• 17. April 2019 · 06:32 Uhr

Ferrari-Elektronik: Beim nächsten Wechsel droht bereits Strafe

Entweder zuverlässig oder schnell, aber nicht beides zusammen: Ferrari droht wegen der Elektronikprobleme die erste Strafe wegen Komponententauschs

(Motorsport-Total.com) - Einige Formel-1-Teams werden 2019 noch von Zuverlässigkeitsproblemen geplagt. Renault zum Beispiel hat zwar in Sachen Performance einen Fortschritt gemacht, bezahlt dafür aber mit Defekten im Bereich der MGU-K. Und auch bei Ferrari halten sich Gerüchte über Kinderkrankheiten im Bereich des Antriebsstrangs hartnäckig.

Ferrari SF90 in der Box

Das Ferrari-Team kämpft 2019 noch mit der Zuverlässigkeit des Antriebsstrangs Zoom Download

Helmut Marko hatte nach dem Grand Prix von Australien die Theorie in den Raum gestellt, Ferrari sei dort nur schaumgebremst gefahren, weil man angeblich Probleme mit der Kühlung hatte.

Zwei Wochen später in Bahrain war der Ferrari wie ausgewechselt - aber eben auch unzuverlässig: Charles Leclerc verlor den sicher scheinenden Sieg ein paar Runden vor Schluss, weil einer der sechs Zylinder seinen Dienst quittiert hatte.

In China liefen die Ferraris zwar zuverlässig, dafür waren sie aber in Sachen Performance weg vom Fenster. Und auf Antriebsseite gab es die nächsten Probleme: Die elektronische Steuereinheit wurde als Problemquelle identifiziert und ausgetauscht - zumindest bei den beiden Werksautos und bei Haas.

Es handelte sich dabei aber nicht um ein Performance-Upgrade, sondern um eine Präventivmaßnahme wegen der Zuverlässigkeit.

"Wir haben sie gewechselt, weil sie an Charles' Auto in Bahrain versagt hat", sagt Teamchef Mattia Binotto über die Ferrari-Elektronik. "Wir wussten, dass wir mit der ersten Entwicklungsstufe der Steuereinheit Zuverlässigkeitsprobleme haben. Bei Charles mussten wir sowieso wechseln. Bei Seb taten wir es aus Sicherheitsgründen. Und unseren Kundenteams empfahlen wir den Wechsel auch."

Haas folgte der Empfehlung, Alfa Romeo nicht - was prompt am Auto von Antonio Giovinazzi Probleme bereitete. Teamchef Frederic Vasseur entschuldigte sich später dafür. Weil die neue Steuereinheit eine Änderung der Motoreninstallation nach sich gezogen hätte, war ein Umbau vor dem Grand Prix von China aber nicht möglich.


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Binotto stellt klar, dass die unterschiedlichen Ausbaustufen der elektronischen Steuereinheit "keine Auswirkungen" auf die Performance der Ferrari-befeuerten Autos haben. Es ist jedoch auffällig, dass Ferrari bisher entweder schnell oder zuverlässig war - aber noch nie beides zusammen.

Dass die Ferrari-Fahrer bereits im dritten von 21 Rennen auf die zweite Steuereinheit gewechselt sind (Übersicht Antriebs- und Motorenkomponenten Formel 1 2019), kann ein, muss aber kein Problem sein. Zwar sind pro Saison nur zwei solcher Komponenten erlaubt - der nächste Wechsel würde also bereits eine Strafe nach sich ziehen.

Aber die Elektronik ist auch kein Verschleißteil im klassischen Sinn und somit durchaus dazu in der Lage, eine komplette Saison zu überstehen.

Was schon eher problematisch werden könnte: Wenn Ferrari mit dem zweiten und dritten Motor der Saison Performance-Updates einführt, kann das mitunter auch Updates der Steuereinheit erforderlich machen. Die können dann aber nur noch im Soft- und nicht mehr im Hardware-Bereich erledigt werden ...

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