• 13. Juli 2019 · 23:34 Uhr

Robert Kubica: Keine Gespräche über 2020 vor August

Williams-Pilot Robert Kubica will sich in der Formel-1-Sommerpause Gedanken über seine Zukunft machen - Erinnerungen an BMW-Sauber-Jahre 2008 und 2009

(Motorsport-Total.com) - Robert Kubica wird die Saison mit Williams zu Ende fahren. Das hat Teamchefin Claire Williams ein für alle Mal klargestellt. Sie ist wie auch der Pole genervt von den Gerüchten rund um eine vorzeitige Ablöse des Rückkehrers. Wie die Zukunft Kubicas allerdings nach Abu Dhabi aussehen wird, ist noch nicht geklärt.

Robert Kubica

Kubica will sich in der Sommerpause über die Zukunft Gedanken machen Zoom Download

"Vieles wird davon abhängen, was möglich ist und was ich gerne machen möchte. Derzeit haben wir sehr viel um die Ohren, daher wird August ein guter Zeitpunkt sein, um dem Fahrerlager fernzubleiben und darüber nachzudenken", antwortet der Williams-Fahrer.

Er möchte zunächst für sich selbst klären, was er in Zukunft möchte. Diese Vorstellungen wird er in der Formel-1-Sommerpause ordnen und mit den realistischen Möglichkeiten abgleichen. "Mal sehen, was realistisch gesehen möglich ist. Denn ich war immer sehr ehrlich zu mir selbst."

Noch nicht über Williams 2020 gesprochen

Er werde all seine Optionen ausloten. "Man kann sich natürlich vieles wünschen, aber wenn sich keine Chance bietet, dann wird es sich nicht erfüllen." Deshalb wird Kubica, der erst in dieser Saison sein Formel-1-Comeback feiern durfte, genau eruieren, was möglich und erreichbar scheint.

Ob die Reise mit Williams weitergehen wird, weiß er zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Auch über das nächstjährige Auto habe er mit dem Team noch nicht gesprochen. "Zu diesem Zeitpunkt kann man alles sagen über das nächste Jahr. Ich habe schon verschiedenste Szenarien erlebt", erinnert sich der 34-Jährige.

"Ich sage immer - und das hat nichts mit Williams zu tun - dass das neue Auto im Windkanal immer stark aussieht." Die Erfahrung hat den Polen allerdings gelehrt, dass der Realitätscheck auf der Rennstrecke die wahre Pace offenbart.


Fotostrecke: Auf und Ab: Die Karriere von Robert Kubica

Williams hat bereits angekündigt, den FW42 als Grundlage für die Entwicklung 2020 heranzuziehen. Kein gutes Omen, wenn man sich die aktuellen Ergebnisse ansieht? "Man weiß nie, wie gut die anderen Teams sein werden. Man kann aber davon ausgehen, dass die meisten Teams in der Formel 1 heutzutage einen guten Job machen, weil es kein schwaches Team mehr gibt."

Wenn ein Team tatsächlich kein gelungenes Auto auf die Strecke stellt, dann seien die meisten auch in der Lage, das wieder auszumerzen. "Daher macht es überhaupt keinen Sinn, jetzt ins Detail zu gehen, was das nächstjährige Williams-Auto betrifft."

Allerdings fügt er hinzu: "Okay, wenn man so weit zurückliegt, dann ist es einfach vorherzusagen, dass man nicht um Weltmeistertitel kämpfen wird, aber man weiß nie ..." In seiner ersten Formel-1-Karriere hat er ebenso bereits seine Wunder erlebt, erinnert sich Kubica.

Erinnerungen an 2008: "Im Winter die Langsamsten"

"2008 mit BMW waren wir beim ersten Wintertest die Langsamsten. Im ersten Grand Prix sind wir dann aus der ersten Reihe gestartet." Mit einem Sieg, sieben Podestplätzen und einer Pole-Position schaffte er sein bislang bestes WM-Ergebnis: Rang vier.

"Für 2009 wurde mir gesagt, dass wir um die Weltmeisterschaft kämpfen werden. Und dann waren wir eines der schwächsten Teams das gesamte Jahr über." Nur ein Jahr nach der starken Saison 2008 stürzte Kubica in der WM auf Rang 14 ab.


Fotos: Grand Prix von Großbritannien


"Die Formel 1 ist so schön, weil sie unberechenbar ist." Und deshalb wirft der Pole auch in der verzwickten, aktuellen Situation nicht sofort das Handtuch. "Diese Saison ist noch lang. Wenn man für gewöhnlich nur noch über das nächste Jahr spricht, dann bedeutet das, dass es keinen Grund mehr gibt, über dieses Jahr zu reden."

Hoffnung macht ihm, dass Williams unermüdlich weiterentwickelt: "Wir bekommen bald neue Teile, von denen wir uns etwas erwarten. Wenn das in der Realität funktioniert, dann könnten wir näher an die anderen rankommen. Aber ich erwarte nicht, dass wir jetzt plötzlich mit ihnen kämpfen können."

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