Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von Redaktion » 31.08.2020, 06:13

Warum sich Sebastian Vettel nach P13 beim Grand Prix von Belgien irgendwie freuen kann und die zukünftigen Ferrari-Fahrer allen Grund haben, schlecht zu schlafen
Charles Leclerc, Carlos Sainz

Haben eigentlich keinen Grund zu lachen: Charles Leclerc und Carlos Sainz

Liebe Leser/-innen,

Träume sind manchmal schon etwas Skurriles. Etwa meiner heute: Ich mittendrin in einem Ausflug mit den Senioren, die ich in meiner Zeit als Zivildiener betreut habe, und zur Jause wird exquisiter Speck und feinste Wurst vom frischgebackenen Spezialitätengastronom Gerhard Berger serviert.

Mein lieber Freund Fritz (Seit Jahren nicht gesehen, wie es ihm wohl geht?) beißt einmal ins Brötchen und lobt, dass der Berger vom Speck viel mehr versteht als vom Transportunternehmen, das einst sein Vater gegründet hat.

Echter Tiroler Speck und Wurst: Vielleicht ja eine Alternative, sollte die Sache mit der DTM nicht mehr zu retten sein?

Aber das, da kann ich unsere Leser beruhigen, soll nicht das Thema unserer heutigen Kolumne bleiben!

Zukunft bei Ferrari? Kein herzerwärmender Gedanke!

Schlecht geschlafen habe ob skurriler Träume nicht nur ich, sondern mutmaßlich auch zwei Herren, deren Blick in die Zukunft derzeit bestenfalls besorgt sein kann: Charles Leclerc und Carlos Sainz.Fangen wir bei Leclerc an. Bis 2024 hat er sich vertraglich gebunden, und zum Zeitpunkt, als das bekanntgegeben wurde, schien das auch eine gute Idee zu sein. Er hatte in seinem ersten Jahr zwei Rennen gewonnen und war sieben weitere Male aufs Podium gefahren, und Ferrari hatte den stärksten Motor im Grand-Prix-Sport, der bei Mercedes reihenweise Ingenieure ins Burn-out trieb, wie Toto Wolff behauptet.Inzwischen hat sich die Lage verändert. Genauer gesagt am 28. Februar, dem letzten Tag der Wintertests in Barcelona. Da gaben die FIA und Ferrari ihren ebenso intransparenten wie umstrittenen Deal bekannt, dessen Konsequenzen in Spa eindrucksvoll zu sehen waren.

Warum für Ferrari keine Hoffnung besteht

Ferrari am Boden beim Grand Prix von Belgien: Vettel und Leclerc fahren gnadenlos hinterher, und Binotto sieht nicht einmal eine Krise! Weitere Formel-1-Videos

Auf einer Strecke, auf der die stolze Scuderia ein Jahr zuvor noch alle Sessions auf den Plätzen eins und zwei beendet und Leclerc seinen ersten Sieg in der Formel 1 gefeiert hatte, musste man ein Jahr später froh sein, nicht beide Autos schon in Q1 zu verlieren und am Ende immerhin 13. und 14. zu werden.Dass die Ferraris der Höchstrafe der Überrundung entgingen, lag vor allem daran, dass eine Rennrunde in Spa etwa 1:50 Minuten dauert und das Feld durch das Safety-Car zusammengeschoben wurde. Aber fünf Ferrari-Motoren auf den letzten sechs Plätzen (bei einem Ausfall von Alfa-Fahrer Antonio Giovinazzi), das sagt alles darüber aus, wie schwachbrüstig der Ferrari-Motor 2020 geworden ist.

Motorendefizit: Das wird nicht schnell besser

Woran das liegt, ist inzwischen eigentlich sekundär. Das Problem ist ein anderes: Die Motoren sind homologiert und dürfen nur für mehr Zuverlässigkeit weiterentwickelt werden.

Freilich ein Status, der sich überwinden lässt. Ein Hersteller muss den Motor nur in einem höheren Powermodus fahren, und schon werden Zuverlässigkeitsprobleme auftreten, die man bei der FIA melden kann und dann beheben darf. Übrigens mit ein Grund, warum die FIA den berühmten "Party-Modus" verbieten will.

Das bedeutet, dass es Ferrari sehr schwer haben wird, das Leistungsdefizit, das unseren Recherchen zufolge bei mehr als 40 PS liegt, in den nächsten Jahren aufzuholen. Ein komplett neuer Motor kommt frühestens 2026. Und selbst die Chassisentwicklung ist bis 2022 weitgehend eingefroren.

Wer glaubt, dass Ferrari 2021 eine Chance auf den WM-Titel haben wird, ist ein mindestens genauso bizarrer Träumer wie ich.

Dass es in den Jahren danach schnell besser wird, ist auch kein Selbstläufer. Die Budgetobergrenze wird verhindern, dass krisengeschüttelte Topteams einfach solange Geld ins System schaufeln, bis ihre Karre wieder läuft.

Turnaround 2022: Nicht unmöglich, aber sehr schwierig

Den Turnaround für 2022 zu schaffen, ist nicht unmöglich. Aber äußerst schwierig. Und vielleicht liegt auch jener ehemalige Formel-1-Teamchef richtig, der glaubt, dass Ferrari in den nächsten zehn Jahren keine WM gewinnen wird.

Düstere Aussichten also für Leclerc (22) und Sainz (26), die die vielleicht besten und wichtigsten Jahre ihrer Karriere an ein Projekt binden, das Stand heute keine besonders prickelnde Perspektive bietet. Besonders Sainz muss angesichts seiner Entscheidung, McLaren zu verlassen und zu Ferrari zu wechseln, hinterfragen, ob er die Trends in der Formel 1 richtig antizipiert hat.


Fotostrecke: Als ein Ferrari-Pilot zum letzten Mal Formel-1-Weltmeister wurde, ...

... kam gerade das erste iPhone auf den Markt.

... kam gerade das erste iPhone auf den Markt.

Keine Frage: Wäre ich Rennfahrer, würde ich mir die Chance, einmal im Leben Formel 1 für Ferrari zu fahren, auch nicht entgehen lassen. Ferrari ist Ferrari. Und man kann sich nicht aussuchen, wann der Anruf aus Maranello kommt. Ich wage jedoch zu behaupten: Bei McLaren wäre Sainz' Chance, in den nächsten Jahren Weltmeister zu werden, zwar auch nicht groß - aber größer als bei Ferrari.

Klar ist, dass die Krise bei Ferrari (Mattia Binotto bezeichnet sie lieber als "Sturm") noch lange nicht zu Ende ist. Der liebe Gott ist gnädig mit der Scuderia und lässt Monza dieses Jahr ohne Zuschauer stattfinden. Man stelle sich das gellende Pfeifkonzert der Tifosi vor, wenn Leclerc und Vettel auf der Powerstrecke schlechthin schon in Q1 ausscheiden!

Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Der Rückstand, den Ferrari in Spa aufgerissen hat, kann nicht nur vom Motor kommen. Das Chassis ist genauso schlecht. Zieht man die überragende Qualität der beiden Fahrer aus der Rechnung ab, war Ferrari sogar langsamer als die eigenen Kunden Alfa Romeo und Haas. Und das kann nur am Fahrwerk liegen, nicht am Antriebsstrang.

Motor kann nicht das einzige Problem sein

Dass sich Ferrari in der Entwicklung so verrannt hat, muss von einem Korrelationsproblem zwischen Simulation und Rennstrecke herkommen. Da hat die Pandemie sicher nicht geholfen - ein Problem, von dem auch Red Bull ein Liedchen singen kann. Aber alles auf Corona zu schieben, kann nicht die Antwort sein. Und versucht in Maranello auch keiner.

Toto Wolff hat in Spa ausrichten lassen, dass Ferrari seine Prioritäten falsch setzt, wenn man die Berufung gegen das "Copygate"-Urteil nicht fallen lässt. Man solle sich besser auf die sportlichen Leistungen konzentrieren, so der Mercedes-Teamchef sinngemäß.

Aussagen, die bei Ferrari-Fans auf der ganzen Welt derzeit tiefe Wunden hinterlassen. Aber es war schon immer so in der Formel 1: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Und die Sache hat auch einen Gewinner: Sebastian Vettel. Der viermalige Weltmeister wird nach einem 13. Platz zwar keine Jubelstürme abfeiern. Aber immerhin tut der patzige Abschied von Ferrari etwas weniger weh, wenn er weiß, dass es sportlich kaum schlechter werden kann.

Und: In Spa hat er die Ziellinie vor Leclerc überquert. Eine Tatsache, die wir nicht unterschlagen sollten.

Ihr
Christian Nimmervoll

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PS: Wer letzte Nacht am besten hat, das erfahren Sie wie immer in der Schwesterkolumne meines Kollegen Stefan Ehlen auf motorsport.com. Folgen sie einfach diesem Link und erfahren sie dort, wer der große Gewinner in Spa war!

Und nicht vergessen: Stefan Ehlen und ich diskutieren unsere Kolumnen (und alternative Gut- und Schlechtschläfer) noch in einem Videobeitrag. Den finden Sie im Tagesverlauf auf unserem YouTube-Kanal - den Sie am besten gleich abonnieren, damit sie nichts mehr verpassen!


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Zuletzt geändert von Redaktion am 31.08.2020, 06:13, insgesamt 19-mal geändert.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von CompraF1 » 31.08.2020, 07:20

Ferrari ist Ferrari. Das die dieses Jahr so nieder gemacht werden tut einem leid. Dennoch ist keiner von den beiden Fahrern jemand, die zu bedauern sind. Sie fahren immerhin in der F1. Verdienen gutes Geld und sind bei einem Traditionsteam.

Jetzt werden wieder welche behaupten, was nützt das?

Ferrari wird nicht dort bleiben. Sie werden es wieder nach oben schaffen. Nicht diese Saison und vielleicht auch nicht nächste. Aber sie werden es schaffen. McLaren hat auch eine harte Zeit durch machen müssen und jetzt sind sie auf den vorderen Plätzen wieder zu sehen.

Das Team hat Geld und der große Umbruch wird kommen.

Ich bin zuversichtlich das die beiden, Charles und Carlos Sainz, wissen was sie machen und an das Projekt glauben, ein Team wie Ferrari wieder nach vorne zu bringen.


Schlecht geschlafen habe dürfte eher Antonio Giovinazzi. Leider. Er ist sympathisch. Aber er muss sich anstrengen.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von Universal_Racer » 31.08.2020, 07:23

Ja das kann man wohl unterschreiben.
Ich finde mittlerweile kann sich Vettel immer mehr freuen, von dem Laden weg zu kommen.
Es kann nur besser für ihn werden, egal was kommt.
Und Leclerc...tja. Vielleicht tut ihm die aktuelle aktuelle Situation mal ganz gut, um auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen.
Gleiches gilt für diejenigen, die in ihm den super Überflieger sehen. Wobei man fairerweise sagen muss, dass selbst wenn er das wäre, ihm das jetzt auch nichts bringen würde

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von DeLaGeezy » 31.08.2020, 07:58

Ja kann man nachvollziehen. DIe beiden haben bestimmt schlecht geschlafen. Obwohl man gar nicht erst startet, sind die Aussichten beim aktuellen Team kurzfristig besser, als beim neuen Team.

ABER, Leclerc hat es geschafft aufs Podium zu fahren und nicht nur einmal!
Ferrari wird wieder zu alter STärke finden. Ich hoffe es für Sainz!
Und ich hoffe, wenn der Tag/Jahr kommt an dem sie wieder WM-fähig sein werden, dass Binotto an einem schönen Ort sein wird, Unkraut zieht oder Bingo spielt und mit der Formel1 nichts mehr zu tun haben wird.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von rot » 31.08.2020, 08:43

Ach, halb so wild. Die PU wird innerhalb der Token- und Zuverlässigkeitsregelung schon aufgemöbelt für 2021, 22 usw... Da werden sie schnell wieder aufschliessen.

Für 2021 ist das Chassis homologiert. Die Aero darf hierbei noch ohne Budgetcap entwickelt werden. Das machen die auch.
Zumindest habe ich die Regelung so für das 2021 verstanden.
Zudem, wenn alle Teams zustimmen würden, dürfte Ferrari sogar eine komplett neue PU an den Start bringen. Der Spielverderber wäre da wohl höchstens Williams.

Unterm Strich, Ferrari wird 2021 wieder nach vorne kommen. Vielleicht nicht an Mercedes ran, aber im Mittelfeld werden die nicht mehr rumdümpeln.



Schlecht schlafen lassen würde ich Claire Williams, die mit ihrem Unvermögen nicht nur den Rennstall in fremde Hände zwang, sondern auch ihren Stuhl verlieren wird. Monetär war es sicher nicht schlecht. Doch diese Dynastie hat sie schlicht an die Wand gefahren.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von DerQuasiLA » 31.08.2020, 08:44

Bezeichnend gestern auch wie Sainz bei Ferraris Performance einfach nur den Kopf geschüttelt und zu Boden geschaut hat.

Das Team wird die nächsten Jahre wohl den A*sch auch nicht hochbekommen. Die Sache mit dem Motor wird sich bis in die nächsten Saisons ziehen, außer man bietet Andy Cowell ein unverschämt hohes Gehalt und bringt ihn doch dazu zur Chaostruppe zu wechseln...

Kann mir mittlerweile vorstellen, dass Vettel nicht mehr auf ein Cockpit hofft, sondern evtl auf Binottos Posten schielt. Stratege ist er ja schließlich schon so halb :D Das war übrigens Ironie...

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von KIMI-ICEMAN » 31.08.2020, 08:55

Bin mal gespannt, ob Ferrari einen besseren Motor nächstes Jahr haben wird. Das Tokensystem macht es da nicht unbedingt einfach.
:checkered: Scuderia Ferrari 1000 GP :checkered:

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von vettel-fan2011 » 31.08.2020, 09:34

HAHHHAHAHAHAHAHAHA und egal was Seb danach macht, er ist der einzige der grade etwas happy ist. :D
Nicht alles ist 100% ernst gemeint. Die Frage ist nur was! :ninja:

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von El Toro » 31.08.2020, 09:39

Und das ist auch der Grund warum Ferrari vor 2025/26 nicht um siege wird mitfahren können. Es spricht nichts für sie. Ab bald nicht einmal mehr das Budget. Das wird jahrelang so eine McLaren/Honda Geschichte werden, es sei denn, dass man die Regularien aufweicht oder Sonderregelungen entwirft. Und Leclerc wird man nicht halten können. Wenn er Realist ist verlässt er FER.

Ich bin da viel pessimistischer. Leute, es ist eingefroren! Wie soll Ferrari da jemals rankommen?!? Und wenn man aufweicht, warum sollten die anderen Hersteller sich nicht in selber weise weiterentwickeln? Wie revan im FC Thread bereits berichtet hat: FER ist aktuell 2a hintennach. Die kommen nur mit einheitsmotoren wieder auf ein Niveau

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von rot » 31.08.2020, 09:45

El Toro hat geschrieben:
31.08.2020, 09:39

Ich bin da viel pessimistischer. Leute, es ist eingefroren!
Nein ist es nicht. Oder nur zu gewissen Teilen. Die Aero z.B. für das nächste Jahr ist komplett frei. Nur das Chassis ist eingefroren. Dann haben sie noch Tokens zum verballern. Und 2020 darf Ferrari auch noch 800 Millionen verballern, wenn sie denn möchten...

Und was glaubst du, warum Ferrari an dem derzeitigen Auto noch nix gemacht hat?

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von El Toro » 31.08.2020, 09:57

rot hat geschrieben:
31.08.2020, 09:45
El Toro hat geschrieben:
31.08.2020, 09:39

Ich bin da viel pessimistischer. Leute, es ist eingefroren!
Nein ist es nicht. Oder nur zu gewissen Teilen. Die Aero z.B. für das nächste Jahr ist komplett frei. Nur das Chassis ist eingefroren. Dann haben sie noch Tokens zum verballern. Und 2020 darf Ferrari auch noch 800 Millionen verballern, wenn sie denn möchten...

Und was glaubst du, warum Ferrari an dem derzeitigen Auto noch nix gemacht hat?
Ich rede vom Motor. Da hinken sie 2a hinterher. Das holt man nicht Mal so mit irgendwelchen Haltbarkeits Updates auf. Und was alle mit dieser Argumentationweise vergessen: die Welt um Ferrari dreht sich ebenso weiter, warum sollten die anderen Hersteller stagnieren?!

Ferrari hat übrigens kein Budget Problem, die können von mir aus eine Mrd reinbuttern, sondern eines der menpower/Expertise.

Honda brauchte 5a um einen halbwegs performanten Motor auf die Beine zu stellen und sind leistungstechnisch noch immer meilenweit von Mercedestriebwerken weg
Zuletzt geändert von El Toro am 31.08.2020, 10:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von revan » 31.08.2020, 09:59

Als Sainz Fan bin ich echt immer mehr schockiert und auch frustriert.


(Von 2021 rede ich gar nicht - diese Saison können Ferrari, Sainz und Leclerc sowieso schon vergessen: der 2018- und 2019-Ferrari war eben auf Top Speed ausgelegt , aber da der Top Speed nun fehlt, müsste man auch die komplette Aerodynamik-Philosophie überarbeiten...anstatt die eigenen zu verfeinern. Für ein Jahr Ressourcen reinzubuttern (2022 kommen wieder ganz andere Regeln), wo man ohnehin viel zu weit zurückliegt, ist sowieso aussichtslos und sinnlos).


Ferrari hat mindestens 2 Jahre an Entwicklung beim Motor verloren. Man musste gewisse teile der Power Unit komplett überarbeiten.

Das Problem Nummer 1: Der Motor von 2021 bis 2026 basiert auf dem aktuellen Motor. Und immer mehr Teile des Motors werden in den nächsten Jahren eingefroren - bis 2026! Wie soll Ferrari da jemals näher kommen?!? Und wenn man die Regeln auflockern sollte, warum sollten die anderen Hersteller sich nicht in selber weise weiterentwickeln?

Dazu kommt noch: wer sich Jahre lang darauf verlassen kann, mit illegalen Methoden Leistung zu gewinnen, der vergisst am Ende, wie man legal in anderen Bereichen Leistung gewinnt
Problem Nummer 2: Das Budget: bald spricht nicht einmal mehr das Budget für Ferrari. Ferrari ist für alles bekannt, nur nicht für Effizienz.

Ferrari wird vor 2025/26, dann Enden die aktuellen Regeln, nicht um Siege mitfahren können. Es spricht nichts für sie, aber alles gegen sie.

Das wird ein jahrelanges herumwursteln werden, es sei denn, dass man die Regularien aufweicht oder Sonderregelungen entwirft.

Nach Williams und McLaren ist Ferrari nun wohl das letzte Team, dass jahrelang in der Versenkung verschwinden wird...
rot hat geschrieben:
31.08.2020, 09:45
El Toro hat geschrieben:
31.08.2020, 09:39

Ich bin da viel pessimistischer. Leute, es ist eingefroren!
Nein ist es nicht. Oder nur zu gewissen Teilen. Die Aero z.B. für das nächste Jahr ist komplett frei. Nur das Chassis ist eingefroren. Dann haben sie noch Tokens zum verballern. Und 2020 darf Ferrari auch noch 800 Millionen verballern, wenn sie denn möchten...

Und was glaubst du, warum Ferrari an dem derzeitigen Auto noch nix gemacht hat?
Was sind denn das für weltfremde annahmen?


1. ab 2022 gilt die Budget Cap.
Mercedes, Red Bull und Ferrari müssen jetzt schon beginnen zu SPAREN, damit sie 2022 die Budget Grenzen einhalten können. Man kann nicht innerhalb eines Monats das Budget, die Angestellten, die Fixkosten etc. eines Konzerns um 1/3 reduzieren und dann effizient sein. Eine solche Umstrukturierung muss wohl überlegt und lange geplant sein.

2. Die Bereiche, in denen geforscht und entwickelt werden darf, sind jetzt schon, aber 2021 noch viel strikter, limitiert.
CFD, Motortestläufe, WIndkanalzeiten etc. sind alle streng eingegrenzt.

Beispielsweise darf Ferrari aktuell noch gar nicht für 2022 forschen und entwickeln.
Zuletzt geändert von revan am 31.08.2020, 10:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von Hoto » 31.08.2020, 10:01

Ich denke Ferrari wusste genau wo ihr Motor steht, als sie den Deal mit der FIA schlossen und vielleicht ließ sich die FIA auch nur deswegen darauf ein, weil sie wussten, dass Ferrari damit genug gestraft sein wird. Was man jedenfalls so seither Ferrari gehört hat, klang nie so als wären sie sonderlich überrascht wo sie jetzt rumgurken.

Entsprechend hält sich mein Mitleid auch in Grenzen (ich kann Betrüger generell wenig ab), aber ich empfinde es als schlimmer als Ferrari nachträglich aus der WM 2019 zu streichen, wenn der Motor wirklich derart Illegal war. Der starke Power Verlust spricht zumindest dafür, hat sie in der Motor Entwicklung Jahre zurück geworfen. Zeigt halt, dass sich betrügen in diesem Bereich besonders rächt.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von motörhead » 31.08.2020, 10:29

Perfekte Aussichten für Leclerc, bedauerlich für Sainz.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat: Leclerc & Sainz

Beitrag von rot » 31.08.2020, 10:32

Na ja, glaubt was ihr wollt. Das Reglement hat genügend Lücken, um diesen grossen Schritt zu machen. An der Spitze wird die Luft natürlich dünn. In dieser "dünnen Luft" ist Ferrari noch längst nicht.

Wer glauben will, dass sich für 2021 und gar für 2022 nix tun sollte, der darf das. Wir werden es dann ja sehen.

Aber ein bisschen Drama verkauft sich natürlich besser in dieser öden Saison. Und die meisten Fans hocken dem auch noch auf....

Alleine die PU von Ferrari. Warte längst auf die "News", bei der Ferrari 180 PS fehlen sollte...

Die haben diesen lahmen Klotz kurz vor der Saison aus dem Ärmel geschüttelt.
Und ja, die Basis ist fix. Zylinderköpfe z.B. und soviel mir ist mal gelesen zu haben, auch die Kolben betrifft das nicht. Und dann gibt es ja noch den alten Paragraphen der Zuverlässigkeit, den Renault bei eingefrorenem V8 chronisch gezogen und damit nah an die Spitze aufgeholt hat. Alles halb so wild.
Zuletzt geändert von rot am 31.08.2020, 10:37, insgesamt 1-mal geändert.

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