Wie die Nationalbank von Bahrain die McLaren-Gruppe rettet

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Wie die Nationalbank von Bahrain die McLaren-Gruppe rettet

Beitrag von Redaktion » 30.06.2020, 07:50

Die McLaren-Gruppe braucht 300 Millionen Euro, um bis 2021 zu überleben, hat nun aber eine Lösung für die akuten Liquiditätsprobleme gefunden
McLaren-Logo

McLaren ist finanziell in Schieflage geraten, bekommt aber nun Hilfe aus Bahrain

McLaren hat eine Lösung gefunden, um die Liquidität des Unternehmens in den nächsten Monaten aufrechtzuerhalten und eine drohende Insolvenz abzuwenden. Auf ein Gerichtsverfahren über die Freigabe von Kreditsicherheiten, was den Ernst der Lage aufgezeigt hat, folgt nun ein überlebenswichtiges Darlehen.

Die dringend benötigte Finanzspritze stammt von der Nationalbank von Bahrain (NBB). Sie stellt der McLaren-Gruppe (beinhaltet neben dem Formel-1-Team auch den Sportwagenhersteller McLaren Automotive) 150 Millionen Pfund, also umgerechnet knapp 165 Millionen Euro als Kredit zur Verfügung, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten.

Dass das Geld für McLaren nun ausgerechnet aus Bahrain kommt, ist keine Überraschung. Das dortige Königshaus betreibt mit Mumtalakat einen Fonds, über den der Staat Bahrain verschiedene Investments verwaltet. Eines davon ist, mit einer Beteiligung von derzeit 56 Prozent, die McLaren-Gruppe. Und Mumtalakat ist gleichzeitig Shareholder (44 Prozent Anteile) bei Bahrains Nationalbank.

Bereits 1.200 Mitarbeiter entlassen

McLaren ist im Zuge der Coronakrise in eine finanzielle Schieflage geraten. Bereits Ende Mai gab das Unternehmen bekannt, sich von 1.200 Mitarbeitern trennen zu müssen. 70 Kündigungen betreffen Mitarbeiter des Formel-1-Teams.


Fotostrecke: Ganz in Weiß: Als Senna einen McLaren-Lamborghini testete

Ganz in Weiß: Im September 1993 geht Ayrton Senna in einem McLaren-Lamborghini auf die Strecke. McLaren will damals wissen: Kann der bullige V12-Motor das Traditionsteam wieder zu alter Stärke führen?

Ganz in Weiß: Im September 1993 geht Ayrton Senna in einem McLaren-Lamborghini auf die Strecke. McLaren will damals wissen: Kann der bullige V12-Motor das Traditionsteam wieder zu alter Stärke führen?

Im März hatten die Shareholder eine Kapitalerhöhung von umgerechnet mehr als 320 Millionen Euro in die McLaren-Gruppe gesteckt. Die Coronakrise hat diesen Geldbetrag aber viel schneller als erhofft abschmelzen lassen. Ohne frisches Geld (die Rede ist von rund 300 Millionen Euro) kann McLaren seine Liquidität nicht länger als bis Mitte Juli aufrechterhalten.

Als Konsequenz daraus hat McLaren angekündigt, für einen Verkauf von Anteilen offen zu sein - ähnlich wie das kurz zuvor schon das Williams-Team signalisiert hat. Bisher hat sich jedoch kein neuer Investor gefunden.

Gerichtsverfahren im Juli: Worum es geht

Beim Gerichtsverfahren in London, über das am Mittwoch erstmals berichtet wurde, geht es darum, Sicherheitsansprüche bestehender Kreditgeber aufzulösen. McLaren hat in den vergangenen Jahren Anleihen in der Höhe von rund 600 Millionen Euro aufgelegt und musste den Kreditgebern (unter anderem Hedgefonds und Anleihenmakler) dafür Sicherheiten bieten.

Zak Brown

Zak Brown kämpft darum, McLarens Liquidität aufrechtzuerhalten

Als Sicherheit deklariert ist laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins 'Forbes' unter anderem das Hauptquartier in Woking und die Sammlung historischer Fahrzeuge. Sollten die Sicherheitsansprüche der Kreditgeber vom Gericht aufgehoben werden, könnte McLaren diese Assets neu beleihen und sich zum Beispiel bei Banken frisches Geld holen.

Mit einem Urteil im Verfahren wurde für Anfang Juli gerechnet. Das war bevor die Nationalbank von Bahrain ins Spiel kam. Dennoch soll das Verfahren, so heißt es, weiter bemüht werden. Wenn McLaren die bestehenden Sicherheiten löschen lassen kann, würde das für die nahe Zukunft neue Finanzierungsvarianten ermöglichen - auch unabhängig von der NBB.

Neben Mumtalakat sind auch die saudi-arabische TAG-Gruppe rund um Mansour Ojjeh (der sein Vorstandsmandat gerade an seinen Sohn übergeben hat) und Michael Latifi, der Vater von Williams-Pilot Nicholas Latifi, an der McLaren-Gruppe beteiligt. Der Rest des Unternehmens liegt im Besitz mehrerer kleinerer Shareholder.


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peterlustig
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Sollten die Sicherheitsansprüche der Kreditgeber vom Gericht aufgehoben werden, könnte McLaren diese Assets neu beleihen

Beitrag von peterlustig » 30.06.2020, 11:14

**
Sollten die Sicherheitsansprüche der Kreditgeber vom Gericht aufgehoben werden, könnte McLaren diese Assets neu beleihen und sich zum Beispiel bei Banken frisches Geld holen.
**

Irgend etwas macht der Privatmann falsch oder ?

Wie kann ich eine Sache merhrmals als Sicherheit hinterlegen ?

Wer hat dann am Ende einen Anspruch auf die Sicherheitsleistung ?

Ich muss auch mal bei Gericht beantragen, das mein Haus dem ersten Gläubiger nicht mehr als Sicherheit zur Verfügung steht
und dem nächsten Geldgeber das Haus als Sicherheit anbiete.

Dann verschiebe ich die Kohle und melde Insolvenz an und begine das Spiel von vorne :wink:
Ja, McLaren hat kein Geld verschoben aber so als Gedanke :mrgreen:

Naja, trotzdem besser wenn ein Team damit in der F1 bleibt.

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Re: Wie die Nationalbank von Bahrain die McLaren-Gruppe rettet

Beitrag von Toji » 30.06.2020, 12:38

weiß jemand etwas genaueres über die argumentation seitens mclaren in bezug auf die freigabe der sicherheiten? meines erachtens nach müsste man entweder gegen eine gleichwertige sicherheit tauschen, oder es besteht übersicherung, aber was trifft hier bei mclaren zu?
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Re: Sollten die Sicherheitsansprüche der Kreditgeber vom Gericht aufgehoben werden, könnte McLaren diese Assets neu bele

Beitrag von daSilvaRC » 30.06.2020, 13:55

peterlustig hat geschrieben:
30.06.2020, 11:14


Ich muss auch mal bei Gericht beantragen, das mein Haus dem ersten Gläubiger nicht mehr als Sicherheit zur Verfügung steht
und dem nächsten Geldgeber das Haus als Sicherheit anbiete.

nehmen wir an dein Haus hat einen Wert von 400.000 samt grundstück.

du hast deiner Bank die Sicherheit gegeben und sie an erster rangfolge ins Grundbuch eingetragen. mit 200.000€

die übrigen 200.000 kannst du an einen weiteren Kreditgeber vergeben, allerdings in 2. Rangfolge.
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Re: Wie die Nationalbank von Bahrain die McLaren-Gruppe rettet

Beitrag von Mithrandir » 30.06.2020, 18:10

Zeigt mir zweierlei - einerseits wie notwendig die Budgetbegrenzung war und andererseits relativiert es die Misere bei Williams. Dass McLaren durch Corona tatsächlich von der Insolvenz bedroht ist hätte ich nicht unbedingt erwartet, allerdings sind mir Börsenthemen auch ziemlich fremd. Im Prinzip müssen sie das gleiche machen wie das vielgescholtene Williams-Team und werden aus oder sogar von Bahrain gerettet, auch nicht unbedingt erstrebenswert.
Wäre zumindest für mich sehr überraschend gewesen, wenn es ausgerechnet McLaren "erwischt" hätte, da hatte man andere Kandidaten für einen Ausstieg auf dem Zettel.

Meiner Meinung nach ist die Kostenexplosion und die damit verbundene Überlegenheit der drei Topteams das einzige wirklich bedrohliche Problem der Formel1. Ob die Autos laut sind, DRS haben oder 18" statt 13" ist ziemlich nebensächlich, die Rennen waren nämlich nicht schlecht grade verglichen mit manchen früheren Episoden. Wenn man nicht seit Jahren immer die gleichen drei Teams auf dem Podest hätte während die anderen irgendwie versuchen ihre Existenz zu sichern hätte ich nicht viel zu meckern. Die Regeländerungen gehen auf jeden Fall in die richtige Richtung.
Folgt mir, ich komm nach...

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Re: Sollten die Sicherheitsansprüche der Kreditgeber vom Gericht aufgehoben werden, könnte McLaren diese Assets neu bele

Beitrag von Giacomo » 01.07.2020, 09:38

peterlustig hat geschrieben:
30.06.2020, 11:14
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Sollten die Sicherheitsansprüche der Kreditgeber vom Gericht aufgehoben werden, könnte McLaren diese Assets neu beleihen und sich zum Beispiel bei Banken frisches Geld holen.
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Irgend etwas macht der Privatmann falsch oder ?

Wie kann ich eine Sache merhrmals als Sicherheit hinterlegen ?

Wer hat dann am Ende einen Anspruch auf die Sicherheitsleistung ?

Ich muss auch mal bei Gericht beantragen, das mein Haus dem ersten Gläubiger nicht mehr als Sicherheit zur Verfügung steht
und dem nächsten Geldgeber das Haus als Sicherheit anbiete.

Dann verschiebe ich die Kohle und melde Insolvenz an und begine das Spiel von vorne :wink:
Ja, McLaren hat kein Geld verschoben aber so als Gedanke :mrgreen:

Naja, trotzdem besser wenn ein Team damit in der F1 bleibt.
Das liegt daran, dass der Verfasser des Textes nicht vom Fach ist und es selber nicht verstanden hat, dann kommt so ein Mist dabei raus.
Toto: "You never stop to amaze us!" German GP 2019 :lol:

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