• 22. Mai 2019 · 19:13 Uhr

Vettel gibt zu: Euphorie vom Saisonauftakt ist verflogen

Sebastian Vettel macht nach dem schlechten Saisonstart weniger Euphorie bei Ferrari aus, betont aber die trotzdem gute Stimmung bei der Scuderia

(Motorsport-Total.com) - Der ernüchternde Saisonauftakt hat bei Ferrari für eine abfallende Euphorie gesorgt, wie Sebastian Vettel sagt: "Natürlich ist am Anfang der Saison immer viel Euphorie dabei, weil man nicht genau weiß, wo man steht", meint Vettel. Doch als nach den vielversprechenden Testeindrücken der Saisonstart in die Hose ging, sei die Euphorie der Ernüchterung gewichen.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel will nicht von einer Fehlkonstruktion sprechen Zoom Download

Ferrari hat die ersten fünf Rennen gegen Mercedes deutlich verloren und war zuletzt in Barcelona trotz umfangreichem Update chancenlos gegen die Silberpfeile. Trotzdem betont Vettel, dass die Stimmung bei der Scuderia unverändert gut sei: "Das ganze Team ist gut drauf. Alle haben nach wie vor sehr viel Motivation und Spaß an dem Job", sagt er.

Der Deutsche weiß jedoch auch, dass Ferrari unbedingt ein gutes Ergebnis braucht, um die Stimmung im Team aufrecht zu halten. Ferrari ist sich bewusst, dass man viel Arbeit vor sich hat, um den Rückstand auf Mercedes aufzuholen und den WM-Kampf vielleicht doch noch einmal spannend zu machen.

SF90 "Auf keinen Fall" eine Fehlkonstruktion

Der SF90 ist nicht die erhoffte Wunderwaffe, die man sich in Italien versprochen hatte. Vor allem in den Kurven ist man der Konkurrenz unterlegen, und mit den neuen Pirelli-Reifen mit der dünneren Lauffläche kommt man ebenfalls nicht so gut zurecht. "Unser Auto ist nicht schnell genug, und das triggert vielleicht, dass man sich nicht mehr im richtigen Reifenfenster befindet", sagt Vettel. "Das Fenster ist leider extrem schmal."


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Es gibt einige Baustellen am Auto, als Fehlkonstruktion würde es Vettel auf Nachfrage aber "auf keinen Fall" bezeichnen: Es gibt viele Autos, die hinter uns fahren. Das sind dann eher die Fehlkonstruktionen", winkt er ab. Der Ferrari sei ein gutes Auto, aber Mercedes derzeit eben besser. "Sind wir damit zufrieden? Nein. Können wir es über Nacht ändern? Vielleicht nicht. Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, unser Auto und unser Paket zu verbessern, um schneller zu werden und wieder ganz nach vorne zu kommen", sagt der Deutsche.

Nicht geholfen haben dürfte, dass Ferrari sein Personal wieder einmal mächtig umgeworfen hat - nicht zum ersten Mal in den vergangenen Jahren. Nach dem Tod von Sergio Marchionne musste ein neuer Präsident installiert werden, Teamchef Maurizio Arrivabene musste gehen und wurde durch Mattia Binotto ersetzt, der nun mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erfüllen hat.

In Monaco kann alles passieren

"Natürlich ist es ein Wechsel, aber im Grunde verdauen wir solche Wechsel eigentlich recht gut", will Vettel die Gründe nicht dabei suchen. "Die Resultate zeigen einen Trend in die richtige Richtung. Wir müssen einfach weiter daran glauben, was wir tun. Es gab einige positive Zeichen, aber auch negative - ohne Zweifel."

Welcher Trend positiv ist, ist nach dem Debakel von Barcelona Vettels Geheimnis, doch nun steht mit Monaco ein Rennen an, das Fluch & Chance zugleich sein kann. Ferrari kommt in den langsamen Kurven eigentlich überhaupt nicht zurecht und hat auch seit 2001 nur einen Sieg feiern können, gleichzeitig steht Monaco aber auch häufig für unvorhergesehene Rennausgänge.


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"Monaco ist immer ein Rennen, in dem alles passieren kann, in dem alles drin ist. Ein bisschen Roulette", sagt Vettel, gibt aber auf die Frage, welche Hoffnung es gibt, dass Monaco besser wird "noch keine" zur Antwort. "Natürlich haben wir uns gerade in den langsamen Kurven zuletzt ein bisschen schwergetan. Aber ich denke, Monaco schreibt da seine eigenen Gesetze", so der viermalige Weltmeister.

"Die Strecke ist so einzigartig, und alles kann passieren, sodass es vermutlich irrelevant ist, was das Papier sagt oder wie die Form der vergangenen fünf Rennen ist." Er sieht keinen Grund, warum Ferrari im Fürstentum nicht ein gutes Rennen haben sollte. "Natürlich wissen wir, dass wir nicht schnell genug sind, um Mercedes zu besiegen, aber wir arbeiten sehr hart daran, um so schnell wie möglich einen Unterschied machen zu können."

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