• 05. Dezember 2018 · 14:10 Uhr

"Wurden vorgeführt": Trotzdem will Vettel "nicht alles auf den Kopf stellen"

Sebastian Vettel spricht über das abgelaufene Formel-1-Jahr und sieht auch eigene Fehler ein - Für 2019 folgt die nächste Kampfansage an Lewis Hamilton

(Motorsport-Total.com) - Ferrari hat 2018 wieder einmal eine gute Saison gezeigt, doch unter Strich musste man festhalten, dass es erneut nicht für einen Titel gereicht hat - und das bereits zum zehnten Mal in Folge. Vizemeister ist Sebastian Vettel geworden, Vizemeister ist auch Ferrari geworden - aber eben immer nur Vize. Die Scuderia hat aber genug davon, immer nur Zweiter zu werden. 2019 soll es einen Schritt nach oben gehen. Doch dafür muss man in einigen Bereichen zulegen.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel will 2019 nicht schon wieder nur Zweiter werden Zoom Download

Ferrari fing schlecht an, hatte aber zu Saisonbeginn das nötige Rennglück. Über den Sommer wurde man zur Messlatte im Feld, bevor man am Ende der Saison keinen Stich mehr gegen Mercedes sah. "Wir waren Ende der Saison einfach nicht stark genug. Hier und da wurden wir vorgeführt und hatten einfach keinen Anschluss. Das ist zwar bitter, aber man muss es auch akzeptieren", sagt Vettel. "Lewis und Mercedes haben das ganze Jahr einen guten Job gemacht. Sie waren wieder einmal die Kraft, die es zu schlagen galt."

Das ist Ferrari jedoch nicht gelungen. Die Gründe davon liegen für Außenstehende nicht unbedingt auf der Hand. Klar ist, dass sich Ferrari im Herbst in der Entwicklung verrannt hat und zurückgehen musste, und auch Sebastian Vettel hat mit einigen Fehlern seinen Teil dazu beigetragen. "Ich war hier und da nicht ganz auf meinem Leistungsniveau", gibt er zu. "Ich denke, dass ich es manchmal besser hätte machen können."

Doch am Deutschen alleine lag es nicht. "Wir hatten auch viele Rennen, in denen wir alles aus dem Auto und dem Paket geholt haben", sagt er. Doch in den Momenten war Mercedes meist noch stärker und Ferrari nicht auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit. Das wurde vor allem nach dem Tod von Präsident Sergio Marchionne deutlich, nach dem die Leistungskurve deutlich nach unten zeigte.


Fotostrecke: Sebastian Vettel: Diese Fehler haben ihm 2018 den WM-Titel gekostet

"Realistisch gesehen gab es in keinem der letzten Rennen die Chance, das Auto auf die Pole zu stellen, das Rennen von der Spitze aus zu bestimmen und zu gewinnen, wie es unserem Stil entspricht", sagt Vettel. "Die Rennen waren immer so, dass wir knapp dahinter oder weiter hinten gestartet sind und uns durch das Feld kämpfen und einige Autos überholen mussten. Unser Renntempo war besser, ja. Aber letztlich nicht gut genug."

Jetzt gilt es zu schauen, was man bei Ferrari besser machen kann, um den Titel 2019 wieder in Angriff zu nehmen. Laut Vettel habe man verstanden, was im Herbst schief lief, und seine Lehren daraus gezogen. "Es sind einfach ein paar Dinge innerhalb des Teams passiert", sagt der Deutsch, weiß aber auch: "Das Team ist stark, und das Team hat eine Menge Potenzial."


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"Jetzt liegt es an uns, auf jedes einzelne Detail zu schauen und sicherzustellen, dass wir als stärkere Gruppe daraus hervorgehen. Das ermöglicht uns, ein stärkeres Paket für das kommende Jahr und die Zukunft aufzustellen." Ein großer Umbruch, so Vettel, sei bei Ferrari nicht notwendig - auch bei ihm selbst nicht: "Ich denke nicht, dass ich alles auf den Kopf stellen muss. Aber ich kann definitiv einige Dinge anpassen und stärker werden."

Konkurrent Lewis Hamilton hatte er schon nach dem verlorenen Titel in Mexiko versprochen, dass er 2019 wieder nach dem Titel greifen wird. Seine Ansage an den fünfmaligen Weltmeister ist daher eindeutig: "Es ihm schwermachen und ihm den Titel wegnehmen. Ganz einfach. Das dann umzusetzen wird nicht so einfach."

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