• 06. Dezember 2022 · 07:32 Uhr

Otmar Szafnauer: Risiko-Herangehensweise von Alpine war richtig

Auch wenn Fernando Alonso 2022 nicht glücklich über die Zuverlässigkeit des Alpines war, betont Teamchef Otmar Szafnauer, wie wichtig diese Herangehensweise war

(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso war gegen Ende der Formel-1-Saison 2022 froh über seinen baldigen Wechsel von Alpine zu Aston Martin. Je näher der Alpine-Abschied rückte, desto mehr Zuverlässigkeitsprobleme schien er zu haben, obwohl er damit auch zu Saisonbeginn bereits viele Punkte verlor.

Fernando Alonso

Der Ausfall von Fernando Alonso in Mexiko Zoom Download

In den letzten neun Rennen nach der Sommerpause schied Alonso gleich viermal aus, wobei er vorher immer aussichtsreich in den Punkten lag. Insgesamt waren es 2022 sechs Ausfälle für Alonso, wobei auch noch die technischen Probleme im Qualifying von Australien sowie im Sprintrennen von Österreich hinzukommen.

Sein Teamkollege Esteban Ocon schied nur zweimal aus, womit er den Grundstein legen konnte, um Alonso in der Fahrerwertung hinter sich zu lassen. Mit 81:92 war es Alonsos erstes verlorenes Teamduell seit 2015 gegen Jenson Button bei McLaren.

Szafnauer hat Verständnis für Alonso-Frustrationen

Obwohl sich der Spanier am Ende ziemlich kritisch über das Alpine-Team äußerte, hat Teamchef Otmar Szafnauer Verständnis für Alonsos Frustrationen: "Ich meine, er hatte mit Sicherheit mehr Ausfälle als Esteban. Und das war immer zu Zeiten, in denen er gute Punkte hätte holen können."

"Also ja, er hat da einen Punkt. Und ich bin auch nicht glücklich darüber, dass er zum Beispiel in Melbourne vielleicht auf der Poleposition hätte stehen können, aber er hatte ein Problem im Qualifying. Das war natürlich enttäuschend."

Fernando Alonso

Nach dem Ausfall in Mexiko war Fernando Alonso am Boden zerstört Zoom Download

"Aber selbst wenn wir keine Probleme mit Fernandos Auto gehabt hätten und er all die Punkte geholt hätte, die er verloren hat, wären wir trotzdem Vierter in der Konstrukteursmeisterschaft geworden. Das war unser Ziel. Und das haben wir erreicht."

Warum der erste Test für Alpine ein Problem war

Wie Ferrari hat Alpine Probleme bei der Zuverlässigkeit hingenommen, um die Motorleistung stark zu verbessern, da die Motorenentwicklung nun bis 2026 eingefroren ist. An der Zuverlässigkeit darf aber nachgebessert werden. Besonders der erste Test in Barcelona war daher für Alpine kritisch, wie Szafnauer erklärt.

"Der erste Test hatte aus mehreren Gründen seine Probleme", sagt er. "Erstens, oder hauptsächlich, weil wir die Leistungsgrenzen ausreizen wollten. Das bedeutet aber auch, dass man bei den Motoren und der Leistung Risiken eingeht und bei der Zuverlässigkeit nicht konservativ vorgeht, und das haben wir gesehen. Aber wir können die Zuverlässigkeit verbessern."

"Und zweitens bedeutet die Steigerung der Leistung beim Fahrwerk, dass man länger iterieren muss, bevor man Teile für das echte Auto freigibt. Und das bedeutet, dass man unter Druck steht, sie rechtzeitig zu produzieren. Und wenn bei der Produktion etwas schief geht, ist das ziemlich kritisch."

Szfnauer: Nur Mercedes hat besser entwickelt als wir

"Und beides haben wir vergangenes Jahr gemacht. Das bedeutete, dass wir am Anfang ein bisschen zu kämpfen hatten. Aber als wir erst einmal genug Autoteile hatten und anfingen, das Auto zu verstehen, kamen die Updates", so Szafnauer, der betont, dass sich diese Herangehensweise gelohnt hat.

"Wir müssen uns die Steigerungsrate ansehen, die Steigerungsrate der Verbesserungen, um zu sehen, wie wir im Vergleich zu einigen der anderen abschneiden. Aber ich denke, wir gehören zu den Besten, von da, wo wir angefangen haben, bis da, wo wir aufgehört haben, vielleicht auch mit Mercedes", vermutet er.


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Gleichzeitig sagt Szafnauer, dass seine Sichtweise auf die Vorgehensweise von Alpine womöglich anders aussehen würde, wenn der Poker nicht geklappt und das Team hinter McLaren in der WM gelandet wäre. Doch am Ende ist ja noch einmal alles gut gegangen.

Warum Alpines Poker voll aufging

"Ich bin froh, [dass wir es getan haben], aber ich meine, wenn wir Fünfter geworden wären, hätte ich vielleicht etwas anderes gesagt. Aber selbst wenn wir dieses Jahr von Anfang an zuverlässig gewesen wären, bezweifle ich, dass wir Dritter geworden wären. Davon sind wir noch weit entfernt."

Auf den dritten Platz, den 2022 Mercedes belegte, fehlten dem Alpine-Team ganze 342 Punkte. Somit war der Abstand fast doppelt so groß, wie Alpine überhaupt an Punkten einfahren konnte. Daher bestätigt Szafnauer: "Der vierte Platz ist also wahrscheinlich das Beste, was wir in diesem Jahr hätten erreichen können."

"Deshalb war es die richtige strategische Entscheidung, auf Leistung zu setzen, auch wenn das auf Kosten der Zuverlässigkeit geht, denn wir sind Vierter geworden. Und jetzt ist es eine gute Basis für das nächste Jahr. Die Autos werden leicht verändert, aber die Antriebsstränge sind zum Beispiel eingefroren."

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