Vergehen unter Gelb: Startplatzstrafe und dicke Strafpunkte für Russell

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Vergehen unter Gelb: Startplatzstrafe und dicke Strafpunkte für Russell

Beitrag von Redaktion » 01.08.2020, 20:20

George Russell hat von den Rennkommissaren eine harte Strafe bekommen: Der Williams-Pilot hatte unter doppelt Gelb nicht genug verlangsamt
Nicholas Latifi

Der Dreher von Nicholas Latifi löste das Dilemma von George Russell aus

George Russell wurde nach dem Qualifying von Silverstone hart von den Rennkommissaren bestraft: Dem Williams-Piloten wird vorgeworfen, unter doppelt geschwenkter gelber Flagge nicht ausreichend genug verlangsamt zu haben. In der Konsequenz wird Russell beim Rennen in Großbritannien um fünf Startplätze nach hinten versetzt und bekommt zudem drei Strafpunkte aufgebrummt (Formel 1 2020 live im Ticker).

Russell selbst war sich nach dem Vorfall sicher: "Ich bin definitiv vom Gas gegangen." Zudem habe er laut eigener Aussage "alles unter Kontrolle" gehabt. Trotzdem fuhr der Williams-Pilot in besagter Runde eine persönliche Bestzeit.

Den Kommissaren sagte er später, dass er die gelbe Flagge im peripheren Blickwinkel gesehen habe, dabei aber dachte, dass es sich nur um eine einfache gelbe Flagge handeln würde.

Laut den Kommissaren habe Russell zwar etwas früher gelupft als sonst, allerdings sei sein Speed nicht signifikant geringer gewesen als zuvor. Doppelt Gelb heißt aber, dass man jederzeit bereit sein muss, um anzuhalten.

Das Team habe Russell über Funk mitgeteilt, dass eine Gelbphase vor ihm liegt, habe dabei aber nicht spezifiziert, dass es sich um doppelt Gelb handelt. Zudem habe man den Briten nicht angewiesen, die Runde abzubrechen - in einem solchen Fall darf ein Fahrer aber keine sinnvolle Rundenzeit fahren.

Die Rennkommissare betonen in ihrer Begründung "die extreme Wichtigkeit, den Flaggenanweisungen aus Sicherheitsgründen zu folgen. Die Kommissare hätten zwar alle möglichen mildernden Umstände in Erwägung gezogen, letztendlich entschieden sie aber, dass es in der Verantwortung des Fahrers liegt, die gelben Flaggensignale in einer potenziell sehr gefährlichen Situation zu sehen und zu befolgen."

"Das Team hätte ihm in dieser Hinsicht sicherlich mehr helfen können, aber unter diesen Umständen hätte er keine bedeutende Rundenzeit setzen können. Daher ordnen sie eine Grid-Strafe von fünf Plätzen und drei Strafpunkte an", heißt es weiter.

Wie ernst das Thema genommen wird, zeigt sich daran, dass 2019 nur ein einziger Pilot mit drei Strafpunkten auf einmal belegt wurde: Sebastian Vettel für sein gefährliches Wendemanöver in Monza, als er Lance Stroll vor das Auto fuhr (zur aktuellen Strafpunkte-Übersicht).

Bitter für Russell: Ausgerechnet Teamkollege Nicholas Latifi hatte mit seinem Abflug die Gelbphase ausgelöst.


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terraPole
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Re: Vergehen unter Gelb: Startplatzstrafe und dicke Strafpunkte für Russell

Beitrag von terraPole » 01.08.2020, 21:16

Wurde die Regel eigentlich angepasst seitdem Rosberg 2016 in Ungarn unter doppelgelb gelupft und trotzdem die Pole geholt hat?

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Re: Vergehen unter Gelb: Startplatzstrafe und dicke Strafpunkte für Russell

Beitrag von Pentar » 01.08.2020, 22:05

Redaktion hat geschrieben:
01.08.2020, 20:20
...Trotzdem fuhr der Williams-Pilot in besagter Runde eine persönliche Bestzeit.Den Kommissaren sagte er später, dass er die gelbe Flagge im peripheren Blickwinkel gesehen habe, dabei aber dachte, dass es sich nur um eine einfache gelbe Flagge handeln würde.Laut den Kommissaren habe Russell zwar etwas früher gelupft als sonst, allerdings sei sein Speed nicht signifikant geringer gewesen als zuvor. Doppelt Gelb heißt aber, dass man jederzeit bereit sein muss, um anzuhalten.Das Team habe Russell über Funk mitgeteilt, dass eine Gelbphase vor ihm liegt, habe dabei aber nicht spezifiziert, dass es sich um doppelt Gelb handelt. Zudem habe man den Briten nicht angewiesen, die Runde abzubrechen - in einem solchen Fall darf ein Fahrer aber keine sinnvolle Rundenzeit fahren...
Ich verstehe bis heute nicht, warum die Box, die über die Signale & die Position des Boliden genauestens Bescheid weiß, ihren Piloten (der gerade dabei ist, alles aus dem Auto herauszuholen) nicht sofort mit "Doppel-Gelb! Langsam! Runde abbrechen!" warnt & hinweist.
Als BOT in Österreich abflog, "musste" HAM die gelbe LED-Tafel links durch BOTs-Staubwolke erkennen & anschließend kam sogar rechts die grüne Flagge & die grüne LED-Tafel - obwohl BOT noch weiter über die Wiese rodelte & sich HAM prinzipiell immer noch in einem Gefahrenbereich befand.
Warum greift die Box ihren Piloten bei solch wichtigen Dingen nicht deutlich & schnell unter die Arme?
Jeder Sche.ß wird kommuniziert, aber bei Doppel-Gelb macht man kein Tacheles - Glatte-6...

Tomek333
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Re: Vergehen unter Gelb: Startplatzstrafe und dicke Strafpunkte für Russell

Beitrag von Tomek333 » 01.08.2020, 22:13

Da haben wir es wieder
Kein Fahrer vom Topteam
Dann wird mit voller wucht bestraft
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Re: Vergehen unter Gelb: Startplatzstrafe und dicke Strafpunkte für Russell

Beitrag von udotjan » 01.08.2020, 23:10

Tomek333 hat geschrieben:
01.08.2020, 22:13
Da haben wir es wieder
Kein Fahrer vom Topteam
Dann wird mit voller wucht bestraft
So ist es nunmal. Die kleinen werden konsequent bestraft.
Darum wurde z.B. auch Manchester City nicht bestraft für Financial Fairplay weil sie ein Big-Player sind.
Ein kleiner Verein wäre zu 100% kosequent bestraft worden.
In der F1 dasselbe.

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TobiasNRW
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Re: Vergehen unter Gelb: Startplatzstrafe und dicke Strafpunkte für Russell

Beitrag von TobiasNRW » 02.08.2020, 00:10

Manche sind halt gleicher als andere.

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