Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

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Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von Redaktion » 26.03.2020, 13:32

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone versteht nicht, warum die FIA die Vereinbarung mit Ferrari öffentlich gemacht hat - Der Scuderia macht er keinen Vorwurf
Bernie Ecclestone, Sebastian Vettel

Bernie Ecclestone hat noch immer gute Verbindungen ins Formel-1-Paddock

Die Nachricht schlug im Formel-1-Paddock ein wie eine Bombe. Am letzten Tag der Formel-1-Testfahrten in Barcelona veröffentlichte die FIA eine Pressemitteilung, in der man bekanntgab, einen Deal mit Ferrari geschlossen zu haben, nachdem man zuvor die Power-Unit der Scuderia aus der Saison 2019 untersucht hatte. Statt dem Ende war das aber erst der Anfang der Geschichte.Denn die besagte Pressemitteilung ließ viele Fragen offen. Hat Ferrari 2019 im Bereich der Antriebseinheit betrogen? Falls ja, warum gab es dann offiziell keine Strafe? Mercedes-Sportchef Toto Wolff sprach gegenüber der 'Speedweek' damals von einer "Riesensauerei" und erklärte: "Es ist nicht in Ordnung, was Ferrari gemacht hat, aber noch weniger, wie die FIA das behandelt."Auch viele Fans der Königsklasse waren - vorsichtig formuliert - verwundert über das Vorgehen der FIA. Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone erklärt, der Weltverband hätte die Sache überhaupt nicht öffentlich machen sollen. Das sagt der mittlerweile 89-Jährige in der neuen Ausgabe von 'Autocar', die am 15. April erscheint, und aus der 'RaceFans' bereits vorab zitiert.

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"Die FIA hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der steht, dass sie eine Vereinbarung mit Ferrari getroffen haben. Das hätten sie nicht tun sollen", sagt Ecclestone und kritisiert: "Was bedeutet das? Eine Vereinbarung über was? Entweder es war legal, aber sie denken nicht, dass es erlaubt sein sollte. Dann hätten sie es für die Zukunft einfach verbieten können.""Sonst verstehe ich nicht, was es für eine Vereinbarung geben soll", zuckt er die Schultern und erklärt, dass eine andere Interpretation für ihn so klinge: "Ihr habt definitiv und zu 100 Prozent betrogen. Aber wir können nichts dagegen machen, weil es jetzt schon passiert ist. Aber wir bestrafen euch dafür." Eine offizielle Strafe gegen die Scuderia gibt es nicht - eine inoffizielle aber schon.

Fotostrecke: Die 10 kuriosesten Formel-1-Ideen von Bernie Ecclestone

#10 Drei Autos pro Team: Als die Formel 1 nach dem Ausstieg von Jaguar und Cosworth 2004 und drohenden Pleiten bei Jordan oder Minardi vor Problemen stand, brachte der Brite die Idee von drei Fahrzeugen pro Team schon einmal auf den Plan. Ein großes Starterfeld und mehr Topautos wären garantiert.

#10 Drei Autos pro Team: Als die Formel 1 nach dem Ausstieg von Jaguar und Cosworth 2004 und drohenden Pleiten bei Jordan oder Minardi vor Problemen stand, brachte der Brite die Idee von drei Fahrzeugen pro Team schon einmal auf den Plan. Ein großes Starterfeld und mehr Topautos wären garantiert.

Laut der Pressemitteilung hat sich Ferrari unter anderem dazu verpflichtet, die FIA bei der Forschung zu Emissionen und nachhaltigen Kraftstoffen zu unterstützen. Das dürfte die Italiener eine Menge Geld kosten. Sportlich kommt man allerdings mit einer weißen Weste davon. Und genau das schmeckt vielen Fans und Gegner nicht. Ecclestone erinnert an den "Spygate-Skandal" im Jahr 2007.

Damals wurde McLaren aus der WM ausgeschlossen und musste eine Rekordstrafe in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zahlen, nachdem herausgekommen war, dass das Team über interne Aufzeichnungen von Ferrari verfügte. "Damals wollte Max [Mosley], Präsident der FIA, sie aus der Meisterschaft werfen", erinnert sich Ecclestone. Er selbst habe das allerdings verhindert.

"Warum bestrafen wir sie nicht und nehmen ihnen das Geld weg, das sie sonst verdient hätten? Das haben wir dann auch gemacht", so Ecclestone, für den es damals keine Alternative gegeben habe. Übrigens: Ferrari selbst macht er in dem Zusammenhang keinen Vorwurf. Der Ansatz bei der Power-Unit - ob legal oder nicht - sei "brillant" gewesen, "weil es funktioniert hat".


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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von Pentar » 26.03.2020, 14:28

Das ganze Thema um den "Ferrari-Deal" ist leider ein sehr trauriges Kapitel in der aktuellen Formel-1.
Dieser Sport lebt von den Millionen Fans an den Rennstrecken vor Ort & den TVs.
Leider wird all diesen Fans gänzlich vorenthalten, was genau vorgefallen ist...

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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von harrrys » 26.03.2020, 14:56

Pentar hat geschrieben:
26.03.2020, 14:28
Das ganze Thema um den "Ferrari-Deal" ist leider ein sehr trauriges Kapitel in der aktuellen Formel-1.
Dieser Sport lebt von den Millionen Fans an den Rennstrecken vor Ort & den TVs.
Leider wird all diesen Fans gänzlich vorenthalten, was genau vorgefallen ist...
Werden noch genug Leute kommentieren die dir versichern werden dass bei Ferrari alles legal war solange nichts anderes bewiesen ist :lol:

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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von Pentar » 26.03.2020, 15:38

harrrys hat geschrieben: :chat:
Jedes Team versucht, das aktuelle Reglement bis ins kleinste Detail auszuloten.
Und das Bestreben eines jeden angestellten Ingenieurs ist, daraus das Maximum herauszuholen.
Wenn aber etwas über eine Grauzone hinaus in den schwarzen Bereich läuft,
dann hat die FIA klipp & klar zu reagieren - öffentlich - und auch im Nachgang.
Die Existenz eines "Deals" ist schon schlimm genug - die Publizierung desselben jedoch ein Desaster für diesen Sport.
LM versucht, neue Interessenten an die F1 zu binden - die letzten Aktionen der FIA bewirken genau das Gegenteil.
Meine Meinung...

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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von asd » 26.03.2020, 15:47

Das Problem ist die mangelnde Transparenz.

die FIA hat - um es mal ganz Salopp zu formulieren - gesagt: "Leute, alles cool... Ferrari und wir haben uns geeinigt."

Worüber denn genau?
Gab es einen Regelverstoß und wie wurde der nun geahndet?
Ist das Strafmaß denn überhaupt angemessen?

Logisch dass Teams das hinterfragen, da nicht klar kommuniziert wurde was genau gewesen ist.
es wurde nie wirklich von einem klaren Regelverstoß geprochen.
Es gab "Unregelmäßigkeiten" bei der Benzinzufuhr und Ferrari hatte eindeutig den größten Vorteil auf den Geraden, der pikanterweise kurz darauf verflogen war (siehe Kommentar von Verstappen...).

Renault wurde für das Bremssystem härter bestraft...

Ferrari hat einmal mehr seine Sonderstellung deutlich gemacht und das stößt den anderen Teams sauer auf.
:checkered:

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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von Mithrandir » 26.03.2020, 18:09

Redaktion hat geschrieben:
26.03.2020, 13:32
Der Ansatz bei der Power-Unit - ob legal oder nicht - sei "brillant" gewesen, "weil es funktioniert hat".
Eigentlich hat es nicht besser funktioniert als in den Jahren zuvor, man lag recht deutlich hinten und das ist auch ganz gut so. Ein Titelgewinn vor diesem undurchsichtigen Hintergrund hätte mich empfindlich gestört, dass die ganze Angelegenheit ziemlich suspekt ist leugnet kaum jemand.

Um zu beurteilen, ob der Ansatz brilliant war müsste man erstmal den Ansatz kennen. Mehr Kraftstoff einzuspritzen als erlaubt halte ich nicht unbedingt für eine herausragende Ingenieursleistung. Da kam mir die Trickserei mit den Batterien im Jahr zuvor in der Theorie schon innovativer vor wobei man auch da nie erfahren hat, was tatsächlich war.

Brilliant würde ich Lösungen nennen, die zumindest nicht konkret vom Reglement ausgeschlossen sind. Wenn ein Team eine Möglichkeit erfindet die Waage der FIA zu manipulieren und das Auto 20kg leichter baut ist das raffiniert aber nichts was ich persönlich feiern würde, es wäre schlicht illegal. Was Ferrari mit dem Motor angestellt hat ist halt nur anhand von Indizien nicht abschließend zu beurteilen und die FIA sagt es nicht.
Folgt mir, ich komm nach...

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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von MarM » 27.03.2020, 08:29

Hach, der gut alte Bernie. Der war auch immer so unterwegs "alles ist legal solang man nicht erwischt wird"

Auf eine merkwürdige verdrehte Ebene fehlt er mir manchmal.. Keine Mafia F1 mehr :mrgreen:
Die Autorennen von heute haben kaum noch etwas mit jenem Sport zu tun, den ich seit 60 Jahren vertrete.
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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von Dr_Witzlos » 27.03.2020, 08:52

Der Deal war nix anderes als Wettbewerbsverzerrung und ehrlich gesagt, dass hat in Sport nichts zu suchen.

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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von FU Racing Team » 27.03.2020, 08:52

Ecclestones Rechtsempfinden: "wenn es funktioniert hat, war es okay und genial!" :D

Kann man so natürlich auch bei jedem Bankraub anwenden.
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von MarM » 27.03.2020, 09:21

Gab ja immer wieder das Gerücht, er wäre an einem Eisenbahnüberfall beteiligt gewesen :mrgreen: Wenn man es jemanden zutraut entstehen solche Märchen eben :)
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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von Formula_1 » 27.03.2020, 10:19

Das Problem ist hier doch tatsächlich der Versuch, Transparenz zu zeigen. Da hat Ecclestone prinzipiell Recht, dadurch, dass die FIA den Deal bekannt gegeben hat, bohren alle noch mehr nach.
In diesem Sport geht es abseits der fahrerischen Leistungen um das Ausloten von technischen Grenzen und auch des Reglements, und wenn da etwas seitens Ferrari gefunden wurde, das trotz ausgiebiger Untersuchungen nicht als definitiver Regelverstoß festgestellt werden kann, dann ist das eigentlich genau der Geist der Formel 1. Vielleicht war es so nicht gedacht, das mag ja gut sein. "Nicht im Sinne des Reglements", unter dem Aspekt macht der Deal für mich auch Sinn.

Und als Zeichen der Transparenz lässt die FIA noch verlauten, dass man sich geeinigt hat - das Ergebnis sieht man unter anderem hier wieder, es wird so getan als wenn Ferrari des Betruges überführt worden wäre. Wie geschrieben, meiner Meinung nach hat Ecclestone hier Recht, die FIA hätte den Deal besser nicht öffentlich gemacht.

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Re: Bernie Ecclestone: FIA hätte Ferrari-Deal nicht öffentlich machen sollen

Beitrag von NobileRosso » 28.03.2020, 10:29

Irgendwie wollte man hier eine Form transparenter Intransparenz anwenden.
So nach dem Motto "Ich weiß, dass ihr panische Angst vor Spinnen habt. Deswegen sage ich euch jetzt nicht, was an eurer linken Schulter herumkrabbelt."

Wäre es nur eine Grauzone, hätte wohl eine einfache Regelklarstellung genügt. Die es ja auch im Laufe der Saison gab.
Dass die anderen Teams nun davon ausgehen, dass hier wohl mehr im Busch war, ist auch klar.

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