• 13. Juli 2016 · 19:10 Uhr

Mario Isola: Warum 2016 aus Reifensicht so schwer ist

Der Pirelli-Manager gibt zu, dass es in dieser Saison besonders schwer sei, die Reifen ins richtige Fenster zu bringen - Temperaturunterschiede auf den Strecken als Grund

(Motorsport-Total.com) - Früher fuhr man so schnell es ging, heutzutage fährt man so sparsam wie möglich, um mit Benzin und Reifen hauszuhalten. Diese - stark vereinfachte - Renntaktik ruft seit geraumer Zeit heftige Kritik an der modernen Formel 1 hervor. Klar ist: Speziell den Reifen kommt auch in dieser Saison wieder eine übergeordnete Bedeutung in der Königsklasse zu. Lieferant Pirelli, der bis mindestens 2019 exklusiver Reifenhersteller der Formel 1 bleiben wird, steht daher besonders im Fokus und wird gerne kritisiert - und das nicht nur, wenn etwa Sebastian Vettel bei über 300 km/h in Spielberg der Gummi um die Ohren fliegt.

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Der richtige Umgang mit den Pirelli-Pneus entscheidet über Sieg oder Niederlage Zoom Download

Viele Fahrer und Ingenieure beklagen sich, dass es in der laufenden Saison schwieriger sei, die 2016er-Reifen ins richtige Temperaturfenster und zum Arbeiten zu bringen. Ein Beispiel ist Manor-Pilot Pascal Wehrlein, der sein starkes Qualifying-Ergebnis beim Grand Prix von Österreich damit begründete, dass es ihm beim neunten Rennwochenende der Saison zum ersten Mal gelungen sei, die Reifen perfekt auf Temperatur zu bringen. Überraschende Zustimmung erfährt Wehrlein dabei von Pirelli-Rennleiter Mario Isola, der die Kritik der Teams natürlich nur allzu gut kennt.

Die Erklärung für die Performance-Schwankungen der Reifen liegt für Isola allerdings weniger in den Pneus, als vielmehr ganz woanders: "Wir haben diese Saison große Unterschiede zwischen einzelnen Sitzungen gehabt. Vermutlich größere Schwankungen als vergangenes Jahr. Wir hatten dieses Jahr bis zu 20 Grad Veränderung bei der Streckentemperatur", zieht der Pirelli-Manager das Wetter in die Verantwortung. Er gibt zu bedenken: "Das verändert das ganze Bild und könnte der Grund sein, warum es für die Teams schwerer ist, die Reifen ins optimale Betriebsfenster zu bringen."


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Viele Experten bringen jedoch die höheren Mindestreifendrücke ins Spiel, die Pirelli vor dieser Saison für jedes Rennen hochgesetzt hatte - und während der Saison nochmals nach oben anpasste. In Österreich lag der vorgeschriebene Wert bei den Vorderreifen etwa bei 22 psi (hinten 19,5 psi), vier psi mehr als im Vorjahr! Dadurch bietet der Reifen weniger Grip und eine schlechtere Auflagefläche, zudem steigt die Gefahr des Grainings. Isola kontert diese Kritik aber und meint: "Ja, der Reifendruck ist höher, aber gleichzeitig haben die Topteams dieses Jahr auch mehr Abtrieb und Speed, sodass das Grip-Level ziemlich dasselbe ist."

Einzig in langsameren Kurven, wo es mehr auf den mechanischen Grip ankomme, könnten die Fahrer wegen des höheren Reifendrucks Unterschiede spüren, so Isola. Die Topteams könnten damit aber gut umgehen - und ebenso die Spitzenfahrer, die als "Reifenflüsterer" besonders schonend mit den Pneus haushalten. "Wir sehen große Unterschiede, wie die Teams die Reifen managen. Viele schaffen es, sich einen Rennstint gut einzuteilen und die Reifen voll auszureizen", spielt der Pirelli-Mann den Ball an die Teams und Piloten zurück.

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