Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

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Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von Redaktion » 02.08.2020, 09:56

Sebastian Vettel fühlt sich im Kampf gegen Rassismus von der FIA und der Formel 1 im Stich gelassen und betont die Wichtigkeit des Themas
Lewis Hamilton, Lance Stroll, Sebastian Vettel, Max Verstappen

In Silverstone bekommen die Fahrer wieder mehr Zeit

Eigentlich wollte die Formel 1 mit ihrer Message gegen Rassismus ein Zeichen setzen, doch lediglich vor dem ersten Saisonrennen in Spielberg hatte es einen organisierten Zeitplan dafür gegeben. Bei den anderen beiden Rennen mussten die Piloten ihre Botschaft selbstständig zwischendurch verbreiten, was vor allem Lewis Hamilton sauer aufstieß.

Doch nun sagt auch Sebastian Vettel, dass die Fahrer von der FIA und der Formel 1 im Stich gelassen wurden. "Es sollte nicht nur an uns Fahrern liegen", sagt er. "Wir organisieren die Rennen nicht, also ist es nicht nur in unserem Interesse."

"Wir haben versucht, eine gewisse Botschaft zu senden, die wir für richtig halten. Aber nach dem ersten Rennen wurden wir von der FIA und der FOM im Stich gelassen, weil sie uns nicht wirklich dabei geholfen haben, etwas zu organisieren."

Für den Großen Preis von Großbritannien hat die Formel 1 jedoch Besserung gelobt und ein eigenes Zeitfenster eingeräumt, um auf die Knie gehen zu können. Zudem öffnet die Boxengasse jetzt 40 Minuten vor dem Rennen, nicht erst 30 Minuten vorher.

"Wir haben jetzt viel mehr Zeit, um auf Toilette gehen zu können und einen Moment vor der Nationalhymne zu haben", sagt Daniel Ricciardo. "Es wird definitiv weniger übereilt sein und mehr wie beim ersten Rennen. Einige werden stehen, andere knien, aber wir haben unseren Moment vor der Nationalhymne, um das zu tun."

Vettel betont derweil die Wichtigkeit des Themas. Zwar seien die Fahrer in der Formel 1 für den Sport da, "aber wir können nicht ignorieren, was außerhalb unserer Blase passiert", so der Deutsche. "Der Kampf gegen Rassismus ist in den vergangenen Wochen und Monaten losgetreten worden, und das ist komplett berechtigt, denn das wird nicht über Nacht bekämpft."

"Ich finde es richtig, die richtigen Signale zu senden, um die Leute zu inspirieren. Denn am Ende ist Bildung der einzige Weg da raus, denn es ist schon Irrsinn, dass 2020 mit all dem Wissen der Vergangenheit immer noch so etwas existiert", so der Deutsche. "Daher ist es wichtig, aufzustehen, wenn wir in der Öffentlichkeit die Möglichkeit dazu haben."


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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von AktenTaschenAkne » 02.08.2020, 10:03

Vettel betont derweil die Wichtigkeit des Themas. Zwar seien die Fahrer in der Formel 1 für den Sport da, "aber wir können nicht ignorieren, was außerhalb unserer Blase passiert", so der Deutsche. "Der Kampf gegen Rassismus ist in den vergangenen Wochen und Monaten losgetreten worden, und das ist komplett berechtigt, denn das wird nicht über Nacht bekämpft."

"Ich finde es richtig, die richtigen Signale zu senden, um die Leute zu inspirieren. Denn am Ende ist Bildung der einzige Weg da raus, denn es ist schon Irrsinn, dass 2020 mit all dem Wissen der Vergangenheit immer noch so etwas existiert", so der Deutsche. "Daher ist es wichtig, aufzustehen, wenn wir in der Öffentlichkeit die Möglichkeit dazu haben."
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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von MarvinAyrton007 » 02.08.2020, 10:03

Diesmal sagt es nicht Hamilton, sondern Vettel. Mal sehen ob alle diejenigen die die letzten Wochen immer so auf Lewis rumgehackt haben, das jetzt bei Vettel ebenfalls tun.
Obwohl einen kenne ich schon.

Der
meldet
sich
bestimmt
gleich.
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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von Garten » 02.08.2020, 10:33

Wenn Hamilton dies gesagt hätte, dann würde hier wieder die Post abgehen. Ich bin auch mal gespannt wie viel Kritik Vettel nun bekommt (wohlgemerkt finde ich gut und richtig was Vettel von sich gegeben hat).

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von RacingForEver » 02.08.2020, 11:08

AktenTaschenAkne hat geschrieben:
02.08.2020, 10:03
Vettel betont derweil die Wichtigkeit des Themas. Zwar seien die Fahrer in der Formel 1 für den Sport da, "aber wir können nicht ignorieren, was außerhalb unserer Blase passiert", so der Deutsche. "Der Kampf gegen Rassismus ist in den vergangenen Wochen und Monaten losgetreten worden, und das ist komplett berechtigt, denn das wird nicht über Nacht bekämpft."

"Ich finde es richtig, die richtigen Signale zu senden, um die Leute zu inspirieren. Denn am Ende ist Bildung der einzige Weg da raus, denn es ist schon Irrsinn, dass 2020 mit all dem Wissen der Vergangenheit immer noch so etwas existiert", so der Deutsche. "Daher ist es wichtig, aufzustehen, wenn wir in der Öffentlichkeit die Möglichkeit dazu haben."
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Aufstehen? Ich dachte, die wollten knien? :rotate:

Na wie auch immer, so ein Unsinn. Wenn Sebastian Vettel von Papa FIA einen vorgegebenen Zeitplan braucht, um auf die Knie zu gehen, das vorschriftsmäßig tut und dann seiner Wege geht - wen soll das bitte inspirieren? Wen soll es generell inspirieren, wenn irgendeine ursprünglich unpolitische Plattform Plattitüden in der Welt verbreitet und den Zuschauern schwachbrüstige Symbolpolitik aufoktroyiert?

Das Beste, auf das man mit solchen Aktionen hoffen kann, ist, den Leuten, die ursprünglich gekommen sind, um den Rennsport zu sehen und nicht, um sich durch eilfertiges Publicitygetue belehren zu lassen, nicht allzu sehr auf den Geist zu gehen.

Ich behaupte: Jeder, der das inspirierend findet, brauchte nie inspiriert zu werden.

Und: Wenn Vettel das Thema so am Herzen liegt, dann gehört zu dessen Angehung ohnehin wesentlich mehr, als sich jeden Sonntag ne Minute kniend ablichten zu lassen. Aber ganz so weit reicht das "Engagement" dann ja doch wieder nicht.
Zuletzt geändert von RacingForEver am 02.08.2020, 11:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von pegasusone » 02.08.2020, 11:19

RacingForEver hat geschrieben:
02.08.2020, 11:08
Wen soll es generell inspirieren, wenn irgendeine ursprünglich unpolitische Plattform Plattitüden in der Welt verbreitet und den Zuschauern schwachbrüstige Symbolpolitik aufoktroyiert?
Besser kann man es kaum beschreiben!
Das wahre Zeichen der Intelligenz ist nicht Wissen, sondern Vorstellungskraft. - Einstein

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von FU Racing Team » 02.08.2020, 12:06

Starke Positionierung von Vettel! :thumbs_up:
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von afa1515 » 02.08.2020, 12:10

Die Jungs sollten mal ein wenig zurückschalten. Einerseits haben die F1/FIA/Teams gerade andere Sorgen, andererseits bringen Schnellschüsse auch nicht wirklich was. Das merkt man ja zuletzt an den steigenden negativen Reaktionen auf Hamilton.

Man wird aber das Problem auch nicht mit ein wenig Knien vor dem Rennen beseitigen. Ein Rassist bleibt ein Rassist, und die Problematik ist auch vielschichtiger als man denkt. Ein Millionär wird da wohl weniger Probleme haben, ein schlecht ausgebildeter Arbeiter (wenn auch selbst Schuld), ist da im direkten Kampf mit den "Zugereisten" hinsichtlich Job, Wohnung, Förderungen etc.

Das soll nicht heißen, dass es dann gerechtfertigt ist, aber ob Lewis und Seb mit ihren 30 Millionen Gagen jetzt wirklich die vorderste Front bilden sollten ist eine andere Frage.

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von AktenTaschenAkne » 02.08.2020, 12:18

RacingForEver hat geschrieben:
02.08.2020, 11:08
AktenTaschenAkne hat geschrieben:
02.08.2020, 10:03
Vettel betont derweil die Wichtigkeit des Themas. Zwar seien die Fahrer in der Formel 1 für den Sport da, "aber wir können nicht ignorieren, was außerhalb unserer Blase passiert", so der Deutsche. "Der Kampf gegen Rassismus ist in den vergangenen Wochen und Monaten losgetreten worden, und das ist komplett berechtigt, denn das wird nicht über Nacht bekämpft."

"Ich finde es richtig, die richtigen Signale zu senden, um die Leute zu inspirieren. Denn am Ende ist Bildung der einzige Weg da raus, denn es ist schon Irrsinn, dass 2020 mit all dem Wissen der Vergangenheit immer noch so etwas existiert", so der Deutsche. "Daher ist es wichtig, aufzustehen, wenn wir in der Öffentlichkeit die Möglichkeit dazu haben."
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Na wie auch immer, so ein Unsinn. Wenn Sebastian Vettel von Papa FIA einen vorgegebenen Zeitplan braucht, um auf die Knie zu gehen, das vorschriftsmäßig tut und dann seiner Wege geht - wen soll das bitte inspirieren? Wen soll es generell inspirieren, wenn irgendeine ursprünglich unpolitische Plattform Plattitüden in der Welt verbreitet und den Zuschauern schwachbrüstige Symbolpolitik aufoktroyiert?

Das Beste, auf das man mit solchen Aktionen hoffen kann, ist, den Leuten, die ursprünglich gekommen sind, um den Rennsport zu sehen und nicht, um sich durch eilfertiges Publicitygetue belehren zu lassen, nicht allzu sehr auf den Geist zu gehen.

Ich behaupte: Jeder, der das inspirierend findet, brauchte nie inspiriert zu werden.

Und: Wenn Vettel das Thema so am Herzen liegt, dann gehört zu dessen Angehung ohnehin wesentlich mehr, als sich jeden Sonntag ne Minute kniend ablichten zu lassen. Aber ganz so weit reicht das "Engagement" dann ja doch wieder nicht.
Rede es von mir aus schlecht wie du willst. Sei von mir aus davon genervt wie du willst.
Für mich ist das ehr die Bestätigung dafür, dass die Fahrer die sich diesbezüglich so positionieren, alles richtig machen. Weiter so!

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von RacingForEver » 02.08.2020, 12:44

AktenTaschenAkne hat geschrieben:
02.08.2020, 12:18


Rede es von mir aus schlecht wie du willst. Sei von mir aus davon genervt wie du willst.
Für mich ist das ehr die Bestätigung dafür, dass die Fahrer die sich diesbezüglich so positionieren, alles richtig machen.
Merkwürdige Schlussfolgerung. Warum dies?

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von rennratte » 02.08.2020, 13:14

afa1515 hat geschrieben:
02.08.2020, 12:10
Die Jungs sollten mal ein wenig zurückschalten. Einerseits haben die F1/FIA/Teams gerade andere Sorgen, andererseits bringen Schnellschüsse auch nicht wirklich was.]Das merkt man ja zuletzt an den steigenden negativen Reaktionen auf Hamilton.

Man wird aber das Problem auch nicht mit ein wenig Knien vor dem Rennen beseitigen. Ein Rassist bleibt ein Rassist, und die Problematik ist auch vielschichtiger als man denkt. Ein Millionär wird da wohl weniger Probleme haben, ein schlecht ausgebildeter Arbeiter (wenn auch selbst Schuld), ist da im direkten Kampf mit den "Zugereisten" hinsichtlich Job, Wohnung, Förderungen etc.

Das soll nicht heißen, dass es dann gerechtfertigt ist, aber ob Lewis und Seb mit ihren 30 Millionen Gagen jetzt wirklich die vorderste Front bilden sollten ist eine andere Frage.
Wie werden denn die Sorgen der Team, durch das Zeigen der Solidarität, beeinträchtigt?

Vermischt du da nicht ein paar Probleme? Warum ist per se ein schlecht ausgebildeter Arbeiter selber schuld? Warum sind jetzt deine sogenannten 'Zugereisten' schuld?

Warum nicht Seb und Ham in vorderster Front? Die vielleicht beteiligten Mechaniker werden ja wohl nicht von der Kamera gezeigt.

Für mich schaut's so aus, als möchtest du mit dieser Thematik nicht weiter 'belästigt' werden. Nur löst sie sich damit nicht auf.

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von RacingForEver » 02.08.2020, 13:30

rennratte hat geschrieben:
02.08.2020, 13:14
afa1515 hat geschrieben:
02.08.2020, 12:10
Ein Millionär wird da wohl weniger Probleme haben, ein schlecht ausgebildeter Arbeiter (wenn auch selbst Schuld), ist da im direkten Kampf mit den "Zugereisten" hinsichtlich Job, Wohnung, Förderungen etc.
Wie werden denn die Sorgen der Team, durch das Zeigen der Solidarität, beeinträchtigt?

Vermischt du da nicht ein paar Probleme? Warum ist per se ein schlecht ausgebildeter Arbeiter selber schuld? Warum sind jetzt deine sogenannten 'Zugereisten' schuld?
Nun, "selbst Schuld" ist so eine Sache. Natürlich mag ein schlecht ausgebildeter Arbeiter von den ihn umgebenden Umständen benachteiligt sein. Ihm mag nicht ganz so viel Intelligenz in die Wiege gelegt worden sein, seine Eltern mögen zu einer leistungsfördernden Erziehung außerstande gewesen sein und seine schulische Umgebung mag derjenigen von Akademikerkindern deutlich unterlegen gewesen sein.
Nichtsdestoweniger gibt es auch aus diesem Milieu diejenigen, die sich daraus befreien können, die Abschlüsse ihrer Eltern überflügeln und eben nicht gezwungen sind, im Niedriglohnsektor um Jobs zu konkurrieren. Zumindest besteht für jeden - per se - eine gewisse Eigenverantwortung, die eigenen Möglichkeiten bis zum Anschlag auszureizen. Denn: Man selbst ist immer noch derjenige Faktor, den man am leichtesten beeinflussen kann.

Jeder ist die Summe seiner Umstände, insofern könnte man das Konzept der Selbstverantwortlichkeit natürlich ganz grundsätzlich in Abrede stellen. Aber das wäre ein bisschen kontraproduktiv; immerhin wäre diese Grundhaltung wiederum selbst ein Faktor, der der Eigeninitiative im Wege stünde.

Dass es (nicht wenige) Schicksale gibt, bei denen tatsächlich nichts mehr am eigenen Los verändert werden kann, wollte er mit "selbst schuld" wohl nicht in Abrede stellen.

Was nun den "Zugereisten" angeht, so hat er überhaupt nicht gesagt, dass der an irgendetwas Schuld sein soll, sondern schlichtweg den Umstand beschrieben, dass im Niedriglohnsektor in großer Zahl mit Zugewanderten um die Arbeitsplätze konkurriert wird. Vorgeworfen hat er da niemandem etwas - wie könnte er auch? Natürlich wollen beide in Lohn und Brot kommen.
Allerdings erwächst aus einer solchen Konkurrenzsituation eben selten Freundschaft.

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von Michael-KR » 02.08.2020, 14:11

Die FIA muss dieses, die FOM hat das zu tun, sie haben uns im Stich gelassen …. bla, bla, bla.

Ähem, wir leben doch in einer Gesellschaft, wo JEDER Einzelne zunächst einmal für sein eigenes Handeln und Tun verantwortlich ist. Braucht man wirklich die FIA, die FOM oder gar den Staat, um erst dann selber aktiv zu werden?

Hamilton hatte doch mit seiner Mannschaft vor den Rennen Zeit gefunden, diese bekannte Aktion OHNE FIA, FOM oder Grosjean durchzuziehen. Hatte ein Vettel (mit oder ohne seinem Team) so etwas auch gemacht gehabt? Sah da nix in den Medien als Bild oder Text drinstehen.

Und wer A sagt, sollte m.E. auch B sagen und den Sprüchen auch ein paar Taten folgen lassen.

Hat Hamilton bereits seine Kommission, sein Unterstützungsteam für mehr „schwarze“ Fahrer in die F1 gegründet gehabt? Gibts schon ein Budget, ein ständiges Trainingszentrum / -gelände, Fahrzeuge etc.?

Beteiligt sich Vettel daran? Was macht sein Engegement für mehr Umwelt? Hat er sich bereits FFF angeschlossen? Oder blieb es beim ein-, zweimaligem Wegräumen von Bierdosen und Pizzaschachteln sowie anschließendem Tadeln / Statement(s)?

Ich hatte es schon einmal zitiert gehabt:

Bibel, 1. Johannes 2,1-6: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!
Ergänzt wird das wie folgt: "Mit diesen Versen setzt sich der Verfasser dieses Briefes (Anmerkung: eben der Apostel Johannes) deutlich von Irrlehrern ab, die in den Gemeinden Unruhe stifteten. Sie glaubten wohl, allein durch die Gemeinschaft mit Gott gerettet zu sein, ohne Konsequenzen für das alltägliche Leben ziehen zu müssen."

Wenn ein Weißer wie der Deutsche Karlheinz Böhm mit seiner Hilfe für Afrika "Menschen für Menschen" etwas Einmaliges schaffen kann, dann, so könnte man meinen, dürfte ein selbst Betroffener wie Hamilton oder ebenso ein Weißer wie Vettel das eigentlich auch schaffen. Zumal BEIDE weitaus mehr Geld haben als es einem Karlheinz Böhm jemals zur Verfügung stand.
Das ist / wäre weitaus mehr wert, als irgend ein schwarzes T-Shirt mit Aufdruck zu tragen oder in der Startaufstellung simpel hinzuknien. Dazu muss man sich allerdings engagieren und sich vor allem selber einbringen (obwohl sich so etwas auch delegieren lässt !) - aber von dieser Seite höre und hörte ich weder von einem Hamilton (oder jetzt einem Vettel – auch in Sachen Umweltschutz) nichts, rein gar nichts (da hilft es auch nicht, hier und da mal 3 Euro Fuffzig gespendet zu haben!).

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von afa1515 » 02.08.2020, 14:30

rennratte hat geschrieben:
02.08.2020, 13:14
Für mich schaut's so aus, als möchtest du mit dieser Thematik nicht weiter 'belästigt' werden. Nur löst sie sich damit nicht auf.
Die Thematik löst sich auch nicht auf, wenn man Menschen, die sowieso kein rassistisches Gedankengut besitzen, täglich belehren und kritisieren möchte nicht genug zu tun - obwohl man prinzipiell schon nichts falsches tut. Kurze Einstiegsfrage: Wenn Ihr Chef Sie jeden Tag für etwas kritisiert, mit dem Sie eigentlich sowieso nichts zu tun haben - was tun's dann? Irgendwann wird halt nervig und dann kommt die Gegenreaktion.

Zunächst mal müsste diese Thematik in der F1 relevant sein, was in meinen Augen nicht der Fall ist. Wenn Rassismus in der F1 existieren würde, wäre Lewis nie dort angekommen. Fakt ist er wurde bereits in jungen Jahren in das Fahrerprogramm von McLaren aufgenommen und bis hoch in die F1 unterstützt wurde. Sein Gejammer bezüglich der Unterdrückung, die er selbst erlebt hat, kostet mich dadurch nur einen Lacher. Das Rassismus generell existiert (und er auch von ein paar Trotteln persönlich attackiert wurde), möchte ich nicht abstreiten und das Engagement ist auch lobenswert. Seine Attacken gegenüber der F1, Fahrerkollegen und anderen Beteiligten finde ich allerdings unterste Schublade. Genau hier könnte er eigentlich den internationalen Aspekt betonen und auch die Akzeptanz die ihm seit McLaren-Tagen entgegengebracht wurde. Stattdessen bezieht er sich für mich zu sehr auf US-Zustände und lässt diese in nicht gerechtfertigte Kritik einfließen.

Glauben Sie die Problematik lässt sich mit Hinknien lösen? Wenn man ein paar schwarze Bilder postet? Dieses Thema ist sehr komplex. Die Gründe sind tiefgreifend: geschichtlich, sozial und auch ökonomisch. Ich verstehe schon was Rassismus ist und habe kein Problem damit belästigt zu werden. Womit ich ein Problem habe ist, dass mir ständig irgendwelche VIPs irgendetwas eintrichtern wollen, wovon sie im Endeffekt keine richtige Ahnung haben.

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Re: Vettel: FIA hat uns mit Rassismus-Kampf im Stich gelassen

Beitrag von rennratte » 02.08.2020, 14:45

Michael-KR hat geschrieben:
02.08.2020, 14:11


Bibel, 1. Johannes 2,1-6: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!
Ergänzt wird das wie folgt: "Mit diesen Versen setzt sich der Verfasser dieses Briefes (Anmerkung: eben der Apostel Johannes) deutlich von Irrlehrern ab, die in den Gemeinden Unruhe stifteten. Sie glaubten wohl, allein durch die Gemeinschaft mit Gott gerettet zu sein, ohne Konsequenzen für das alltägliche Leben ziehen zu müssen."

Man erkennt sie an ihren Taten. Ohne diese Taten wäre die BLM schon längst wieder in den Schubladen 'braucht die Welt nicht, die hat weiter so zu bleiben wie sie ist' versunken.
Taten bedeuten nicht nur, ich krempel jetzt mal die Ärmel hoch und gehe schaffen... Es bedeutet hier auch - Ich halte die Thematik weiterhin in der Öffentlichkeit.
Ja es ist für viele unbequem und viele fühlen sich genervt. Och schon wieder BLM .... die sollen erst einmal dies und jenes machen ... und überhaupt die Krankenschwestern verdienen viel zu wenig ... und ich bin ja überhaupt kein Rassist ... und 'all lives matters' ... usw usf.
Nur damit verschwindet kein cm Rassismus.

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