F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

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F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Redaktion » 22.05.2020, 09:08

Die Formel 1 wird sich im Zuge der Corona-Krise maßgeblich verändern - Timo Glock und Eddie Jordan fürchten, dass selbst große Hersteller die Reißleine ziehen werden
Valtteri Bottas, Lewis Hamilton

Ein Starterfeld ohne Silberpfeile? In der Formel 1 von heute kaum vorstellbar

Noch ist unklar, wie die Formel 1 die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise überstehen wird. Viele ziehen den Vergleich zur Finanzkrise 2008, ausgelöst durch die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers. In der Folge beendeten neben Reifenhersteller Bridgestone auch BMW und Toyota ihr Engagement in der Formel 1.

Timo Glock, 2008/09 Toyota-Pilot, musste sich damals nach einem neuen Rennstall umsehen. Er fürchtet, die aktuelle Krise könnte ähnliche Folgen haben: "Ja, ich kann mir vorstellen, dass das in den nächsten Wochen und Monaten ein großes Thema sein wird, weil die Zahlen im zweiten und dritten Quartal jetzt erstmal kommen werden."

Bisher gab es aufgrund der Corona-Beschränkungen kein einziges Rennen. Liberty Media verzeichnete im ersten Quartal bereits einen Verlust von 84 Prozent. Doch das dicke Ende kommt erst noch, glaubt Glock im Interview mit dem Podcast 'Starting Grid', wenn die nächsten Monate "das wirkliche Ausmaß der Corona-Krise" zeigen.

Audi-Ausstieg in der DTM als "Warnschuss"

"Und da kann es ungemütlich werden für den einen oder anderen Automobilhersteller", weiß Glock. "Denn wer denkt jetzt gerade darüber nach, ein Auto zu kaufen? Man sieht es bei uns in der DTM: Audi hat sich entschieden, Ende der Saison wegen der Gegebenheiten auszusteigen. Das ist schon mal ein Warnschuss in die Richtung."

Das betreffe nicht nur den Motorsport, sondern die gesamte Wirtschaft: "Für alles, was man sieht, ist das eine Gefahr, so wie das gerade gehandelt wird - dass Länder komplett zum Lockdown kommen und alles runtergefahren wird, ist momentan eine Gefahr für alle. Da ist es egal, welcher Sport das ist - ob Tennis, Handball, kleine Sportvereine."

Glock erwartet folglich "eine große Krise" für den Sport allgemein. Und diese könnte in der Formel 1 nicht nur kleinere Teams zum Ausstieg bewegen. Der Ex-Teambesitzer Eddie Jordan prophezeite bereits vor wenigen Wochen im Interview mit 'Sport1', "dass Hersteller wie Mercedes, Honda und vielleicht auch Renault die Reißleine ziehen werden".

Jordan sicher: Mercedes-Team wird verkauft

Vor allem von seiner Mercedes-These ist Jordan überzeugt: "Die Mercedes-Führung kann gar nicht anders entscheiden: Sie haben alles erreicht, alles gewonnen. Weitere Erfolge können sie unter den gegebenen Umständen nicht mehr vermarkten. Sie werden ihr Team verkaufen", legt sich fest und hat auch schon einen Abnehmer parat.

"Vielleicht an Lawrence Stroll, der das Ziel hat, mit seinem Sohn und seiner neuen Marke Aston Martin Weltmeister zu werden. Das wird mit seinem aktuellen Racing-Point-Team aber schwer." Es könnte also die große Chance für Privatteams werden. Als Motorenlieferant werde Mercedes der Formel 1 aber erhalten bleiben, so Jordan.


Fotostrecke: Formel-1-Prognosen von Eddie Jordan, die wahr wurden

Eddie Jordan meint: Lewis Hamilton wechselt alsbald zu Ferrari. Das ist der jüngste Formel-1-Ausblick des ehemaligen Teamchefs, der bereits in der Vergangenheit kühne Prognosen aufgestellt hat. Häufig, aber nicht immer traf Jordan damit ins Schwarze - ein Überblick!

Eddie Jordan meint: Lewis Hamilton wechselt alsbald zu Ferrari. Das ist der jüngste Formel-1-Ausblick des ehemaligen Teamchefs, der bereits in der Vergangenheit kühne Prognosen aufgestellt hat. Häufig, aber nicht immer traf Jordan damit ins Schwarze - ein Überblick!

Er kann sich - wie früher - eine "intensivere Partnerschaft" mit McLaren vorstellen. Ein Motorenliefervertrag ab 2021 ist bereits unterschrieben. Mercedes selbst hat sich, was seine eigenen Fahrer angeht, für diese Zeit noch nicht festgelegt - auch wenn es sich, gerade was Hamilton angeht, nur noch um Formalitäten handeln soll.

Noch kein neuer Mercedes-Vertrag für Hamilton

Ex-Formel-1-Pilot Glock wundert sich im Gespräch mit 'Starting Grid' trotzdem. "Die Frage ist, wieso man auf Mercedes-Seite so lange braucht, um die zwei Fahrer vertraglich zu verlängern. Früher ging das etwas schneller, wenn ich mich richtig erinnere. Es ist sehr ruhig geworden um die Verhandlungen", meint der Deutsche.

"Kann natürlich sein, dass man sagt, man muss abwarten, wie es weitergeht. Und kann deswegen momentan keine Fahrerverträge unterschreiben und hängt so ein bisschen in der Warteschleife. Das könnte ein Thema sein. Und vielleicht auch ein Thema für Lewis Hamilton." Bei ihm wurde schon über einen 90-Mio-Dollar-Vertrag gemunkelt.

Allerdings war das der Fall, bevor Corona den Sport stilllegte. Glock wagt daher keine Prognose: "Das ist so ein bisschen die Glaskugel, die wir da gerade in der Hand halten. [...] Es sind zu viele offene Fragen. Mercedes committed sich nicht, weil sie so ein bisschen abwarten und schauen, wie sich die Lage gerade entwickelt, glaube ich."


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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von GenauDer » 22.05.2020, 09:49

Also Covid 19 hat schon gezeigt: wenn Leute plötzlich nur noch das kaufen, was sie wirklich brauchen, brechen ganze Industrien zusammen.
Deshalb wäre der Ausstieg msncher Hersteller absolut verständlich. Gleichzeitig stehen wir vor massiven Einsparungen und wenn es bislang möglich war mit einem Einsatz von fast 500 Mrd (Ferrari, Mercedes) Gewinn zu erwirtschaften, wäre es dumm bei 150 Mio Budget nicht auch mitzufahren und sogar was dabei zu verdienen (wenngleich sich natürlich dadurch gewisse Dinge ändern, ich das also stark vereinfacht dargestellt habe).

Für den Sport wäre ein Ausstieg der großen Hersteller eine Katastrophe. Ja klar, viele mögen Mercedes nicht, unter anderem wegen mangelnder F1 Tradition, Wolff, oder weil sie es in den letzten Jahren etwas langweilig werden ließen.
Aber da muss sich halt die Konkurrenz mehr anstrengen. Sollte Mercedes nach 2021 gehen(und nochmal gewinnen), würden sie sich vielleicht über den Legendenstatus freuen, aber in der F1 blieben dann ausschließlich Teams die eigentlich nicht die besten ihres Faches sind. Quasi eine losers League.
Zuletzt geändert von GenauDer am 22.05.2020, 09:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Peter Revson » 22.05.2020, 09:49

Ja bitte!
Weg mit den Herstellern - die haben dem Sport stets nur geschadet.

Dazu noch ein vernünftiger Budgetdeckel und dann steht die Formel 1 vielleicht wieder auf einer guten Basis.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von GenauDer » 22.05.2020, 09:51

Für VET wärs natürlich blöd, wenn er jetzt Ferrari verlässt und plötzlich hat er eh kein Konkurrenzteam mehr

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Plauze » 22.05.2020, 09:51

Eine entschlackte Formel 1 aus Privatteams, die aus Leidenschaft zum Sport dabei sind und nicht mehr zu Juniorenteams der großen Werksteams degradiert werden? Ja, is' denn heut' scho' Weihnachten?

Wenn Corona als Nebeneffekt eine reinigende Entkommerzialisierung des Spitzensports zur Folge hätte, wäre das beileibe nicht das Schlechteste.

Leider glaube ich da nicht so ganz dran, denn im Moment werden einfach sehr viele Krokodilstränen vergossen, um sich möglichst viel vom großen Kuchen der Staatshilfen zu sichern bei gleichzeitigen Einsparungen in der Produktion auf Kosten der Arbeiter (Kurzarbeit etc.).
GenauDer hat geschrieben:in der F1 blieben dann ausschließlich Teams die eigentlich nicht die besten ihres Faches sind. Quasi eine losers League.
Nee, das ist so nicht haltbar. Auch in kleineren und weniger finanzkräftigen Teams arbeiten kluge Köpfe, und die sind alle bis ins Letzte durchprofessionalisiert. Wenn man sich sieht, was Force India/Racing Point über Jahre hinweg mit kleinem Budget geleistet hat, ist das ein durchaus effizienterer Job gewesen als etwa bei Ferrari oder sogar Mercedes. Nur rollt da eben der Rubel noch ein bisschen großzügiger, und dementsprechend kann jede Menge Geld in die Entwicklung gepumpt werden, während ein kleines Team vielleicht nur Geld für einen "Schuss" bei den Updates hat, der dann eben sitzt oder auch nicht.
Für die Formel 1 wäre es ein reinigendes Gewitter, das zwar vorübergehend bestimmt für einen Schock sorgen würde, weil man das Geschäftsmodell komplett neu sortieren müsste. Langfristig glaube ich aber, dass ein Rückzug etwa von Mercedes dem Sport sogar gut tun würde.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von afa1515 » 22.05.2020, 09:51

Dieses Corona-Gejammer ist doch sehr weit hergeholt bei Mercedes. Einerseits hat man genug Sponsoren, die das Ding quasi selbst finanzieren, andererseits wird mit der Kostengrenze das Budget auch keinerlei Probleme darstellen. Gut möglich, dass man sogar ein größeres Plus macht.

Der einzige Grund für einen Austritt wäre wohl wirklich nur, weil es marketingmäßig nichts mehr bringt. Aber ob Stroll in einem "Mercedes" deswegen Weltmeister wird, bezweifle ich doch sehr stark. An einen direkten Konkurrenten wird man's kaum verkaufen. Vielleicht an einen Investor der Daimler Group, z.B. Geely.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von vendeta1205 » 22.05.2020, 10:00

Ein paar Indizien sprechen schon für einen Ausstieg von Mercedes. Da ist zum einen das Lewis im Winter mit Ferrari verhandelt hat , dass beide Fahrer noch keine Verträge für nächstes Jahr haben und das Toto groß bei Aston Martin eingestiegen ist. Mal abwarten, zu 100 % sicher schein sowohl ein verbleib als auch ein Ausstieg noch nicht zu sein. Entweder weil man mit dem Budgedkap vielleicht doch weiter machen will, oder weil noch ein Investor fehlt der das Team kauft
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von GenauDer » 22.05.2020, 10:02

Plauze hat geschrieben:
22.05.2020, 09:51
Nee, das ist so nicht haltbar. Auch in kleineren und weniger finanzkräftigen Teams arbeiten kluge Köpfe, und die sind alle bis ins Letzte durchprofessionalisiert. Wenn man sich sieht, was Force India/Racing Point über Jahre hinweg mit kleinem Budget geleistet hat, ist das ein durchaus effizienterer Job gewesen als etwa bei Ferrari oder sogar Mercedes. Nur rollt da eben der Rubel noch ein bisschen großzügiger, und dementsprechend kann jede Menge Geld in die Entwicklung gepumpt werden, während ein kleines Team vielleicht nur Geld für einen "Schuss" bei den Updates hat, der dann eben sitzt oder auch nicht.
Für die Formel 1 wäre es ein reinigendes Gewitter, das zwar vorübergehend bestimmt für einen Schock sorgen würde, weil man das Geschäftsmodell komplett neu sortieren müsste. Langfristig glaube ich aber, dass ein Rückzug etwa von Mercedes dem Sport sogar gut tun würde.
Es ist natürlich richtig, dass man zuerst mal schauen müsste, was die Teams unter dem GLEICHEM Budget leisten.
Aber die Geschichte schaut auf so etwas nicht. Da gabs dann halt ein Team, das hat 7x hintereinander alles gewonnen, keiner konnte sie besiegen und dann gingen sie. Zurück blieben nur die 2.
Dass in anderen Teams gute, teils bessere Leute arbeiten habe ich ja nie bestritten, ich sehe das nur im Hinblick auf die Ergebnisse. Wenn es darum ginge, dass auch andere Leute gut sind oder gar besser, müsste man vielleicht auch generell sagen, dass die Erfolge bei großen Teams weniger Wert sind. Und da kommen dann gleich die Fanboykriege. Einer der größten Profiteure von Teams die unendlich Geld in die Siege gebuttert haben, war schließlich Schumacher.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von GenauDer » 22.05.2020, 10:05

vendeta1205 hat geschrieben:
22.05.2020, 10:00
Ein paar Indizien sprechen schon für einen Ausstieg von Mercedes. Da ist zum einen das Lewis im Winter mit Ferrari verhandelt hat , dass beide Fahrer noch keine Verträge für nächstes Jahr haben und das Toto groß bei Aston Martin eingestiegen ist. Mal abwarten, zu 100 % sicher schein sowohl ein verbleib als auch ein Ausstieg noch nicht zu sein. Entweder weil man mit dem Budgedkap vielleicht doch weiter machen will, oder weil noch ein Investor fehlt der das Team kauft
Dass HAM jetzt aber doch bei Mercedes ist, man mit ihm verhandelt, schon viel Geld in die neuen Regeln investiert hat und Aston Martin vielleicht nur eine Möglichkeit ist, Geld zu sparen (gemeinsame Entwicklungen) um auch in der Zeit der Budgetkürzung gut entwickeln zu können, ist auch eine Möglichkeit das ganze zu sehen.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Garten » 22.05.2020, 10:07

GenauDer hat geschrieben:
22.05.2020, 09:51
Für VET wärs natürlich blöd, wenn er jetzt Ferrari verlässt und plötzlich hat er eh kein Konkurrenzteam mehr
Selbst wenn Mercedes aussteigt, dann existiert das Team ja nach wie vor. Theoretisch könnte sich mehr oder weniger nur der Name ändern und das war es. Selbst wenn das Team tatsächlich nicht mehr weiter existieren sollte, dann wird wohl der Großteil des talentierten Personals bei etlichen F1 Teams unterkommen. Für Ferrari wird es nicht unbedingt einfacher, nur weil Mercedes nicht mehr mitmischt. Es könnte natürlich einfacher werden, muss es aber eben nicht.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Lichtrot » 22.05.2020, 10:24

:wave: Teams kommen und gehen. Mercedes wird sicher nicht ewig in der F1 bleiben. Das sollte schon klar sein. Mercedes macht sicher keinen auf Ferrari und wird Standard-Ausstattung der F1. Früher oder später sind sie weg. Vermutlich mit dem Gewinn von Hamiltons 8. Titel.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von GenauDer » 22.05.2020, 10:34

Garten hat geschrieben:
22.05.2020, 10:07
GenauDer hat geschrieben:
22.05.2020, 09:51
Für VET wärs natürlich blöd, wenn er jetzt Ferrari verlässt und plötzlich hat er eh kein Konkurrenzteam mehr
Selbst wenn Mercedes aussteigt, dann existiert das Team ja nach wie vor. Theoretisch könnte sich mehr oder weniger nur der Name ändern und das war es. Selbst wenn das Team tatsächlich nicht mehr weiter existieren sollte, dann wird wohl der Großteil des talentierten Personals bei etlichen F1 Teams unterkommen. Für Ferrari wird es nicht unbedingt einfacher, nur weil Mercedes nicht mehr mitmischt. Es könnte natürlich einfacher werden, muss es aber eben nicht.
Ist halt unwahrscheinlich, dass es dann 1:1 so weitergeführt wird. Darauf habe ich angespielt.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von BwoahF1Racing » 22.05.2020, 10:37

Also mich würde es nicht stören wenn die Hersteller die Fliege machen und nur noch als Motorenlierant bleiben.

es wäre cool wieder mehr Privatteams auf den Podium zu sehen und mit Ferrari,Mclaren und Williams hat man ja immernoch die Gesichter der F1.
Wichtig wäre die Finanzelle seite damit auch kleine Teams in der F1 was erreichen können.
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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Legend!MS » 22.05.2020, 10:39

Ich denke mal, Bottas wird sich etwas neues suchen müssen. Mercedes wird aussteigen, und das Team an Stroll Sen. verkauft, damit Stroll Jun. noch mehr Spielzeug bekommt. Allerdings wird ihm das nichts bringen mit Hamilton als Kollegen. Selbst wenn es umgekehrt wäre, und Hamilton geht und Bottas bleibt, wird Stroll jun. Keine Chance haben. Weiß gar nicht wen man da ins andere Auto setzen müsste damit er sich durchsetzen kann😂😂😂. Vorausgesetzt Aston Martin würde da weiter machen, wo Mercedes aufgehört hat, was ich bezweifel. Und auch für die kleinen Teams wird sich nichts ändern, so sind es dann eben Red Bull und Ferrari die wieder dominieren.

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Re: F1-Experten im Krisenmodus: Mercedes und Co. könnten aussteigen

Beitrag von Plauze » 22.05.2020, 10:41

GenauDer hat geschrieben:
22.05.2020, 10:02
Dass in anderen Teams gute, teils bessere Leute arbeiten habe ich ja nie bestritten, ich sehe das nur im Hinblick auf die Ergebnisse.
Schon klar, aber mit dem eingesetzten Budget verschieben sich halt die Ergebnisse. Es ist natürlich klar, dass es auch bei Privatteams da ein sehr großes Gefälle gibt (Red Bull > Williams zum Beispiel), aber der heftige Investitionsdruck ist halt immer dann entstanden, wenn ein großer Konzern irgendwo eingestiegen ist, Geld ohne Ende in ein Team gepumpt hat, von überall her die besten Leute eingekauft hat (das muss man sich schließlich auch leisten können) und alles abräumte. Durch die Geldverteilungssysteme aus der Ära Ecclestone wurden die Teams, die das Nachsehen hatten, dafür doppelt und dreifach bestraft, denn wenn man in der Konstrukteurs-WM aus finanziellen Gründen abrutscht, bekommt man direkt mal noch weniger Geld. Dadurch wird einerseits das sportliche Ungleichgewicht und andererseits die finanzielle Notlage eines Teams immer weiter verschärft - es braucht einen großen Investor, am besten einen Automobilkonzern, um aus der Krise herauszufinden. Und schwupp, haben wir das nächste Werksteam, das dann zwar Arbeitsplätze erhalten konnte, aber nun auch gezwungen ist, ins Elefantenrennen um die höchsten Investitionen einzusteigen.
Auf Dauer ist das einfach keine gute Entwicklung für den Sport. Ich wäre zwar auch kurzzeitig schockiert, wenn da nun irgendwann zwangsläufig die Notbremse gezogen würde, aber hätte langfristig Hoffnung, dass wir zumindest ein Stück weit eine Loslösung vom Raubtierkapitalismusmodell Formel 1 hin zu einem stärkeren Fokus auf dem sportlichen Wettbewerb erleben.
GenauDer hat geschrieben:Wenn es darum ginge, dass auch andere Leute gut sind oder gar besser, müsste man vielleicht auch generell sagen, dass die Erfolge bei großen Teams weniger Wert sind. Und da kommen dann gleich die Fanboykriege. Einer der größten Profiteure von Teams die unendlich Geld in die Siege gebuttert haben, war schließlich Schumacher.
Wobei halt gerade Schumacher einer der Fahrer war, denen ich unterstellen würde, dass sie für nachhaltigen sportlichen Erfolg so etwas gar nicht unbedingt gebraucht hätten. Auch ohne großen Autokonzern würde es ja noch eine bestimmte Rangordnung der Teams geben. Ist ja nicht so, dass sportliche/konstruktionsbedingte Unterschiede von heute auf morgen verschwinden würden. Und da würde es sicherlich nach wie vor den besten Fahrer zum besten Team hinziehen, das einem Schumacher oder auch einem Hamilton durchaus auch ohne Werksteammillionen sportlichen Erfolg versprochen hätte.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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