Sergio Perez: Wie seine Auszeit die Perspektive auf den Sport veränderte
Sergio Perez musste in diesem Jahr auf die Formel 1 verzichten - doch er verrät, dass die erzwungene Auszeit geholfen hat, die Freude am Rennfahren wiederzuentdecken
(Motorsport-Total.com) - Sergio Perez musste in der Formel-1-Saison 2025 eine erzwungene Auszeit nehmen: Nach seinem Rauswurf bei Red Bull nach der Saison 2024 war der 35-jährige Mexikaner ohne festes Cockpit. Ein Umstand, der sich im Nachhinein allerdings als kleiner Glücksgriff erwies, weil ihm dadurch "viele Dinge klar geworden" seien.
"Mir war damals nicht bewusst, dass ich diese Pause brauchte", sagte Perez in einem aktuellen Interview mit F1.com. "Wenn du im Sport bist, wirst du davon mitgerissen, dass du immer an dein nächstes Jahr, dein nächstes Rennen, deinen nächsten Vertrag denkst."
"Es ist, als wärst du im Automatikmodus. Aber sobald du gezwungen bist, da rauszugehen - so wie ich - erkennst du viele Dinge und siehst den Sport anders", ergänzt der langjährige Red-Bull-Pilot. "Wenn du in dieser Formel-1-Blase bist - denn am Ende des Tages ist die Formel 1 eine Blase - machst du dir als Fahrer über viele Faktoren Gedanken."
"Du bist nicht immer zufrieden, weil du dir nicht die zusätzliche Zeit genommen hast, die da gewesen wäre, und so weiter. Und du vergisst, dass das Wichtigste ist, es zu genießen, denn letztlich haben wir das Privileg, das tun zu können, was wir lieben."
Sergio Perez: Man muss den Sport genießen
"Das war für mich die größte Lektion: dass man den Sport genießen muss. Wir sind so wettbewerbsorientiert und so darauf fokussiert, unser Maximum zu geben, dass man vergisst, ihn zu genießen." Perez wird 2026 für Neueinsteiger Cadillac fahren und hat dann wieder die Chance, die Königsklasse zu genießen.
Die Auszeit sei allerdings auch eine willkommene Abwechslung gewesen. "Am Anfang, die ersten ein, zwei Monate, waren großartig", grinst der Mexikaner. "Mir wurde klar, dass ich die Formel 1 vermisst habe, weil ich ihr weiterhin gefolgt bin. Ich bin weiterhin für die Rennen aufgestanden."
"Ich konnte sehen, was passierte - ich sprach mit Freunden, die im Fahrerlager waren, und mir wurde klar, dass ich sie wahrscheinlich mehr vermisst habe, als ich dachte. Und als dann die Gespräche mit Cadillac begannen und wir diese Leidenschaft für den Rennsport spüren konnten, da fühlte ich, dass noch etwas in mir steckt."
Perez will Formel 1 mit Lächeln verlassen
Ob sich Perez sogar neu in die Formel 1 verliebt hat? "Ja, definitiv", grinst er und blickt auf die letzten Rennen in seinem ehemaligen Team zurück. "Man muss bedenken, dass meine letzten sechs Monate bei Red Bull in jeder Hinsicht sehr schwierig für mich waren."
"Ich habe angefangen, eine gewisse Demotivation gegenüber dem Sport zu entwickeln, und das darf ich nicht zulassen, denn dieser Sport hat mir alles gegeben. An dem Tag, an dem ich den Sport verlasse, möchte ich das mit einem großen Lächeln und mit viel Respekt tun, weil mir dieser Sport alles ermöglicht hat."
"Es fühlt sich großartig an", freut sich der Mexikaner nun auf sein Comeback in der kommenden Saison. "Nach rund 15 Jahren in der Formel 1 so eine Art Neustart zu bekommen und dann wieder die ganze Energie zu spüren für das, was ich als meinen letzten Abschnitt im Sport sehe ..."
Welche Ziele für den Cadillac-Neustart gelten
"Ich habe jetzt all die Energie, um wieder voll einzusteigen, mit dem Team zu arbeiten, das Team in allen Bereichen nach vorne zu bringen, auch im Simulator. Es ist ein neues Team, wir fangen im Grunde bei null an", erinnert der 35-Jährige, der bereits die ersten Testfahrten absolviert hat.
Der Neustart mit Cadillac wird allerdings nicht einfach. "Für mich ist es eher zweitrangig, wo wir starten", räumt der Mexikaner ein. "Wichtiger ist, wie schnell wir vorankommen. Ich möchte das Team vom ersten Tag an nach vorne bringen. Ich denke, wir werden viele Leute überraschen können."
"Das ist unser Ziel: von Beginn an einen starken Eindruck in der Formel 1 zu hinterlassen", stellt Perez mit Blick auf die Saison 2026 klar. "Ich betrachte das als mein großes, finales Projekt in diesem Sport und ich möchte sicherstellen, dass es ein erfolgreiches Comeback wird."


