• 19. Oktober 2025 · 19:17 Uhr

"Ich war richtig sauer": Oliver Bearman rechnete nach Sprint-Vorfall mit Rennsperre

Im Duell um den 8. Platz im Sprint von Austin wurde es zwischen Antonelli und Bearman kurzfristig eng - letzterer rechnete sogar mit einer Rennsperre

(Motorsport-Total.com) - Oliver Bearman fürchtete, für das Abdrängen von Mercedes-Fahrer Andrea Kimi Antonelli bei Kurve 12 am Ende der Gegengeraden beim Großen Preis der USA eine Formel-1-Rennsperre zu erhalten.

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Oliver Bearman (Haas) im Sprint-Duell (2025) um Platz 8 mit Kimi Antonelli (Mercedes) Zoom Download

Antonelli ging in Runde 14 von den insgesamt 19 in Kurve 15 auf den Haas-Piloten Bearman los, um Platz 8 und somit Punkte zu erobern. Am Scheitelpunkt lag Antonelli auf der Innenbahn vorn, während Bearman außen herum - komplett außerhalb der Strecke - vorbeizog und vor ihm wieder auf die Strecke zurückkehrte.

Doch die Anweisungen der Rennleitung sind hier eindeutig: Wer am Scheitelpunkt innen vorne liegt, muss dem Piloten auf der Außenbahn keinen Platz lassen. Daher erhielt Bearman eine Zehn-Sekunden-Strafe. In der Folge verlor er in der Safety-Car-Phase, unter der das Sprintrennen endete, Platz 8 und damit einen WM-Punkt. (Zum Sprint-Bericht)

Bearman "ziemlich sauer"

Wichtig jedoch: Bearman bekam keine zusätzlichen Punkte, auf sein bereits mit zehn Zählern prall gefülltes Strafenkonto. Zwei weitere Punkte hätten eine Rennsperre für den Großen Preis von Mexiko 2025 bedeutet. (Zum Formel-1-Rennkalender) Solange ein Fahrer jedoch beim Wiedereintritt auf die Strecke nicht unsicher agiert, werden in solchen Fällen keine Strafpunkte ausgesprochen.

"Ich weiß nicht, wie ihr das gesehen habt, aber heute Morgen fühlte ich mich ziemlich ungerecht behandelt", sagte Bearman zu den Medien. "Ehrlich gesagt dachte ich für einen Moment, dass ich eine Rennsperre bekommen hätte - da war ich wirklich sauer. Nach allem, was passiert ist, war ich ziemlich aufgebracht."

Der 20-Jährige war mit der Strafe nicht einverstanden, verzichtete jedoch darauf, sich kritisch über die Rennkommissare zu äußern.

Safety-Car verhindert Chance, Platz zurückzugeben

Durch das angesprochene Safety-Car - ausgelöst durch die Kollision von Lance Stroll mit Bearmans Haas-Teamkollegen Esteban Ocon - war das Team laut Bearman zudem nicht in der Lage, schnell zu entscheiden, ob Antonelli vorbeigelassen werden sollte.

"Aus unserer Sicht hatten wir gar nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, weil sofort das Safety-Car kam", erklärte der Brite. "Aber aus meiner Perspektive war es wirklich knapp.


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Wie gesagt - in diesen zwei Zehntelsekunden, als er innen hereinstach, konnte ich kaum einschätzen, wo er relativ zu meinem Spiegel war. Ich habe das dem Team überlassen. Aber als sie bereit waren, eine Entscheidung zu treffen, war das Safety-Car schon draußen. Es ist einfach albern - zehn Sekunden für das Ganze..."

"Habe mich mit letzter Kraft verteidigt"

Die Zehn-Sekunden-Strafe warf Bearman vom achten auf den 15. und letzten Platz im Sprint zurück.

"Ob Achter, Neunter oder 20. - das ist mir eigentlich egal. Es ist schade, denn ich war Achter und wollte alles geben, um den Platz zu halten. Wir hatten Glück, überhaupt auf P8 zu liegen", gestand er nach der turbulenten ersten Runde, in der er durch den Kurve-1-Crash profitierte und von Platz 16 auf Rang 8 nach vorne kam. "Ich habe mich wirklich mit letzter Kraft verteidigt - trotz des Set-ups, das für große Benzinmengen und lange Stints ausgelegt war und damit wahrscheinlich nicht ideal. Und dann wurde ich rausgedrängt.

Aber gut - morgen versuche ich einfach, mich aus allem rauszuhalten."

Upgrade scheint zu funktionieren

Auf der positiven Seite: Das Haas-Upgrade, das Ocon im ersten Freien Training getestet hatte, erwies sich als erfolgreich genug, um im weiteren Verlauf des Wochenendes an beiden Autos eingesetzt zu werden. Für Bearman war es allerdings eine Herausforderung, da die neuen Teile erstmals im Sprint-Qualifying gefahren wurden.

"Im Großen und Ganzen denke ich, dass uns das Update in die richtige Richtung bringt", analysierte der Haas-Rookie. "Ich würde sagen, es macht das Auto etwas sensibler und fahrerisch anspruchsvoller - das ist sicher. In Q2 habe ich in meinem zweiten Run einen Fehler gemacht. Schon ein bisschen Wind reicht aus, um das Heck herumzudrehen.

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Das ist der Kompromiss in dieser Phase des Reglements: Wenn man das Auto schneller macht, wird es automatisch empfindlicher. Aber es ist definitiv schneller - und das ist alles, was zählt."

Starkes Qualifying vom Rookie

Bearman qualifizierte sich schließlich auf Rang 8 für das Hauptrennen, 0,844 Sekunden vor Ocon in Q1. Sein Teamkollege kam am Ende der Qualifikation über Platz 17 nicht hinaus. (Zum Qualifying-Bericht)

"Ich wusste, dass es eine riesige Herausforderung wird", fügte er hinzu. "Deshalb bin ich jetzt sehr stolz auf mich und darauf, was das Team erreicht hat."

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