• 05. März 2021 · 14:10 Uhr

"Wird man merken": Jetzt hat Vettel den gleichen Motor wie Hamilton

Die Befürchtung, dass Aston Martin als Mercedes-Kundenteam beim Motor einen Nachteil haben könnte, teilt Sebastian Vettel vor der Formel-1-Saison 2021 nicht

(Motorsport-Total.com) - Donnerstag, 4. März 2021: Ein besonderes Datum in Sebastian Vettels Karriere. Nicht nur, dass er in Silverstone im Rahmen eines (verregneten) Filmtags seine ersten Runden mit dem Aston Martin AMR21 drehen durfte (Hier geht's zur Fotogalerie!) - sondern es waren gleichzeitig auch seine ersten Kilometer mit einem Mercedes-Motor in der Formel 1.

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Sebastian Vettel beim Roll-out mit dem Aston-Martin-Mercedes in Silverstone Zoom Download

Die Vorfreude auf das Roll-out war groß: "Der Mercedes-Motor ist der stärkste im Feld, sagt man", so Vettel bei der Aston-Martin-Präsentation am Mittwoch. "Ich bin schon gespannt, wie die arbeiten. Man hat mich bereits eingeführt, wie der Motor funktioniert, wie man ihn fahren muss, all diese Dinge."

Tags darauf ging's gleich von der Theorie zur Praxis über. "Die Art und Weise, wie der Mercedes-Motor funktioniert und atmet und bedient wird, auch aus dem Cockpit heraus, ist anders als beim Ferrari-Motor. Das wird für mich am Anfang eine Umstellung sein", sagt Vettel. "Aber ich hoffe natürlich, dass ich mich da schnell zurechtfinde."

"Was die Leistung angeht, hat man in den letzten Jahren eigentlich nur Gutes gehört", erklärt der viermalige Weltmeister - und strahlt Optimismus aus, wenn er sagt: "Ich denke, wenn der Motor wirklich so gut ist, wird man das auch merken."

Das gilt für ihn selbst am allermeisten, denn ein Grund für Vettels schwache Saison 2020 (WM-13.) war das Leistungsdefizit des Ferrari-Motors. Entsprechend groß ist sein Vorfreude auf Mercedes-Power - endlich kämpft er mit vergleichbaren Waffen wie Lewis Hamilton. Auch wenn das Aston- und das Mercedes-Chassis zwar konzeptionell ähnlich, aber nicht identisch sind.

Nur Kunde bei Mercedes: Nachteil für Vettel?

Nachteilig könnte theoretisch sein, dass Aston Martin lediglich Kunde bei Mercedes ist. Die FIA hat zwar regeltechnisch sichergestellt, dass die Kundenteams die gleichen Motoren erhalten müssen wie die Werksteams; doch ein Werksteam mit einem vollintegrierten Chassis-Motor-Paket ist und bleibt eben ein Werksteam.


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Dass Aston Martin neben dem Motor auch das Getriebe von Mercedes bezieht, ist laut Technikchef Andrew Green hilfreich, weil man sich so in der Fabrik in Silverstone auf andere Bereiche konzentrieren kann: "Das ermöglicht es uns, den Fokus dahin zu legen, wo unserer Meinung nach am meisten Performance zu holen ist. Meiner Meinung nach ist das genau die richtige Strategie."

Vettel stimmt zu: "Dass wir den Antriebsstrang nicht selbst entwickeln müssen, sondern dafür so einen starken Partner wie Mercedes haben, kann nur helfen. So können wir uns auf das Auto konzentrieren und müssen uns über den Motor keine Sorgen machen." Powered by Mercedes zu sein, glaubt der 33-Jährige, sei vielleicht sogar "unser größter Vorteil".

Dritter Formel-1-Motor nach Ferrari und Renault

Vettel ist beim Thema Motor ein gebranntes Kind. 2007/08 begann er seine Karriere mit Ferrari-Power bei Toro Rosso. Bei Red Bull wurde er mit Renault-Motoren viermal Weltmeister. Schon damals gab es seitens Red Bull aber immer wieder Kritik an Renault. Und während seiner Ferrari-Zeit gab immer Mercedes den Ton an, was die PS-Leistung und andere Parameter betrifft.


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Jetzt hat Vettel also endlich Mercedes-Power. Dass er in einem Kundenteam quasi "Second-Hand-Ware" erhalten könnte, befürchtet er nicht: "Da mache ich mir keine Sorgen. Diese Zeiten sind lange vorbei. Früher war das vielleicht mal so, aber das ist lange her. Bei einer Firma wie Mercedes kannst du dich drauf verlassen, dass du fair behandelt wirst."

Die Rechnung ist aus seiner Sicht ganz einfach: "Wenn wir schneller sind als sie, werden wir sie schlagen. Diese Einstellung von früher ist doch längst überholt. Generell. Ich verstehe schon, dass man sich darüber Gedanken macht - aber ich bin da unbesorgt", sagt Vettel und ergänzt: "Wenn wir dieses Jahr nahe an Mercedes dran sind, wäre das eine gute Leistung."

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