• 12. Oktober 2019 · 09:54 Uhr

"Brauchen keine vier Stunden Training": Suzuka Vorbild für neues Format?

Die Formel 1 muss ihr Programm in Suzuka in zwei Tagen abhalten: Für die Fahrer könnte das Vorbild für ein generell kürzeres Format sein

(Motorsport-Total.com) - Im Zuge der Regeländerungen ab 2021 zieht die Formel 1 auch eine Abkehr vom traditionellen Zeitplan in Erwägung - einerseits um das Programm etwas knackiger zu machen, andererseits um die Arbeitsbelastung bei einer steigenden Anzahl Rennen etwas zu minimieren.

Nico Hülkenberg, Romain Grosjean, Alexander Albon

Schon am Freitag herrschte in Suzuka reger Fahrbetrieb Zoom Download

In Suzuka wird die Formel 1 durch Taifun Hagibis zu ihrem Glück gezwungen und muss alles auf zwei Tage verkürzen. Das dritte Training fällt ersatzlos ins Wasser, das Qualifying wird am Sonntagvormittag vor dem Rennen abgehalten.

Bei den Fahrern kommt das ziemlich gut an. Schon der Freitag war etwas aufregender, weil das zweite Training möglicherweise einen Einfluss auf die Startaufstellung haben könnte, sodass neben den Longruns auch noch Qualifying-Versuche gefahren wurden.

"Wir haben einen guten Motorenmodus benutzt, und ich habe das wirklich für ein gutes Format gehalten", sagt Romain Grosjean, einer der Vorsitzenden der Fahrervereinigung GPDA. Er könnte sich vorstellen, das öfter so zu machen: "Du hast eineinhalb Stunden, du hast Reifen, du hast Zeit, du musst am Nachmittag Longruns fahren, willst aber auch schnelle Runden drehen. Also gibt es viel Action."

Zwei Tage reichen aus

Der Franzose erachtet es als sinnvoll, das Programm auf zwei Tage zu verkürzen, und rennt damit bei seinen Kollegen offene Türen ein: "In der Formel 1 haben wir zu viel Trainingszeit. Wir brauchen gar nicht vier Stunden", sagt Daniel Ricciardo. Zumal man aufgrund der Reifensituation und dem Schonzwang für Motoren und anderes Material ohnehin nur eingeschränkt fährt.


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"Ich denke, man schafft in zwei Tagen genug", sagt der Renault-Pilot weiter. "Warum nicht? Mich stört das nicht", stimmt auch Daniil Kwjat zu. Genau wie Nico Hülkenberg: "Nach zehn Jahren würde ich die Veränderung wohl begrüßen", sagt er. "Ich bin nicht dagegen."

Zu allererst würde er den für viele Fahrer ungeliebten Donnerstag loswerden. "Und dann den Freitag", so der Deutsche. Doch der Donnerstag ist traditionell für Medientermine reserviert. "Ich kann auch Freitagabend mit euch sprechen, keine Sorge", sagt er.

22 Rennen würden "machbarer"

Doch egal wie die Verschiebung des Zeitplanes auch aussieht, ein Tag weniger wäre für alle Beteiligten gut, finden die Piloten. "Dann können die Jungs ein bisschen mehr Zeit zuhause verbringen - und wir auch", sagt Kwjat. "Aber hauptsächlich geht es um die Jungs, die so viele Tage arbeiten. Vielleicht könnte dieser Extratag sie wieder etwas lebendiger machen, also warum nicht?"

Denn für viele Mitarbeiter geht ein Formel-1-Wochenende nicht nur von Freitag bis Sonntag. Sie müssen schon Mittwoch alles in Akkordarbeit aufbauen, erst am Montag ist der Großteil des Materials wieder verstaut.


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Zuletzt hatte es immer wieder Diskussionen um den neuen Formel-1-Kalender gegeben. 2020 werden mit 22 Rennen so viele wie noch nie ausgetragen, und es sollen in Zukunft sogar noch mehr werden, was bei den Beteiligten nicht gerade positiv gesehen wird.

"Wir haben im kommenden Jahr 22 Rennen. Und wenn wir es um einen Tag kürzen, anstatt Mittwoch zu kommen und vielleicht Sonntag oder Montag abzureisen, dann wäre das gut", findet Ricciardo. "Das würde die 22 Rennen machbarer gestalten."

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