zweikampf-Regeln eindeutig: "Ich mag nicht immer alle Regeln, die wir haben, aber ich halte mich einfach an das, was geschrieben steht."
Auf die Frage, ob die Formel 1 mit Regeln für praktisch alles zu komplex geworden sei, antwortet der viermalige Weltmeister: "Das kann man so sagen, ja. Das Problem ist: Je mehr Regeln man erstellt, desto schwieriger macht man es sich selbst."
"Am Ende geht es nicht einmal um die Rennkommissare, denn die folgen einfach dem Regelwerk. Du siehst etwas mit eigenen Augen, bildest dir eine Meinung, aber wenn du dir die Regeln anschaust, kann es wieder anders sein. Was wendet man also an?"
"Die Kommissare sind in einer schwierigen Position. Das habe ich selbst erlebt an meinem großartigen Tag in Marrakesch," lächelt er, in Anspielung auf seine frühere Strafe, als er einen Tag bei den Formel-E-Kommissaren absitzen musste.
"Die Kommissare waren super nett, aber am Ende sind sie an das Regelbuch gebunden. Das macht es manchmal wirklich schwer, die richtige Entscheidung zu treffen."
Beim Meeting in Katar zurückhaltend
Genau diese Richtlinien werden in Katar mit den Fahrern besprochen, aber Verstappen glaubt, dass er während des Fahrerbriefings nicht viel sagen muss: "Ich denke, Carlos und George [Russell] haben dafür schon alles vorbereitet, also lehne ich mich einfach zurück und entspanne mich", scherzt Verstappen.
Wenn er mitreden dürfte, sähen die Richtlinien anders aus: "Ich würde einfach ...", sagt er und ahmt dabei die Bewegung nach, Dokumente in einen Aktenvernichter zu stecken. In Wirklichkeit hat der Niederländer aber kein Interesse daran, in eine Position zu kommen, in der er über solche Dinge entscheiden müsste.
"Nein, ihr werdet mich definitiv nicht als Rennkommissar in der F1 sehen!"


