Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

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Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

Beitrag von Redaktion » 03.06.2020, 15:52

Die ungeliebten Gridstrafen wird es in der Formel 1 auch 2021 weiterhin geben - Das bekannte System wird mit dem Auspuff sogar um eine Komponente erweitert
Daniil Kwjat

Ab 2021 kann es auch durch das Auspuffsystem eine Gridstrafe geben

Während sich die Schlagzeilen bei den neuen Regeln für die Formel-1-Saison 2021 hauptsächlich um die großen Änderungen wie die neue Budgetobergrenze oder das Handicap-System bei der Aerodynamik-Entwicklung drehen, gibt es auch einige kleine, aber interessante Details, die für das kommende Jahr ebenfalls angepasst werden.Dazu zählt zum Beispiel die Erhöhung des Gewichtsminimums der Power-Unit. Das Auto selbst muss in Zukunft mindestens 649 statt wie zuvor 643 Kilogramm wiegen, bei der Power-Unit geht das Mindestgewicht von 145 auf 150 Kilogramm nach oben. Weshalb dieser Schritt? Es hängt mit einer Regeländerung zusammen, die den Auspuff betrifft.Denn bislang zählte der Auspuff nicht zu den Teilen, die zur Power-Unit gezählt wurden. Das ändert sich nun. Im Technischen Reglement ist jetzt besser definiert, was zum Auspuffsystem gehört. Das hat gleich in mehreren Artikeln zu einer Anpassung geführt. Ursprünglich war diese Änderung Teil des neuen Regelpakets für 2021, welches auf 2022 verschoben wurde.

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Trotzdem wurde die Neuerung nun bereits für das kommende Jahr übernommen. Weil der Auspuff bislang nicht zur Power-Unit zählte, konnte die Teams das Design und den Hersteller frei wählen - unabhängig vom Motorenpartner. Das ermöglichte es, Materialien zu verwenden, die vor allem auf Performance und Gewicht ausgerichtet waren - und damit dementsprechend teuer.Zusätzliche Kosten entstanden zudem dadurch, dass die Teams den Auspuff nahezu unbegrenzt tauschen konnten. Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein. In Artikel 23.3.a) des Sportlichen Reglements für 2021 ist in der neusten Version festgeschrieben, dass nur noch maximal acht Auspuffsysteme pro Jahr eingesetzt werden dürfen.

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Vor dieser Regeländerung haben einige Teams den Auspuff deutlich häufiger getauscht. McLaren wechselte 2019 beispielsweise bei gleich drei Rennen in Folge (Bahrain, China und Baku) jeweils an beiden Autos zwischen Qualifying und Rennen den Auspuff. Das war trotz Parc-Ferme-Regeln legal, weil es sich dabei um baugleiche Teile handelte.

Die häufigen Wechsel lassen darauf schließen, dass die Teile am Limit gebaut waren und nicht sonderlich lange hielten. Solchen Spielchen wird durch die neue Begrenzung ein Riegel vorgeschoben. Werden ab dem kommenden Jahr mehr als die acht erlaubten Einheiten verwendet, gibt es - analog zum restlichen Antriebsstrang - eine Rückversetzung in der Startaufstellung.


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Re: Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

Beitrag von Calvin » 03.06.2020, 16:38

Macht man das eigentlich mit Absicht? Neue Regeln einführen/erweitern welche durch die Fahrer und Fans seit Jahren kritisiert werden?
Toto Wolff: Wir stellen uns nicht die Frage, ob der Ferrari-Motor illegal ist. So denken wir nicht, das ist nicht unsere Einstellung. Wir zeigen nicht mit dem Finger auf andere Hersteller. Wir fragen uns vielmehr: Wie können wir selber etwas besser machen?

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Re: Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

Beitrag von BruderimHerrn » 03.06.2020, 16:43

ich würde ja noch das Gewicht der Bremsscheiben zum Mindestgewicht der Powerunit zählen.
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Re: Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

Beitrag von Sportsmann » 03.06.2020, 17:27

Calvin hat geschrieben:
03.06.2020, 16:38
Macht man das eigentlich mit Absicht? Neue Regeln einführen/erweitern welche durch die Fahrer und Fans seit Jahren kritisiert werden?
Die Frage ist, hat der Fan irgendetwas Positives beigetragen mit der Kritik? Gab es konstruktive Kritik, oder doch nur Gemecker ohne eine Alternative zu nennen? Wenn man das ganze unter "Maßnahmen um die F1 günstiger zu machen" packt, bin ich erstmal einverstanden. Wenn es keine bessere Lösung gibt, nehme ich diese hier weiterhin.

Wer die Startplatzstrafen für den Auspuff kritisieren will, der überlege bitte auch wieviel "8" im Verhältnis zur Gesamtzahl der Rennen ist. Es kann den Zahlen nach bei jedem dritten Rennen ein neuer Auspuff verwendet werden - straffrei - und da sind Crashs die Teile kosten schon eingerechnet.

Für mich liest sich das ganze parallel zu etwas das in einem Artikel zu Russell, Hamilton und Kartfahren aufkam. Da werden für jedes Rennen neue Reifen aufmontiert. Das lässt die Kosten explodieren, bzw. haben die anderen Fahrer die nicht finanziell mithalten können einen kleinen Nachteil. Auch wenn es nur 0,5 bis 1% mehr Grip sind oder noch weniger und ein psychologischer Effekt dazu das muss man ersteinmal wett machen. Und das können junge Fahrer nur wenn sie extremes Talent haben, die nicht so frühreifen die später erst aufblühen, die fallen da aber schon raus. Ein "ach-so-katastrophales-2019er"-Williamsteam fuhr auch nur wenige % in der Rundenzeit hinterher.
Und wenn man Sparmaßnahmen in die F1 überträgt, kann das nicht schlecht sein. Zugegeben, ich kenne die Kosten eines F1-Auspuffs nicht. Aber es würde mich nicht wundern wenn man dafür einige tausend € auf den Tisch legen muss. Und ganz generell finde ich eine Beschränkung der Teile - auch weiterer - mit guten Argumenten im Rücken sinnvoll. Warum muss denn jedes Teil unbedingt gewechselt werden? Klar, ab und an rostet mal einer durch, aber wir sind hier nicht bei Straßenautos. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sicherheit oder Lautstärke gute Gründe zum Wechseln sind, sondern eher die winzigen Leistungseinbußen.
Und hat der Fan etwas davon? Also kann selbst der Hardcorefan irgendetwas davon sehen, mit Fernglas oder Zoom am PC ? Das war ja ein Argument was Brawn angeführt hat, nach dem Motto: wir wollen die F1 billiger machen, da wo sich die Autos nicht sehr unterscheiden".

AMuS schrieb auch, was hier im Artikel auch erklärt wird. Das Gewichtsminimum steigt, weil (vermeintlich) auf günstigere Materialien zurückgegriffen wird.
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Re: Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

Beitrag von maisinator » 03.06.2020, 18:34

Weil das bei den Motoren mit den Kostensparen so erfolgreich geklappt hat oder warum? :facepalm:

Die Gesamtkosten werden die Gleichen bleiben, nur werden die Stückkosten durch die notwendige Entwicklungsarbeit bzgl Haltbarkeit durch die Decke gehen :wall:

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Re: Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

Beitrag von Calvin » 03.06.2020, 18:47

Sportsmann hat geschrieben:
03.06.2020, 17:27
Und wenn man Sparmaßnahmen in die F1 überträgt, kann das nicht schlecht sein.
Es wurde ja schon bei den Motoren gesagt, dass die Motoren haltbarer zu machen verdammt teuer war und viel Geld verschlungen hat.

Für mich ist es einfach lächerlich, wenn die F1 ständig von Geld sparen redet, aber keine Probleme damit hat unnötig teure Motoren zu erlauben, die absolut keinen Mehrwert haben. Eher im Gegenteil.

Und man sagt seit Jahren dass die Gridstrafen einfach lächerlich sind. Und was macht man? Man führt noch mehr Teile ein, die bei Ersatz eine Gridstrafe bringen (Bremsen und jetzt noch Auspuff). Die Fahrer beschweren sich schon länger über die zu schweren Autos. Und was macht man? Man macht die Autos jedes verdammtes Jahr schwerer. Und dass die Autos nicht mehr so Agil sind, sieht man mit blossem Auge.
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Re: Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

Beitrag von Formula_1 » 03.06.2020, 19:21

So wie in diesem Artikel dargestellt, klingt das nach einer vernünftigen Entscheidung.

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Re: Auspuffsystem: Formel 1 weitet Gridstrafen ab der Saison 2021 aus

Beitrag von Sportsmann » 03.06.2020, 19:34

Calvin hat geschrieben:
03.06.2020, 18:47
Sportsmann hat geschrieben:
03.06.2020, 17:27
Und wenn man Sparmaßnahmen in die F1 überträgt, kann das nicht schlecht sein.
Es wurde ja schon bei den Motoren gesagt, dass die Motoren haltbarer zu machen verdammt teuer war und viel Geld verschlungen hat.

Für mich ist es einfach lächerlich, wenn die F1 ständig von Geld sparen redet, aber keine Probleme damit hat unnötig teure Motoren zu erlauben, die absolut keinen Mehrwert haben. Eher im Gegenteil.

Und man sagt seit Jahren dass die Gridstrafen einfach lächerlich sind. Und was macht man? Man führt noch mehr Teile ein, die bei Ersatz eine Gridstrafe bringen (Bremsen und jetzt noch Auspuff). Die Fahrer beschweren sich schon länger über die zu schweren Autos. Und was macht man? Man macht die Autos jedes verdammtes Jahr schwerer. Und dass die Autos nicht mehr so Agil sind, sieht man mit blossem Auge.
Hm, haltbarer gleich teurer. Klar, der Motor ist komplex und teuer. Ich denke beim Auspuff wird das ganze anders liegen. Aus diesem Grund wurde ja auch das Gewicht erhöht. Wer darunter bleibt gewinnt eher wenig. Also ist es wohl sinnvoller 8 Auspuffe die etwas dicker und haltbarer designt sind statt 21 zu bauen, die nach einem Rennen durch Vibrationen bereits Strukturschäden oder was auch immer die Performanz da beeinflusst, haben. So meine Vermutung. Dazu kommt, der Auspuff zählt zur Motorenentwicklung, wenn ich das Recht verstanden habe. Und auch die wird ab jetzt deutlich reduziert. Hätte man die Motorenentwicklung damals schon eingebremst, wäre das auch ggf. deutlich günstiger geblieben. Mit den Entwicklungstoken hat man ja nicht lang durchgehalten, zumal die keine Lösung sind, sondern nur ein Fokuswechsler, solange die Prüfstände ohne Ende laufen. Ich sehe hier also auch eine Änderung, die vielleicht nicht gleich die anfängliche These komplett falsifiziert, aber die zumindest das Problem abschwächt, bzw. abgeschwächt hätte, wenn es das damals schon gegeben hätte.

versteh mich nicht falsch. Ich bin auch der Ansicht das leichte agile Autos schöner sind und dass Gridstrafen unschön sind. Beim Gewicht kann ich sehen dass die Anstiege begründet sind, das ist Ansichtssache ob man mehr Sicherheit oder weniger Kosten (wegen teurer Materialien) haben will. Ich kann diese Schritte verstehen, Kritik maße ich mir da nicht an, da das ganze ein Abwägen ist und ich keinen tollen Weg sehe alles auf einmal sicher, günstig und attraktiv zu machen. Zumindest solange die Autos entsprechend lang sind und die aktuelle Motorengeneration drin ist - würde man die loswerden, könnte beides verbessert werden, doch bis 2025 tut sich da nichts dran.

Bei den Gridstrafen liegt das für mich noch mal deutlicher, da sehe ich derzeit keine gute Alternative, nichtmal eine passable wie den Verlust von Konstrukteurspunkten -genormt pro Bauteil (1MGU-H= 2Pkt, Auspuff 0.5Pkt ...) - aber das wäre mies für Hinterfeldteams oder Kundenteams. Das einzige was uns aus der Nummer raus bringen könnte ist ein Budgetlimit was über die Jahre nochmal deutlich unter die 100Millionen Grenze sinkt. Erst dann kann man sagen, ok, baut soviel ihr wollt, so dass "niemand" einen Nachteil hat. Dann ist alles Teil des Abwägens wofür man Geld ausgibt. Und wer eben mehr in Komponenten statt Entwicklung steckt, darf dann auch seinen Vorteil haben. Aktuell ist die F1 aber auf Konsolidierung aus. Es soll neben dem Budgetlimit auch echt gespart werden, so dass neue Teams und finanziell schwache die Chance haben ohne das Abo auf die rote Laterne mitzufahren.

Fazit: Mist ists, aber aus Scheiße Gold machen klappt nicht und immerhin kann man ja damit Düngen - also bei anderen Aspekten einen Vorteil gewinnen. Ohne bessere Idee bleibt es dabei.
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