• 17. Juni 2017 · 11:59 Uhr

Motorenreglement 2021: Renault spricht sich für Stabilität aus

Während Red Bull bereits Sturm gegen die aktuellen Motoren läuft, plädiert Renault für Stabilität beim Reglement: Das würde Kosten senken und die Show verbessern

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 steht vor einer wichtigen Zukunftsfrage. Es geht um die neuen Formel-1-Motoren ab der Saison 2021, für die bereits in den kommenden Monaten die Weichen gestellt werden müssen. In der jüngsten Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen um die aktuellen Antriebe, die zu kompliziert, zu teuer, zu leise und zu wichtig sind - in diese Richtung gehen zumindest viele Aussagen Beteiligter.

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Bei Renault macht man sich Gedanken über die Motorenzukunft der Formel 1 Zoom Download

Red Bull ging zuletzt sogar so weit, dass man den Ausstieg androhte, sollte man am aktuellen Antriebskonzept mit 1,6-Liter-V6-Hybridantriebseinheiten mit zwei Elektromaschinen festhalten. Auch bei Renault macht man sich natürlich Gedanken, wie die Motorensituation aussehen soll. Teamchef Cyril Abiteboul sieht jedoch keinen Weg vorbei an der aktuellen Motorenlösung - wenn auch mit einigen Anpassungen.

"Wir glauben an die Elektrifizierung. Die Welt geht in Richtung weniger Emissionen, von daher kann die Formel 1 dieser Entwicklung nicht den Rücken zudrehen", sagt der Franzose gegenüber 'formula1.com'. Eine Rückkehr zu den alten Saugmotoren ohne Hybridanteil hält er für nicht durchsetzbar, gleichzeitig sieht er die Serie aber nicht auf dem gleichen Weg wie die Formel E, die rein auf Elektroenergie setzt.

Balance zwischen Technologie und Show

"Alle Autos werden in Zukunft Hybride sein. Natürlich meinen wir nicht voll elektrische Autos. Es geht darum, die Balance zwischen Verbrennungsmotoren, die die DNS der Formel 1 darstellen, und der Elektrifizierung herzustellen", so Abiteboul. Gleichzeitig müsse man die richtige Balance zwischen Technologie und Show herstellen, denn aktuell geht ihm die Bedeutung der Power-Units zu weit.

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Gutes Chassis, aber schlechter Motor: McLaren hat null Punkte auf dem Konto Zoom Download

Die Antriebe von Mercedes sind seit der Einführung der Turboaggregate das Maß aller Dinge. Davon profitieren auch Kunden wie Force India und Williams, die einen deutlichen Vorteil gegenüber ihrer direkten Mittelfeldkonkurrenz haben. Auf der anderen Seite ist McLaren mit Honda bislang hoffnungslos verloren, obwohl es Anzeichen gibt, dass das Chassis zu den besten gehören konnte.

"Der Motor ist das Herz der Automobilindustrie, von daher glauben wir, dass er der vorherrschende Faktor in der Formel 1 sein sollte, dennoch müssen wir eine bessere Balance als jetzt finden", fordert Abiteboul. "Das Kräfteverhältnis im Feld ist im Grunde die Reihenfolge der Motoren, was für den Sport nicht gesund ist. Ein Team mit einem fantastischen Chassis muss auch sehr erfolgreich sein können. Das ist das Wichtigste", so der Renault-Mann.

Abiteboul lässt Kostenkritik nicht gelten

Ein weiterer Kritikpunkt seitens Red Bull waren die Kosten, die laut Helmut Marko deutlich zu hoch sind. "Wenn ein Team pro Jahr über 20 Millionen Euro für Motoren zahlt, dann ist das ein Irrsinn", hatte der Österreicher gepoltert. Vor allem kleine Teams klagen über die finanzielle Belastung, sodass Rennställe wie Sauber sogar auf Vorjahresaggregate setzen, um Kosten zu sparen.

Abiteboul sieht diesen Punkt jedoch nicht so tragisch, obwohl er durch seine Tätigkeiten bei Caterham weiß, welche Probleme kleine unabhängige Teams haben. Er vergleicht die aktuellen Kosten der Motoren, die er bei zwölf Millionen Euro ansetzt, mit dem eigentlichen Rennbudget, das bei den meisten Ställen deutlich über 100 Millionen Euro liegt. "Der Motor macht dann nicht mehr als zwölf Prozent aus. Ist das wirklich schockierend?", fragt er.


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Er spricht sich weiterhin für ein stabiles Motorenreglement aus und bringt dafür zwei Vorschläge: Entweder man behält die aktuellen Motoren und erhöht Benzinfluss und den Sound oder man entfernt einige der komplizierten Komponenten, bleibt aber bei Elektrifizierung und Benzineffizienz. Denn ein stabiles Reglement würde auch die Kosten gering halten, während man bei einem neuen Ansatz wieder von Null beginnen müsste und auf dem Stand von 2014 wäre. "Das möchte niemand", so Abiteboul.

Wie auch immer man sich entscheidet: Die Zukunft der Formel 1 hängt davon ab. Es herrscht die Meinung, dass man bis zum Ende des Jahres eine Lösung gefunden haben muss, was bei der Uneinigkeit in der Königsklasse eine Mammutaufgabe ist. Bei Renault gibt man sich jedoch entspannt: "Ich habe alle Zuversicht der Welt, dass Ross Brawn (Sportchef der Formel 1; Anm. d. Red.) die richtige Entscheidung für die Zukunft treffen wird."

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